Online – Teeseminar: Kühlende Sommertees

Mit Tee-Sommelière Sabine Weber-Loewe

Inhalt des Tee-Seminars war, einige Geheimnisse über Tee zu lüften: Über Tees im eigentlichen und Tees im weiteren Sinn, über Tee als Genuss- und Heilmittel, als Durstlöscher und Geschmacksbereicherung zu sprechen, über Herkunft und Geschichte zu sinnieren und uns dazu zu bringen, uns mit allen Sinnen auf die Verführung zu Tee einzulassen.

„Tee trinken heißt den Lärm der Welt vergessen“- Viele Wege führen zu einer guten Tasse Tee. Die richtige Lagerung, die ideale Wassertemperatur und eine vorgewärmte Kanne sind wichtig, damit der Tee sein optimales Aroma entfalten kann. Doch letztendlich braucht man neben gutem Tee, gutem Wasser und einer guten Teekanne vor allem eins: Achtsamkeit. Zeit, Muße und die Konzentration auf das Leben im Hier und Jetzt sind die wichtigsten Zutaten für ein gelungenes Tee-Erlebnis, so Sabine Weber-Loewe. Eine ruhige Umgebung und gelassene Stimmung sind essentiell, damit jeder Tee seinen individuellen Geschmack sowie heilende Wirkung entfalten kann. Denn Tee, so sagen chinesische Mönche, reinigt die Seele. Es sind nicht nur die nachweisbaren medizinischen Vorteile, die der Tee bietet. Es ist vor allem die mit dem Teetrinken verbundene Kunst des Innehaltens, die der Psyche in unserer hektischen Zeit so gut tut. Neben allen sachlichen Informationen über Tee wies Weber-Loewe nachdrücklich darauf hin.

Weshalb aber beschäftigten wir uns jetzt mitten im Sommer mit Tee? Und was ist Tee? In dem Tee-Workshop mit virtueller Tee-Zeremonie verriet sie, weshalb Tee auch in der heißen Jahreszeit Saison hat und welche Teesorten eine kühlende und erfrischende Wirkung haben.

Sabine Weber-Loewe aus Freiburg weiß als ausgebildete Tee-Sommelière (IHK) so ziemlich alles über Tee und wie er am besten zubereitet wird. Neben den unterschiedlichen Teesorten und Anbaugebieten kennt sie die Geheimnisse der traditionellen chinesischen Tee-Kultur. Die langjährige Tee-Expertin hat die Tee-Akademie in Freiburg gegründet und vermittelt die Kunst, Tee zu genießen in Praxis-Seminaren.  China ist neben Tee eine weitere Leidenschaft von ihr. 15 Reisen hat sie bislang dorthin unternommen. Gemeinsam mit anderen China-Begeisterten hat sie das China Forum Freiburg gegründet. Im Konfuzius Institut Freiburg hat sie über viele Jahre Chinesisch-Unterricht genommen und Workshops zu den Themen „Chinesische Teekultur“ und „China für Einsteiger“ durchgeführt.

Im Drachenhausverlag ist das zusammen mit Li-Hong Koblin publizierte, mit dem World-Cookbook-Award ausgezeichnete Buch „Teezeit“ erschienen. Hinter diesem schlichten Titel verbirgt sich sehr viel Wissenswertes über Tee, angereichert mit verschiedenen Tee-Rezepten. Das besondere an diesem Buch: Es nimmt den Leser mit auf eine Reise nach Beijing, er erfährt – begleitet mit den Protagonisten „Meister Lin“ und „Lena“ – vieles über die Teeproduktion, die chinesischen Anbaugebiete und die Teezubereitung. Aber auch Legenden rund um den Tee werden erzählt. Und nicht zuletzt wird der spirituelle Aspekt des Tees, der Cha Dao – der Teeweg, eingehend erläutert.

Das Online – Teeseminar fand in Zusammenarbeit mit dem Drachenhausverlag statt.

Moderation:

Dr. Nora Frisch und Heidi Marweg

Online-Podiumsgespräch: Typisch Chinesisch?

Prof. Dr. Thomas Heberer und Prof. Dr. Richard Trappl über chinesische Denk- und Verhaltensweisen: Lin Yutangs Betrachtungen aus heutiger Sicht neu interpretiert

Die Grundlage des Podiumsgesprächs mit Prof. Dr. Thomas Heberer und Prof. Dr. Richard Trappl, moderiert von Dr. Nora Frisch und Heidi Marweg, bilden Betrachtungen zum “chinesischen Charakter”, die Lin Yutang bereits in den 1930er Jahren anstellte. Im Gespräch beleuchteten Heberer und Trappl, wie die Analysen Lins aus heutiger Sicht zu interpretieren sind. Darauf, was aus unserer Sicht und was aus chinesischer Sicht “typisch chinesisch” ist. Lin Yutang analysiert in „Mein Land und mein Volk“ (in der originalen deutschen Übersetzung von Wilhelm Süskind aus dem Jahr 1935) mit großer Beobachtungsschärfe die mentale und ethische Verfassung, die Ideale des chinesischen Volkes, sein soziales, politisches und literarisches Leben, die Stellung der Frau, des Mannes, der Familie. Das Werk befasst sich mit dem China der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und dennoch ist sein Inhalt hochaktuell. Und genau darauf gingen die beiden Podiumsteilnehmer ein und der Frage nach, wie es uns gelingen kann, chinesisches Denken und Handeln besser zu verstehen. 

In ihrer Einführung ging Heidi Marweg auf die Person Lin Yutang ein. Lin Yutang, geboren 1895 in der Provinz Fujian als Sohn eines chinesischen presbyterianischen Geistlichen, studierte ab 1910 zunächst Theologie. Der frühe Tod seiner Schwester führte dazu, dass er sich vom Christentum abwandte. 1919 ging Lin in die USA und studierte zunächst an der Harvard Universität. Er arbeitete zunächst für den YMCA in Frankreich. Von 1921-1923 studierte er in Deutschland an der Universität Jena, dann an der Universität Leipzig, wo er 1923 mit einer Arbeit über das Thema Altchinesische Lautlehre (auf Deutsch) promovierte. Zurück in China wurde er Professor an der Englisch-Abteilung der Peking-Universität. 1926 übernahm er die Leitung der Englisch-Abteilung an der Pädagogischen Hochschule Pekings. Als er Kritik an der brutalen Warlord-Regierung in Peking übte, musste er aus Peking fliehen. Er kehrte in seine Heimatprovinz zurück, wo er Dekan am College für Kunst und Literatur der Xiamen-Universität wurde. Im Jahr 1927 nahm Lin Yutang den einzigen politischen Posten seines Lebens an und wurde Sekretär des Außenministers der Nationalregierung in Wuhan. Das war er allerdings nur wenige Monate lang. Nach 1927 lehrte Lin Yutang an der Dongwu-Universität von Suzhou und am Juristischen College von Shanghai.  1930 wurde er zum Direktor der Abteilung für Fremdsprachen an der Akademie der Wissenschaften berufen.

Im Jahr 1935 veröffentlichte Lin Yutang mit Hilfe der Literaturnobelpreisträgerin Pearl S. Buck in den USA sein erstes Buch Mein Land und mein Volk (My Country and My People) auf Englisch. Dieses Buch wurde zu einem Bestseller, der 1936 ins Deutsche, 1937 ins Französische und erst 1938 ins Chinesische übersetzt wurde. Damit war Lin Yutang der erste Literat Chinas, der seinen Ruhm im Ausland begründete. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Lin hauptsächlich in den USA. Er starb im März 1976 und ist in Taipeh begraben.

In seinen Werken versuchte er, die kulturelle Kluft zwischen China und dem Westen zu überbrücken. Anders als viele Zeitgenossen versuchte er jedoch nicht, das Heil für China in westlichen Ideologien zu finden oder sich von Chinas Traditionen abzuwenden: vielmehr analysierte er sie in ihrer ganzen Tiefe. Da er auf diese Weise auch Schwächen zutage förderte, wurde er mitunter auch als “Nestbeschmutzer” diffamiert.

Prof. Heberer macht gerade auch in seiner Einführung zum Werk: Lin Yutang: “Mein Land und mein Volk”, das nun in der dritten Auflage im Drachenhausverlag mit ihm als Herausgeber erschienen ist, klar, wie bedeutend und aktuell Lins Analysen sind. “Mein Land und mein Volk” leiste “nach wie vor einen intensiven Beitrag zum Verständnis auch des gegenwärtigen China und seiner nicht immer leicht verständlichen Kultur”. Mit seinem Bemühen um “die Konkretisierung und Erklärung des “Fremden” wirke Lin als Vermittler zwischen Ost und West: “Er beleuchtet Hintergründe, gewährt tiefe Eindrücke und trägt so zu einem besseren Verständnis von Chinas andersartiger Denkweise bei.”

 

Die Teilnehmer:

Prof. Dr. Thomas Heberer studierte Politologie, Sinologie und Ethnologie in Frankfurt am Main, Göttingen und Heidelberg. Nach seiner Promotion 1977 arbeitete er zunächst als Dolmetscher und Übersetzer in China. 1989 habilitierte er sich in Bremen. 1998 übernahm er den Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Ostasien an der Universität Duisburg-Essen. Seit 2009 ist er Co-Direktor des Konfuzius-Instituts Metropole Ruhr mit Sitz in Duisburg und betreut den Programmteil Politik und Gesellschaft Chinas. Seine Forschungsschwerpunkte sind Prozesse, Strukturen und Akteure des politischen und sozialen Wandels in China. Durch zahlreiche Forschungsprojekte in China und über 35 Jahre Forschungstätigkeiten gehört er zu den führenden Ostasienexperten in Deutschland.

Prof. Dr. Richard Trappl studierte 1974/75 in Peking chinesisch und promovierte und habilitierte sich an der Universität Wien. Ab 1979 lehrte er dort am Institut für Sinologie (heute: Institut für Ostasienwissenschaften) alte und neue chinesische Literatur. Mit seiner langjährigen China-Erfahrung war er von 1998 bis 2011 China-Beauftragter der Universität Wien. Seit den 1980er Jahren unterrichtet er an der Diplomatischen Akademie Wien. Er ist Gastprofessor an der Beijing Language and Culture University und an der Changchun University. Seit 2006 leitet er das Konfuzius-Institut an der Universität Wien. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

Dr. Nora Frisch, geboren in Wien, studierte Sinologie und Musikwissenschaften in Wien, Peking, Taipei und Heidelberg. Nach Abschluss der Promotion im Fach Moderne Sinologie an der Universität Heidelberg gründetet sie 2010 den Drachenhaus Verlag und verlegt seither chinabezogene Publikationen. Mit ihren Publikationen möchte sie China in allen Facetten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wissenschaftlich fundiert und zugleich spannend und vielseitig dargestellt näherbringen.

Chinesische Medizin bei Parkinson – Vortrag von Dr. Dr. Andrea-Mercedes Riegel (27.02.2020)

In Kooperation mit dem Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg und der Akademie für Ältere hielt Frau Dr. Dr. Andrea-Mercedes Riegel eine Vortragsreihe zur Chinesischen Medizin und Heilkunde. Die Heilpraktikerin Frau Riegel führt eine Praxis für klassische chinesische Medizin in Heidelberg und gibt regelmäßig im Rahmen ihrer Vorträge exklusive Einblicke in die chinesische Naturheilkunde.

Am 27.02.2020 ging es um den Umgang mit der Parkinson-Krankheit. Parkinson, umgangssprachlich auch Schüttelkrankheit genannt, ist ein langsam fortschreitender Verlust von Nervenzellen in bestimmten Bereichen des Gehirns. So kann es in den betroffenen Gehirnbereichen zu Dopaminmängeln kommen, was zu Bewegungsstörungen führt.

Die PowerPoint-Folien zum Thema TCM und zur chinesischen 5-Elemente-Lehre stellen wir hier bereit:

TCM und Heilkräuter

TCM und Kopfschmerzen

TCM bei Rheuma

TCM bei Rückenschmerzen

TCM Morbus Parkinson

Fünf Elemente Holz

Fünf Elemente Feuer

Fünf Elemente Erde

Fünf Elemente Wasser

Fünf Elemente Metall

Chinesische Medizin bei Rheuma – Vortrag vom 30.01.2020 von Frau Dr. Dr. Andrea-Mercedes Riegel

Chinesische Medizin bei Rheuma – Vortragsreihe Chinesische Medizin in der Praxis
Auch in diesem Jahr bietet Frau Dr. Dr. Andrea-Mercedes Riegel in Kooperation mit dem Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg und der Akademie für Ältere eine Vortragsreihe zur Chinesischen Medizin und Heilkunde an. Frau Dr. Dr. Andrea-Mercedes Riegel hat eine Naturheilpraxis für klassische chinesische Medizin in Heidelberg und gibt im Rahmen ihrer Vorträge exklusive Einblicke in die chinesische Naturheilkunde.

Dieses Jahr ging es am 30.01. zunächst um das Thema rheumatische Erkrankungen. Der rheumatische Formenkreis ist ein heterogenes Krankheitsbild, das mit schubweise auftretenden Schmerzen und Funktionsstörungen im Bewegungsapparat einhergeht. Entzündliche und nicht entzündliche Gelenk und Muskelbeschwerden kennzeichnen dieses Krankheitsbild. Die chinesische Medizin kann hier vor allem über die Kräutertherapie als adjuvante Therapieform eingesetzt werden. Die Möglichkeiten und Grenzen wurden im Vortrag aufgezeigt.

Wir haben uns über das rege Interesse der über 40 Gäste sehr gefreut und sehen den kommenden, informativen Vorträgen zum Thema TCM mit Freude entgegen.

 

Weitere Termine:

Chinesische Medizin bei Parkinson
Termin: Do, 27.02.2020, 14:00 Uhr
&
Chinesische Medizin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Termin: Do, 19.03.2020, 14:00 Uhr

 

Die Vorträge finden jeweils in der Akademie für Ältere 06 in Heidelberg statt.

Neujahrskonzert 25.01.2020 – Deng Xiaomei Ensemble: Vom Jangtse zum Rhein

Lesung “Mulan: Verliebt in Shanghai” mit Susanne Hornfeck vom 29.11.2019

Am Freitag, den 29. November 2019 beehrte uns die Autorin Susanne Hornfeck mit einem Besuch in der Stadtbücherei Heidelberg, wo sie ihr Buch “Mulan: Verliebt in Shanghai” vorgestellt hat. Dabei hat die mehrfach ausgezeichnete Autorin Bezüge zu Ihren Büchern “Ina aus China” und “Torte mit Stäbchen” hergestellt und von spannenden Lebensgeschichten erzählt, die mitunter als Inspiration für ihre Romane gedient haben.

Die drei Bücher handeln von drei Mädchen und immer geht es um die Erfahrung des Fremdseins und um das Ankommen in einer anderen Kultur. Sie alle leben ein Leben zwischen den Kulturen, der deutschen und der chinesischen. In „Ina aus China“ und „Torte mit Stäbchen“ wird dieses Thema historisch beleuchtet, in „Mulan“ ins Shanghai unserer Tage verlegt. Ergänzt wurde das Literaturgespräch zwischen Susanne Hornfeck und Institutsdirektorin Petra Thiel durch eine Diskussion mit den Zuschauern. Einige Gäste waren von der Lesung sogar so beeindruckt, dass sie direkt alle 3 Bücher erworben haben. Wir bedanken uns deshalb für die spannende Lesung und freuen uns auf weitere kommende Projekte von Susanne Hornfeck.

Susanne Hornfeck, Dr. Phil., 1956 geboren und aufgewachsen in Stuttgart, Bad Cannstatt, ist Germanistin und Sinologin, Übersetzerin und Autorin von Jugendbüchern. Außer der Sinologie studierte sie noch Neuere Deutsche Literatur- u. Sprachwissenschaft und Deutsch als Fremdsprache in Tübingen, London und München. Sie übernahm mehrmals Lehrtätigkeiten für Deutsch als Fremdsprache und gibt regelmäßig Lesungen. Fünf Jahre lebte und lehrte sie an der National Taiwan University in Taipei. Für ihre Übersetzungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Foto: Nursen Özlükurt.

Diese Veranstaltung fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Spurensuche: China in deutschsprachiger Kinder- und Jugendliteratur” statt.

 

 

Xiao Xiao & Wolfgang Kubin: Lyrik aus China

Am Dienstag, den 19.11.2019 haben Xiao Xiao und Wolfgang Kubin im kleinen Saal der Stadtbücherei Heidelberg chinesische und deutsche Gedichte vorgelesen.

Der Westen teilt China oftmals in Schwarz und Weiß. Dass das Land bunter und vielfältiger ist, zeigt die von Wolfgang Kubin herausgegebene Gedichtanthologie Der himmlische Platz vom irdischen Frieden: Neue Stimmen aus China. Gemeinsam mit der darin vertretenen Lyrikerin Xiao Xiao zeichnet der Sinologe und Dichter ein poetisches Bild Chinas, präsentiert von ihm übersetzte Verse sowie eigene politische Sonette und berichtet von Begegnungen mit chinesischen Gedichten und deren Verfasser*innen.  Im Zusammenspiel der beiden Referenten wurde diese lyrische Facette Chinas noch einmal besonders lebendig aufbereitet.

Xiao Xiao hat dazu einen Einblick in ihr literarisches Schaffen gegeben – und vielleicht auch in die staatlichen Bedingungen dafür: „Eigentlich aber finden die wahren Kämpfe“ – schreibt sie in Ein Held und seine Tränen – „zwischen dir und den Deinen statt“. In ihrem mitreißenden Vortrag hat sie ihre Leidenschaft für die Poesie mit dem gebannten Publikum teilen können. Xiao Xiao (Jahrgang 1964) stammt aus der Provinz Sichuan und lebt als Lyrikerin, Malerin und Publizistin und Verlegerin von Anthologien gegenwärtiger Lyrik in Peking. Sie zählt zu den wenigen mutigen, selbstbestimmten Intellektuellen des Landes. Kubin über Xiao Xiao: “Die neue chinesische Literatur seit 1979 ist wesentlich von Frauen geprägt worden. Zu ihnen gehört auch Xiao Xiao. Ihr Stil scheint vordergründig rein poetisch zu sein und sich der Themen von Mann und Frau anzunehmen, doch viele Texte sind politisch zu lesen. Xiao Xiao ist eine mutige und offene Autorin.“ Sie ist vielfach übersetzt und preisgekrönt. Auf Deutsch liegt derzeit die von Wolfgang Kubin herausgegebene Gedichtanthologie Der himmlische Platz vom irdischen Frieden: Neue Stimmen aus China mit Gedichten u.a. von Xiao Xiao vor. Kubin bereitet derzeit eine neue Ausgabe vor, die 2020 bei Bacopa erscheinen soll.

Wir bedanken uns für die kreative und anregende Vorstellung von Xiao Xiao und Wolfgang Kubin und freuen uns auf weiteres Engagement im Namen der Poesie.


Filmwochenende: 70 Jahre VR China und die Beziehung zum Ausland

Am 16. und 17.11.2019 wurden anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Volksrepublik China Filme zum Thema gezeigt. Isabel Wolte hat jeweils eine Einführung zu den Filmen gegeben. Im Folgenden der Ablauf des Wochenendes mit den entsprechenden Filmen, die gezeigt wurden:


Sa, 16.11.2019:

13:00 / Wind aus dem Osten 风从东方来 (Feng cong dongfang lai)

15:00 / The Go Masters 一盘没有下完的棋 (Yi pan meiyou xia wan de qi)

18:00 / Der Fall der schwarzen Kanone 黑炮事件 (Heipao shijian)

So, 17.11.2019:

11:00 / Bangzi Melody 村戏 (Cunxi)

15:00 / My People, My Country 我和我的祖国 (Wo he wo de zuguo)

19:00 / Am anderen Ende der Brücke 芬妮的微笑 (Fenni de weixiao)


Nach ihrem Studium der Klassischen Philosophie in Edinburgh wurde Isabel Wolte 2009 an der Peking Film-Akademie promoviert. Seit August 2003 ist sie Geschäftsführerin ihrer eigenen, familiengeführten Firma “China Film Consult Wolte KG”, welche zur Förderung des Austauschs und der Zusammenarbeit mit der VR China auf dem Gebiet der Kultur, vor allem des Filmschaffens, tätig ist. Von 2003 bis 2011 lebte sie in China und verfügt über weitreichende Kontakte in China sowie mit der chinesischen Gemeinde in Österreich. Dr. Isabel Wolte hat zudem langjährige Erfahrung bei der Organisation und Konzeption von chinesischen Filmprojekten wie “Stars in the Winter Sky” (2016, Regie: Wu Tiange, ), „China Now – New Films from the People’s Republic of China” oder auch „Chinas Vielfalt im Film” (Filme von und über Nationalitäten Chinas/ 2013). 2015 initiierte sie die erste große Filmretrospektive zum 100. Geburtstag des Schauspielers und Regisseurs Shi Hui (1915-57), die 2018 in Heidelberg vom Konfuzius-Institut Heidelberg wiederaufgenommen wurde, verbunden mit einer Lehrveranstaltung am Institut für Sinologie der Universität Heidelberg. Seit 2010 ist Isabel Wolte Lektorin am Institut für Ostasienwissenschaften/Sinologie der Universität Wien und war außerdem 2011 bis 2015 Lektorin an der Beijing Film Academy, China. Sie organisierte die Veranstaltung „Kinder der Welt – Ein filmisches Vermächtnis aus dem jüdischen Exil in Shanghai” sowie das Symposium „Exil Shanghai –  Ansätze der Geschichtsvermittlung”.


Zu den Filmen:

Sa / 16.11. / 13:00
Wind aus dem Osten 风从东方来
Den Chinesen Wang Demin und den Russen Matveev verbindet eine langjährige Freundschaft, die in Studententagen in Moskau ihren Ursprung genommen hat. Die beiden Ingenieure arbeiten gemeinsam an der Baustelle eines Wasserkraftwerks in China und sehen sich aufgrund des andauernden Regens mit steigendem Wasserstand und drohendem Hochwasser konfrontiert… Diese erste und einzige Koproduktion zwischen der VR China und der Sowjetunion entstand zu einem Zeitpunkt als die bilateralen Beziehungen bereits stark angespannt waren. Die persönliche Freundschaft der Helden des Films basiert auf ihrer gemeinsamen Ideologie und der Verehrung von Lenin, der sogar einen Auftritt in „Wind aus dem Osten“ bekommt.


Sa / 16.11. / 15:00
The Go Masters 一盘没有下完的棋 (Yi pan meiyou xia wan de qi)
JP 1982 | R: Sato Junya, Duan Jishun | 130 min | D: Rentaro Mikuni, Sun Daolin, Huang Zongying, Mayumi Ogawa | OmdtU
Zwei Freunde, ein chinesischer und ein japanischer Go-Spieler, werden durch die Wirren des Sino-Japanischen Krieges auseinander getrieben, es gelingt ihnen aber letzten Endes zu gegenseitigem Verständnis, zu einer Versöhnung zu kommen. Ein Melodram basierend auf östlicher Philosophie. Diese aufwändige Koproduktion entstand zum 10-jährigen Jubiläum der Normalisierung der Chinesisch-Japanischen Beziehungen und bleibt einzigartig in der so seltenen filmischen Annäherung zwischen diesen beiden Ländern – keine Verschönerung der Tatsachen, aber ein Versuch zur Ausgewogenheit. Eine wahre Seltenheit


Sa / 16.11. / 18:00
Der Fall der schwarzen Kanone 黑炮事件 (Heipao shijian)
DE 1985 | R: Huang Jianxin | 94 min | D: Liu Zifeng | OmdtU
Ein deutscher Montageleiter auf einer Großbaustelle in China erlebt ein Fiasko, das auch für seine Auftraggeber Folgen hat, als sein Dolmetscher in Spionage-Verdacht gerät und kaltgestellt wird. Eine in deutsch-chinesischer Gemeinschaftsproduktion entstandene Politsatire, die mit Sarkasmus die Engstirnigkeit von Parteifunktionären und -kadern attackiert. Informativ und unterhaltsam.


So / 17.11. / 11:00
Bangzi Melody 村戏 (Cunxi)
CN 2017 | R: Zheng Dasheng | 100 min | D: Li Zhibin, Liang Chunzhu, Wang Chunming, Zhang Huijuan, Lyu Aihua, Zhang Yahao, Chen Chen | OmeU
In den 1980er-Jahren, mit dem Ende der Kulturrevolution, hat China eine umfassende Bodenreform im ländlichen Gebiet begonnen, um das so genannte Haushaltverantwortungssystem einzuführen, das darauf abzielt, die im maoistischen China praktizierte egalitäre Verteilungsmethode zu beenden.
1982, in einem Dorf in Nordchina war der Verrückte des Dorfes Kuisheng lange Zeit für das beste Erdnussfeld verantwortlich. Nach Beginn der Reform wurde sein Land von den Dorfbewohnern begehrt, die versuchten zu beweisen, dass er nicht qualifiziert genug war, um so wertvolles Eigentum zu behalten.
Der Film wurde in Schwarz-Weiss gedreht und erzählt von der chinesischen Landreform voller persönlicher Leiden, politischem Glücksspiel und historischen Unklarheiten.


So / 17.11. / 15:00
My People, My Country 我和我的祖国 (Wo he wo de zuguo)
CN 2019 | R: Chen Kaige, Guan Ju, Zhang Yibai, Ning Hao, Xu Zheng, Xue Xiaolu, Wen Muye | 154 min | D: Huang Bo, Ge You, Wang Jing | OmdtU | ab 6 J.
Anlässlich des 70. Jahrestages der Gründung der Volksrepublik China erinnern sich 7 erfolgreiche Regisseure in 7 Kurzfilmen an bedeutende Ereignisse in der Geschichte der Volksrepublik – aber nicht die großen Leistungen stehen im Vordergrund, sondern die Beiträge einzelner Bürger, die diese Leistungen Chinas erst möglich machen. Eine neue und einzigartige Sicht auf die Geschichte der letzten 70 Jahre.


So / 17.11. / 19:00
Am anderen Ende der Brücke 芬妮的微笑 (Fanni de weixiao)
AT 2003 | R: Hu Mei | 106 min | Nina Proll, Wang Zhiwen, Erwin Steinhauer, Susi Nicoletti, Julia Stemberger
Wien im Jahre 1931: Fanny Ebner, Tochter eines Polizei-Ausbildners, begegnet dem chinesischen Polizeibeamten Ma Yunlong, der an einem Trainingskurs in Wien teilnimmt. Die zuerst schüchternen Annäherungen verwandeln sich in eine leidenschaftliche Liebe. Trotz dieser Liebe sind die kulturellen Unterschiede einfach zu groß und scheinen unüberwindbar. Fanny´s Eltern lehnen das Verhältnis ab. Gegen den Willen der Eltern und den Ratschlag ihrer besten Freundin Annie bricht sie an ihrem 18. Geburtstag nach China auf um Yunlong zu heiraten. Nach einer langen Reise kann sie ihren Geliebten endlich wieder in die Arme schließen.