Artist Talk mit Yufan Lu und Iris Sikking

Im Rahmen der Biennale für aktuelle Fotografie 2022 mit dem Titel From Where I Stand, die vom 19.  März – 22. Mai in unterschiedlichen Ausstellungsräumen in Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg stattfindet, ist das Konfuzius-Institut Heidelberg erstmalig Kooperationspartner für zwei gesonderte Veranstaltungen.

Das Gespräch zwischen der Kuratorin Iris Sikking und der chinesischen Fotografin Yufan Lu gibt Einblicke in Lus Werkserie Make Me Beautiful. Darin setzt sich die Fotografin mit der boomenden Schönheitsindustrie in ihrer Heimat China auseinander. Um die dahinterliegenden Mechanismen nachzuvollziehen, suchte die Fotografin verschiedene plastische Chirurg*innen auf, ließ Operationspläne für ihr eigenes Gesicht erstellen und dokumentierte diese Erfahrungen künstlerisch. Diese persönliche Auseinandersetzung ist zugleich eine kritische Reflexion über die in den (Sozialen) Medien massenhaft zirkulierenden Bilder und Bildmanipulationen sowie ihre Auswirkungen.

Kurzbiografien: 

Yufan Lu:

© Yufan Lu, Diagnosis from Cosmetic Surgery Clinic 4, aus der Serie Make Me Beautiful, 2018

 

Im Rahmen der Biennale für aktuelle Fotografie 2022 mit dem Titel From Where I Stand, die vom 19.  März – 22. Mai in unterschiedlichen Ausstellungsräumen in Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg stattfindet, ist das Konfuzius-Institut Heidelberg erstmalig Kooperationspartner für zwei gesonderte Veranstaltungen.

Das Gespräch zwischen der Kuratorin Iris Sikking und der chinesischen Fotografin Yufan Lu gibt Einblicke in Lus Werkserie Make Me Beautiful. Darin setzt sich die Fotografin mit der boomenden Schönheitsindustrie in ihrer Heimat China auseinander. Um die dahinterliegenden Mechanismen nachzuvollziehen, suchte die Fotografin verschiedene plastische Chirurg*innen auf, ließ Operationspläne für ihr eigenes Gesicht erstellen und dokumentierte diese Erfahrungen künstlerisch. Diese persönliche Auseinandersetzung ist zugleich eine kritische Reflexion über die in den (Sozialen) Medien massenhaft zirkulierenden Bilder und Bildmanipulationen sowie ihre Auswirkungen.

Kurzbiografien: 

Yufan Lu:

Geboren 1991 in Tianjin/China, lebt und arbeitet sie heute als Fotografin und Schriftstellerin in Tianjin und Peking. 2017 schloss sie ihr Masterstudium „Photography and Urban Culture“ an der Goldsmiths University London ab. Lus Interesse gilt besonders der Visualisierung des Alltagslebens. Ihre Arbeit basiert dabei auf umfangreicher soziologischer Forschung.  Während sie häufig ihre fotografische Praxis mit Performance kombiniert, interessiert sie sich vor allem für die therapeutische Funktion des Ausdrucks mit dem Körper vor der Kamera und wie sich dies wiederum auf die eigene Wahrnehmung und Identität bezieht.

 

Iris Sikking:

© Eefje Ludwig

 

Iris Sikking wurde 1968 in Amsterdam geboren, wo sie als freie Kuratorin lebt. Sikking ist ausgebildete Fotohistorikerin und Filmeditorin und arbeitet in den Bereichen Fotografie, Video und digitale Kunst. Seit über 15 Jahren verwirklicht sie internationale Projekte in Kooperation mit Künstler*innen, konzipiert thematische Ausstellungen und veröffentlicht Fotobücher sowie Online-Projekte. 2018 war Sikking Chefkuratorin des Krakow Photomonth Festivals. Im selben Jahr erschien ihre Publikation Why Exhibit? Positions on Exhibiting Photographies (Fw:books). Als Gasteditorin war Sikking am Magazin Trigger#3 zum Thema „Care“ beteiligt, das in enger Zusammenarbeit zwischen dem Fotomuseum Antwerpen, der Biennale für aktuelle Fotografie und Fw:books entstanden ist.

 

Über die Biennale für aktuelle Fotografie 2022:

 

Unter dem Titel From Where I Stand erforscht die Biennale für aktuelle Fotografie 2022 in sechs Ausstellungen und aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wie eine nachhaltigere, inklusive und selbstbestimmte Zukunft möglich werden könnte. Das Leben im 21. Jahrhundert ist stark von den komplexen, wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Mensch, Umwelt und Technologien geprägt. Durch Technologien können wir unseren Körper optimieren, immer und überall auf Informationen zuzugreifen, mit Gleichgesinnten kommunizieren sowie die Ressourcen, die die Erde bereithält, für uns nutzbar machen. Doch diesen Vorteilen stehen auch Nachteile gegenüber: Algorithmen und Filterblasen beeinflussen unsere Überzeugungen und unser Handeln einseitig. Nicht alle Menschen haben gleichermaßen Zugang zu Ressourcen; die Natur leidet unter Raubbau. From Where I Stand rückt fotografische Positionen, die sich zwischen Kunst, Journalismus und Aktivismus bewegen, in den Fokus. Die ausgewählten Künstler*innen entwickeln ihre Arbeiten als vielschichtige Erzählungen, die auf persönlichen Recherchen und individuellen Erfahrungen beruhen. Dabei sind sie sich ihres eigenen Standpunkts bewusst und berücksichtigen neben diesem auch Perspektiven von Menschen, mit denen sie intensiv zusammengearbeitet haben und die als Expert*innen des jeweiligen Themas involviert waren.

Die Biennale für aktuelle Fotografie findet alle zwei Jahre in den wichtigsten Ausstellungshäusern der drei Städte Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg statt. Gezeigt werden Themenausstellungen von international renommierten Gastkurator*innen. Knapp 4.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche bietet Platz für eine vielfältige Betrachtung aktueller fotografischer Positionen und schafft den Rahmen, über ein Medium nachzudenken, das unsere Gesellschaft prägt wie kaum ein anderes. Dabei spiegeln sich die mannigfaltigen Erscheinungsweisen der Fotografie in der Vielfalt der Orte wider, an denen sie präsentiert werden. Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Ausstellungen und fördert den lebendigen Austausch über Fotografie. Für die Realisierung der Biennale arbeiten Kulturveranstalter und -förderer der Metropolregion sowie nationale und internationale Künstler*innen und (Kooperations-)Partner eng zusammen. Die Biennale verbindet die drei Städte und ihre Kulturinstitutionen in einem städteübergreifenden Dialog miteinander und hat für diese Zusammenarbeit bundesweit Modellcharakter erlangt.

Weiter Informationen erhalten Sie unter: https://biennalefotografie.de/

Die Veranstaltung ist kostenfrei, findet online über Zoom statt und benötigt vorab eine Anmeldung. Der Talk findet in englischer Sprache statt.

 

 

 

 

Internationale Wochen gegen Rassismus 2022 – Anti-asiatischer Rassismus: Was ist das und wie können wir diesem begegnen?

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie erleidet die asiatische Community weltweit vermehrt verbale und physische Übergriffe. So gingen zwischen März 2020 und Juni 2021 über 9.000 Meldungen anti-asiatischer, rassistischer Vorfälle bei der US-amerikanischen Beschwerdestelle Stop AAPI Hate ein. Unter dem Hashtag #ichbinkeinviruszirkulierten Berichte rassistischer Übergriffe asiatisch gelesener Menschen in den deutschsprachigen sozialen Medien. Anti-asiatischer Rassismus ist jedoch kein neues Phänomen; auch sind asiatisch gelesene Menschen in Deutschland nicht nur von negativem, sondern auch positivem Rassismus betroffen. So gelten asiatisch gelesene Menschen mit Migrationsgeschichte häufig als „Vorzeigemigrant*innen“, werden dabei als homogene Massedargestellt und auch häufig als solche wahrgenommen. Diese Veranstaltung beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Formen des anti-asiatischen Rassismus und fragt sich, wie wir diesem begegnen und was wir diesem entgegensetzen können.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt.

Die Veranstaltung findet in einem Hybrid-Format statt. Wir bitten um eine Anmeldung per E-Mail an info@konfuzius-institut-heidelberg.de. Vielen Dank!

Den Online-Livestream finden Sie hier:

Kurzbiografie:

 

Ruirui Zhou studierte Germanistik an der Sichuan International Studies University und an der Wuhan University in China. Derzeit ist sie Doktorandin an der School of Sociology and Economics der Universität Hamburg, wo sie zur Kulturpolitik und Kulturentwicklung forscht. In ihrer soziologischen Arbeit setzt sie sich auch mit anti-asiatischem Rassismus auseinander. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ist  Ruirui Zhou als Kolumnistin tätig und derzeit stellvertretende Vorsitzende der Chinesischen Gemeinde in Deutschland e.V.

 

Zhou_ruirui_IWgR

Photo credit: Miguel Ferraz

 

 

 

 

Filmvorstellung mit Gespräch “Weiyena – Ein Heimatfilm”

Weiyena – Ein Heimatfilm

Regie: Weina Zhao

Co-Regie und Kamera: Judith Benedikt

Filmscreening mit anschließendem Gespräch mit den Regisseurinnen. Die Moderation übernimmt Lin Hierse (taz).

Film in deutscher Sprache, zum Teil mit deutschen Untertiteln und deutschem Voice-Over.

Bereits in ihrem Namen vereint Weina Zhao die beiden Kulturen, die sie nachhaltig prägten. So nannten ihre Eltern sie „Wien“, als sie von China nach Österreich auswanderten. Gemeinsam mit Co-Regisseurin Judith Benedikt nähert sich Weina Zhao in „Weiyena – Ein Heimatfilm“ behutsam der Geschichte ihrer Familie mütterlicher- und väterlicherseits und dringt dabei doch so viel tiefer in die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts in China vor.

Seit jeher interessierte sich die in Peking geborene und in Wien aufgewachsene Filmemacherin Weina Zhao für die Vergangenheit ihrer Eltern und Großeltern, wagte es jedoch nie, all die Fragen zu stellen, die sie so lange schon beschäftigten. Erst dieses Filmprojekt gab den Anstoß, das lange Schweigen zu brechen und das Familiennarrativ neu zu erzählen.

Ihre Reisen zu den Großeltern nach China sowie die zahlreichen Gespräche, die sie mit ihnen führt, decken die Lebensrealitäten der beiden Familienzweige auf, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die einen Intellektuelle und Filmemacher*innen aus dem glamourösen Shanghai der 1930er Jahre, die anderen arme Bauern aus dem Norden. Beide Seiten werden jedoch gleichsam von den eruptiven Geschehnissen der Zeit eingeholt. So verdichten sich in den Biographien beider Familien die Entwicklungen Chinas vom Langen Marsch über die Kulturrevolution bis ins Heute.

Die individuellen Perspektiven, der Austausch zwischen den Generationen und das neue Zusammenfügen des Familienpuzzles bringen schließlich zutage, wie unterschiedlich wir erinnern, wie Grenzüberschreitungen – geographische und historische – unsere Identität prägen, wie transgenerationale Traumata entstehen und wie das Reden über diese Traumata auch Heilung bewirken kann. Ein berührendes Dokument, das anregt, sich selbst die Frage zu stellen: Wie ist das eigentlich in meiner Familie?

Die Dokumentation wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. „Weiyena – Ein Heimatfilm“ gewann u.a. den Austrian Documentary Award (ADA) und war der Gewinnerfilm des DOK.fests München.

Link zum Trailer: https://vimeo.com/398016938

Der Film ist ab Montag, 26.04. um 18:30 Uhr für 24 Stunden verfügbar.

Das Filmgespräch findet am Dienstag, d. 27.04. um 20 Uhr über ZOOM statt.

Für die Zugangslinks zum Film sowie zum anschließenden Filmgespräch melden Sie sich bitte an unter: info@konfuzius-institut-heidelberg.de

Kurzbiographien:

Weina Zhao hat Sinologie studiert und ist Filmemacherin und Autorin. Mit ihren Arbeiten versucht sie unsere Seh- und Denkgewohnheiten herauszufordern. Sie ist Mitbegründerin des Perilla Zines und der Filmproduktionsfirma Electric Shadows Laufbilderzeugungsanstalt.

 

 

 

Judith Benedikt hat Bildtechnik und Kamera an der Filmakademie Wien studiert. Seit 2003 ist sie als Kamerafrau für zahlreiche preisgekrönte Dokumentarfilme und Spielfilme tätig.

 

 

Lin Hierse hat Asienwissenschaften und Stadtforschung studiert und arbeitet als Journalistin und Autorin. Sie ist Redakteurin der taz am wochenende. Alle 14 Tage erscheint ihre Kolumne „poetical correctness“ in der taz.

 

 

 

 

 

Veranstalter: Konfuzius-Institut Heidelberg in Kooperation mit Konfuzius-Institut Freiburg

 

Reihe: So klingt China