TRANSLASIEN Ein Begegnungs- und Produktionsraum für Übersetzer:innen aus süd- und ostasiatischen Sprachen

Kooperationspartner:

Gefördert von:

Ein Projekt des NEUSTART KULTUR Förderprogramms des Deutschen Übersetzerfonds (Laufzeit: 6/2021-9/2022)

Hintergrund

Während der Covid-19-Pandemie rief die Bundesregierung das Förderprogramm NEUSTART KULTUR ins Leben, ein substanziell finanziertes Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich, um Investitionen und Projekte verschiedener Kultursparten zu fördern. Die NEUSTART KULTUR-Programme des Deutschen Übersetzerfonds haben zum Ziel, neue Impulse für die Übersetzungskultur zu setzen. Mit insgesamt 10,4 Mio Euro aus dem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien initiierten Hilfspaket werden hier Projekte gefördert, in deren Zentrum Übersetzer:innen und die Entfaltung ihrer künstlerischen Produktivität stehen. Der Projektfonds unterstützt neue Angebote von Kultureinrichtungen und Initiativen der freien Szene, die sich dem literarischen Übersetzen und seinen Protagonist:innen widmen. Förderziele sind die Etablierung, Sichtbarmachung und Vermittlung von literarischer Übersetzung im kulturellen Leben; die Unterstützung von in diesem Feld tätigen Initiator:innen, Veranstalter:innen und Institutionen sowie von Akteur:innen im Bereich der kulturellen Bildung. Mithilfe des Projektfonds sollen coronabedingten Einnahmeeinbußen und Existenzgefährdungen der Akteur:innen im Bereich Literaturübersetzung aufgefangen sowie die Entwicklung und Bereitstellung von digitaler Infrastruktur für kulturelle Zwecke angeregt werden. Das Projekt „TRANSLASIEN: Ein Begegnungs- und Produktionsraum für Übersetzer:innen aus süd- und ostasiatischen Sprachen“ ist eines der geförderten Projekte.

Das Projekt TRANSLASIEN

Die literarische Produktion süd- und ostasiatischer Länder ist umfangreich, vielfältig und von sprachlichem Reichtum geprägt. Dennoch wird sie auf dem internationalen Buchmarkt kaum wahrgenommen, aufgrund fehlender Übersetzungen ist sie außerhalb von Expert:innenkreisen wenig bekannt. Dem Missverhältnis zwischen einer immensen literarischen Produktion auf der einen und der geringen Zahl an Übersetzungen auf der anderen Seite versucht das Projekt TRANSLASIEN entgegenzuwirken.

Mit der Schaffung eines Begegnungs- und Produktionsraums wird im Projekt unübersetzte Literatur aus süd- und ostasiatischen Ländern außerhalb des eigenen Kultur- und Sprachraums sichtbar gemacht, und den Autor:innen und Produktionsländern den Zugang zur internationalen Anerkennung ermöglicht. TRANSLASIEN spricht somit diejenigen an, die sich auf wissenschaftlicher Ebene mit der Literatur sogenannter Nischensprachen beschäftigen, und darüber hinaus die „cultural broker“ aus der Praxis, allen voran Übersetzer:innen, die Literaturen aus süd- und ostasiatischen Ländern durch ihre Arbeit lesbar machen.

TRANSLASIEN und CATS

TRANSLASIEN ist an einem der größten Asienzentren Deutschlands angesiedelt, dem Centrum für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (CATS) der Universität Heidelberg. Das CATS betreibt Asienstudien im globalen Kontext, denkt somit in asienübergreifenden Kontexten und arbeitet dabei interdisziplinär und praxisbezogen. Es umfasst Institute der Ethnologie, der Süd-, Südost- und Ostasienwissenschaften und deckt mit insgesamt 22 Lehrstühlen unterschiedlicher Ausrichtung ein weites Spektrum an Forschungsthemen ab.

Auch die umfangreiche Sprachausbildung bietet in seiner Breite ein bundesweit einzigartiges Angebot an. Hierzu gehört das grundlegende und weiterführende Erlernen von Sprachen wie Hindi, Urdu, Bengali, Tamil, Tibetisch, Sanskrit, Singhalesisch, Chinesisch (Mandarin, Taiwanesisch, Kantonesisch) und Japanisch. In kleinerem Umfang werden projektbezogen die Sprachen Dari, Nepali, Pali, Pashtu und Koreanisch sowie Bahasa Indonesia / Indonesisch und Thai gelehrt.

Begegnungs- und Produktionsraum TRANSLASIEN

Als interkulturelle Expert:innen, als Sprach- und Interpretationskünstler:innen ebnen Übersetzer:innen aus diesen sogenannten „Nischensprachen“ Geschichten, Gedichten und Texten den Weg zu den Buchmärkten anderer Länder und verhelfen diesen im besten Fall zu internationaler Bekanntheit und Anerkennung. Da die Stimmen der Übersetzer:innen innerhalb der polyphonen Welt der Literatur meist unerkannt bleiben, bietet ihnen das Projekt TRANSLASIEN eine Bühne und einen Austauschraum, um ihre Arbeit öffentlich zu präsentieren.

Zum zweiten vernetzen sie sich in den „Literatur-Transfer-Kollaboratorien“ (LiTraKo) untereinander sowie mit denjenigen Wissenschaftler:innen des CATS, die sich mit denselben geographischen und sprachlichen Räumen beschäftigen. Der gegenseitige Austausch der Expertisen von Wissenschaftler:innen und Übersetzer:innen erfolgt in drei voneinander abgegrenzten Themenbereichen, nämlich (a) Science-Fiction Literatur, (b) Kinder- und Jugendliteratur, (c) Buddhismus in der/und Literatur. Darüber hinaus bieten Kurzzeit-Stipendien Übersetzer:innen aus süd- und ostasiatischen Sprachen die Möglichkeit, ein ausgewähltes Übersetzungsprojekt in Heidelberg zu verfolgen.

Das TRANSLASIEN Stipendienprogramm

Das TRANSLASIEN Stipendienprogramm fördert insgesamt elf Übersetzungen aus fünf unterschiedlichen süd- und ostasiatischen Sprachen, die im CATS vertreten sind: Chinesisch, Japanisch, Dari, Urdu und Hindi. Die Ergebnisse werden in Ausschnitten in öffentlichen Lesungen und auf der TRANSLASIEN-Webseite veröffentlicht.