“Vom Ich zum Wir und zurück” – Qi Gong mit Gudula Linck

Die ehemalige Professorin für Sinologie der Universität Kiel und praktizierende Qigong- und Yogalehrerin Dr. Gudula Linck stellte den interessierten Zuhörern am 24. Und 25.10.2019 in den Räumen der B-Fabrik Heidelberg die Kunst des Atmens und des achtsamen Bewegens vor. Ziel der Übungen war es, alltäglichen und Stress auslösenden Situationen am Arbeitsplatz mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Die einzelnen Spürübungen wurden von ausgewählten Erzählungen und Gedichten aus der chinesischen Philosophie- und Literaturgeschichte umrahmt und durch Figuren des Qigong ergänzt. Zum Schluss wurde den Teilnehmern eine Zusammenschau der leicht im Arbeitsleben umzusetzenden Praktiken an die Hand gegeben, so dass die Übungen zu mehr Langsamkeit und Aufmerksamkeit leicht zuhause nachgemacht und wiederholt werden können.

Lesung und Literaturgespräch: “Im Jahr des Affen” von und mit Que Du Luu

Am Dienstag, den 22. Oktober 2019 fand in Kooperation mit der Stadtbücherei Heidelberg eine Lesung mit der Autorin Que Du LUU statt, in der sie ihren im Jahr 2016 veröffentlichten Roman “Im Jahr des Affen” vorstellte. Der Roman wurde im Jahr 2017 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Die Moderation übernahm Petra Thiel.

„Im Jahr des Affen“ erzählt die Geschichte der 16-jährigen Mini, die mit ihrem Vater nach dem Ende des Vietnamkriegs über das Meer von Vietnam nach Deutschland flüchtete. In Herford angekommen, eröffnete der Vater ein Chinarestaurant, das er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Ling und Bao mehr schlecht als recht am Laufen hält. Als der Vater kurz vor den Sommerferien einen Herzinfarkt erleidet, muss Mini plötzlich Verantwortung übernehmen. Hilfe erhält sie von ihrem aus Australien angereisten Onkel Wu, der Mini nicht nur im Restaurant unter die Arme greift, sondern ihr auch hilft, ihre Familiengeschichte aufzurollen.

Die Lesung und das Literaturgespräch mit der Autorin Que Du Luu bildete den Auftakt der Reihe „Spurensuche“, in der deutschsprachige Kinder- und Jugendliteratur vorgestellt wird, die sich mit China beschäftigt. Die mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin Luu erzählte nicht nur vom Entstehungsprozess und den Tücken des Schreibens, sondern gab auch zahlreiche Einblicke in ihre eigene Biografie, was die interessierten Zuhörer zu einer sehr persönlichen Gesprächsrunde anregte.

Wir bedanken uns für die Begegnung mit Que Du Luu und den anregenden Literaturabend!

Que Du Luu, 1973 geboren in Saigon/Südvietnam, ist chinesischer Abstammung. Nach Ende des Vietnamkriegs flüchtete sie wie Millionen andere Boatpeople über das Meer. In Bielefeld betrieb die Familie ein China-Restaurant. Luu erhielt u. a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Hohenemser Literaturpreis.

H.C. Buch: Kulturschock China oder: Wie ich die Große Mauer erklomm. Erzählungen und Essays. Moderation: Wolfgang Kubin

Am 17.10.2019 hat Hans Christoph Buch sein neustes Buch Kulturschock China – oder: Wie ich die Große Mauer erklomm vorgestellt. Moderiert wurde der Abend von Herrn Prof. em. Wolfgang Kubin.

Hans Christoph Buch hat China auf Einladung des Schriftstellerverbands, als Writer in Residence und Gastdozent, seit Mitte der 80er Jahre immer wieder besucht. Er nahm das 70-jährige Jubiläum der Volksrepublik China zum Anlass, seine Texte zu China gesammelt herauszugeben:  Von den Uiguren in Singkiang, die sich gegen Fremdherrschaft auflehnen, bis zur deutschen Ex-Kolonie Tsingtau, heute Qingdao, wo das chinesische Bier herkommt, gebraut nach bayrischem Reinheitsgebot von 1516. Herausgekommen ist ein persönlicher Erfahrungsbericht der besonderen Art: Kein Sachbuch, das bloße Meinungen referiert, sondern ein historisches Lesebuch mit Erzählungen und Essays, das die Tiefendimensionen von Chinas Kultur und Literatur sichtbar macht, ohne ihre Schattenseiten zu ignorieren.

Auch die Bücherstube an der Tiefburg, welche als ausgezeichneter Ort der Kultur 2015 und 2016 den Deutschen Buchhandlungspreis verliehen bekam, war mit einem Büchertisch vor Ort. Mehr Informationen zur Bücherstube an der Tiefburg finden Sie hier: http://www.buecherstube-handschuhsheim.de/

Hans Christoph Buch, 1944 in Wetzlar geboren, studierte 1964-72 Germanistik und Slawistik an der FU und TU Berlin und promovierte 1972 über ‘Die Beschreibungsliteratur und ihre Kritiker von Lessing bis Lukacs’ bei Professor Walter Höllerer. Er war Gastprofessor in Kalifornien, New York und Texas und reiste für DIE ZEIT in Kriegs- und Krisengebiete. Von März bis Mai 2009  war er “Writer in Residence” in Hangzhou, China. 2013 übernahm er dann eine Gastprofessur für deutsche Literatur an der Ocean University in Qingdao, China und besuchte anschließend die Konfuzius-Stätten in Qufu und den Berg Taishan.

Wolfgang Kubin, geb. 1945 in Celle, ist Professor Emeritus für Sinologie der Universität Bonn. Nach seinem Studium der evangelischen Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie dem Studium der Japanologie und Chinesisch an der Universität Wien widmete er sich weiteren Studien der Philosophie, Germanistik, Sinologie und Japanologie an der Ruhr-Universität Bochum. Er ist Übersetzer, Schriftsteller und seit 2011 Senior Professor in China; zunächst in Peking, aktuell in Shantou. 

ChinaCool — “Luluba – Geschichte einer chinesischen Bauernfamilie” 中德角 — “Luluba – 一个中国农村家庭的故事”

Bei Chinacool ist die Devise: Tandem suchen, Freunde finden, Kultur erleben. Hier hinterfragen wir gängige Vorurteile und Stereotypen über China und Deutschland und lernen den kulturellen Hintergrund des jeweils anderen Landes besser kennen. Auch am Donnerstag, den 10.10. hat unser monatliches Tandemtreffen stattgefunden.

Manfred Görk, der selbst häufig an China Cool teilnimmt, las am 10.10. aus seinem authentischen Roman “Luluba – Geschichte einer chinesischen Bauernfamilie” und moderierte anschließend eine Diskussion über das Leben der Bauern in China. Wir haben uns über die interessierte Teilnahme gefreut und freuen uns auf das nächste ChinaCool-Event im November!

 

Summer-Camp des Konfuzius-Instituts Heidelberg an der Shanghai Jiao Tong University 2019

Vortrag: Ingrid Gilcher-Holtey: “Eine Wahrnehmungsrevolution? Die transnationale 68er Bewegung”

Am 07. Februar 2019 fand der feierliche Abschlussvortrag der Reihe “1968 Global – China und die Welt” im Karl Jaspers Zentrum Heidelberg statt. Darum ging es vor allem um die Ereignisse rund um den Monat Mai im Jahr 1968, deren Wirkung sich weit über Frankreich hinaus entfalteten. „‚1968’ ist eine Jahreszahl, in die sich das Imaginäre eingenistet hat“, schrieb Hans Magnus Enzensberger. Was macht das Charisma der Protestbewegung aus, die in fast allen westlichen Industrieländern in diesem Jahr kulminierte? Der Vortrag zeigt die Leitideen,  Mobilisierungsdynamik und langfristige Wirkungsmacht der transnationalen 68er Bewegung, die,  als „Studentenrebellion“ oder „Generationsrevolte“ nicht hinreichend charakterisiert, eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft herbeizuführen versuchte.

Ingrid Gilcher-Holtey ist Professorin (em.) für Zeitgeschichte an der Universität Bielefeld und assoziiertes Mitglied des Centre de Sociologie Européenne (CSE/EHESS-Paris). Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Soziale Bewegungen von der Arbeiterbewegung bis zu den Altermondialisten, Geschichte der Intellektuellen von Voltaire bis Naomi Klein und Studien zum deutschen literarischen Feld im 20. und 21. Jahrhundert. Sie publizierte u.a.: Das Mandat des Intellektuellen. Karl Kautsky und die Sozialdemokratie, Berlin: Siedler 1985, „Die Phantasie an die Macht.“ Mai 1968 in Frankreich, Frankfurt am Main: Suhrkamp 22001,Die 68er Bewegung – Deutschland, Westeuropa, USA,München: Beck 52018, Eingreifendes Denken. Die Wirkungschancen von Intellektuellen, Weilerswist: Velbrück 2007, 1968 – Eine Zeitreise, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008, 1968 – A Revolution of Perception? 1968: Consequences and Echoes, New York/Oxford: Berghahn 2015.