Alle vorgestellten Bücher finden Sie ebenfalls in unserer Bibliothek.

Für Fragen und Anregungen zu unserer Bibliothek stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Schreiben Sie uns eine Mail.

Titel: „New York Ghost”, CulturBooks Verlag, 2021;

Originaltitel: „Severance”, 2018.

Autorin: Ling MA

► Worum geht’s?
Eine mysteriöse Krankheit verteilt sich von China aus über die globalen Lieferketten in die ganze Welt. Die Erzählerin Candace Chen erlebt, wie ihr routiniertes Leben in einem New Yorker Verlagsbüro langsam vom Rande zerfasert. Die Pandemie kommt immer näher, bis die Stadt fast menschenleer ist und Candace als einzige im Büro die Stellung hält. Endlich fasst sie den Entschluss, mit einer kleinen Gruppe Überlebender einen sicheren Ort aufzusuchen.

► Was macht das Buch besonders?
In ihrem Debüt „New York Ghost“ verbindet die amerikanische Autorin Ling Ma eine apokalyptische Geschichte mit der kritischen Bestandsaufnahme moderner Arbeitsverhältnisse und Migrationserfahrungen. Dieses zu Recht hochgelobte Buch bietet viel Stoff, der zum Nachdenken anregt.

Titel: Mulan: Verliebt in Shanghai, dtv, 2016

Autorin: Susanne Hornfeck

► Worum geht’s?
Die fünfzehnjährige Mulan Meinhard hat keine Lust mehr auf den Chinesischunterricht am Wochenende und wäre viel lieber ein ganz normales deutsches Mädchen. Aber als sie für drei Monate Shanghai besucht und ihre dortigen Verwandten kennenlernt, weckt das ihr Interesse an diesem bisher so fremden Land. Und eines Abends trifft Mulan in einer Bar auch noch jemanden, für den es sich lohnt, die Sprache richtig zu lernen…

► Was macht das Buch besonders?
In diesem kurzweiligen Jugendbuch ist Shanghai ein Ort der Begegnung: Die deutsch-chinesische Mulan stellt sich ihrer Herkunft und findet andere, die wie sie zwischen den Welten leben. In Gesprächen mit ihrer Großmutter und Streifzügen durch die Stadt lernt sie auch die Geschichte Chinas kennen. Am Ende ihres Aufenthalts sieht Mulan sich und ihre Familie mit ganz anderen Augen.

Titel: KI 2042, Campus Verlag, 2022

Autoren: Lee Kai-Fu & Qiufan Chen

► Das Wirtschaftsbuch des Jahres 2022

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse wurde den beiden Autoren des Buches „KI 2042″, Lee Kai-Fu und Chen Qiufan, der Preis für das beste Wirtschaftsbuch des Jahres verliehen. Die aus hochrangigen Vertretern der Wirtschaft und Industrie bestehende Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Es ist so sehr nach vorne gerichtet wie keines der anderen Bücher“.

► Die Siliziuminsel
Auch wir haben bereits ein Werk des mehrfach ausgezeichneten Sci-Fi Autoren vorgestellt. In einer Online-Lesung mit anschließendem Gespräch besprach die Asienwissenschaftlerin und Sci-Fi Expertin Dr. Frederike Schneider-Vielsäcker zusammen mit der Forscherin und Übersetzerin Dr. Chiara Cigarini Chen Qiufans Debütroman „Die Siliziuminsel”. Die Aufzeichung der Veranstaltung findet in unserer BIO.

Titel: Als die Karpfen fliegen lernten, Hansa Berlin, 2015

Autorin: Xifan YANG

► Worum geht’s?
Die in China geborene und in Deutschland aufgewachsene Journalistin Xifan Yang blickt anhand ihrer eigenen Familiengeschichte nicht nur zurück auf die letzten 80 Jahre in China zwischen Republik, japanischer Besetzung und Volksrepublik. Sie erzählt auch von den Träumen ihrer Eltern, es während der turbulenten 80er Jahre im Westen besser zu haben, vom Ankommen und vom Finden der eigenen Identität zwischen dem Alltag in Deutschland und den Sommerferien in einem China, das sich vor den Augen der Autorin rasend schnell verändert.

► Was macht das Buch besonders?
Viele Familienmitglieder kommen in diesem Buch zu Wort, ebenso werden Dokumente aus der Kulturrevolution herangezogen. Im Grunde handelt es sich aber um eine Hommage an den Großvater, der immer irgendwie aneckte, obwohl er doch eigentlich nur auf der Bühne stehen und singen wollte. Aus diesen Einzelschicksalen ergibt sich eine sehr persönliche Sicht auf die großen politischen Entwicklungen des 20. und 21. Jahrhunderts.

Titel: Zerbrochene Sterne

Originaltitel: Broken Stars

Herausgeber: Ken LIU, Heyne, 2019

► Worum geht’s?
In wohl kaum einem anderen Genre haben chinesische Autor:innen in den letzten Jahren so viel internationales Aufsehen erregt wie in der Science-Fiction-Literatur. Liu Cixins „Die wandernde Erde“ hat es sogar bis zur Netflix-Adaption geschafft. Als guter Einstieg für Neugierige bietet sich die vom profilierten Kenner und Übersetzer Ken Liu herausgegebene Sammlung „Zerbrochene Sterne“ an, die 16 Erzählungen verschiedener namhafter Autor:innen vereint. Sie bieten ein breites Panorama der philosophischen, psychologischen und politischen Themen, die in den Zukunftsvisionen der beteiligten Autor:innen verhandelt werden.

► Was macht das Buch besonders?
Die kurzen Biographien zu jede:r Autor:in sowie drei Essays zur Science-Fiction-Literatur in China enthalten neben Hintergrundinformationen auch zahlreiche weitere Lesehinweise, damit jede:r Interessierte sich besser in diesem Genre orientieren kann, das zunehmend auch auf dem deutschen Buchmarkt Fuß fasst.

Titel: 100 Karten über China

Autoren: Merle Schatz & Thorben Pelzer

► Worum geht’s?
Der Name ist Programm: In einhundert Karten bildet das Buch alle möglichen Facetten Chinas ab: Welche Getreideart wird in den einzelnen Provinzen am meisten angebaut? Wie viele KFC-Filialen gibt es in China? Welche Sprachfamilien dominieren wo?

► Was macht das Buch besonders?
Informativ, spannend und zugänglich laden die schön designten Karten und Grafiken zum Schmökern ein und zeigen, wie groß und vielfältig China ist. Mit 100 Karten über China lernen Sie das Land aus ganz neuen Blickwinkeln kennen!

Titel: Geschichte der chinesischen Philosophie, C.H. Beck, 2001

Autor: Wolfgang Bauer

► Worum geht’s?
Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus: In China wurden große Philosophietraditionen (weiter)entwickelt, die bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben. Viele grundlegenden Texte liegen inzwischen in deutscher Übersetzung vor, stellen aber in ihrer Komplexität oft eine Herausforderung dar. In diesem Übersichtswerk stellt der Sinologe Wolfgang Bauer (1930-1997) alle wichtigen Denker vor und bettet sie in ihren geistesgeschichtlichen Kontext ein, von Konfuzius über Zhu Xi bis hin zu Kang Youwei.

► Was macht das Buch besonders?
Auf 300 Seiten findet sich hier die wohl fundierteste und zugänglichste Geschichte der chinesischen Philosophie in deutscher Sprache. Sie deckt von den Ursprüngen im ersten Jahrtausend vor Christus bis zum Ende des Kaiserreichs um 1900 alle großen Entwicklungen ab und bezieht auch das für China so wichtige buddhistische Denken mit ein. Das Buch eignet sich somit ideal für den Einstieg in diese spannende Welt, oder als Begleiter bei der eigenen Lektüre der großen Klassiker, die wir übrigens auch in mehreren deutschen Übersetzungen im Bestand haben.

Titel: Yaotaos Zeichen, Kunstanstifter, 2017

Autorin: Yi Meng WU

► Worum geht’s?
Auf dem Dachboden ihrer Großeltern in Lyon findet Lucie einen alten Koffer. Als sie ihn öffnet, kommen ihr fremde Zeichen entgegengeflogen. Es sind chinesische Schriftzeichen, und sie erzählen Lucie ihre Familiengeschichte: Ihr Urgroßvater Yaotao reiste 1930 von Shanghai nach Lyon, um sich ein neues Leben aufzubauen.
Inspiriert von den Geschichten chinesischer Immigranten, die in den 1930er Jahren nach Frankreich kamen, erzählt Yi Meng Wu in aufwändigen Collagen vom Leben und Aufwachsen zwischen den Kulturen. Neben der chinesischen Übersetzung der Bildergeschichte finden Sie bei uns auch das zugehörige „Reisebuch“, das eigens für Kinder entwickelt wurde, die Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache lernen.

Titel: The Way Spring Arrives and Other Stories, Tordotcom Publishing, 2022

Herausgeberinnen: Yu CHEN & Kanyu WANG

► Worum geht’s?
Die Kurzgeschichten in dieser Sammlung decken ein sehr breites Spektrum zeitgenössischer chinesischer Erzählungen ab. Mal wetteifert ein holografisches mit einem echten Baby um die Gunst des Vaters, mal verschlägt es zeitreisende Essenslieferant:innen in die Ming-Dynastie. Es gibt Antworten auf die Frage, wer den Frühling herbeiführt, wie Sterne großgezogen werden und wie die übernatürliche Prüfung eines Fuchsgeistes abläuft. Von Fantasy bis Science-Fiction loten alle Beiträge Szenarien am Rande von oder außerhalb unserer Realität aus. Dabei sind sie oft tief in der chinesischen Erzähltradition verankert.

► Was macht das Buch besonders?
Zusammengestellt von einem Team weiblicher und nicht-binärer Autor:innen, handelt es sich bei diesem Sammelband um den Versuch, der Dominanz männlicher Autoren in der chinesischen Science-Fiction-Literatur etwas entgegenzusetzen. Alle Geschichten erscheinen zum ersten Mal in englischer Sprache, und zusätzlich reflektieren fünf kurze Essays über die Themen Gender in der modernen chinesischen Literatur sowie die Herausforderungen literarischer Übersetzung. Der ideale Einstieg für alle, die sich für Fantasy und Science-Fiction etwas abseits des Mainstreams interessieren.

Titel: Radical: A Life of my Own, Chatto & Windus, 2023

Autorin: Xiaolu GUO

► Worum geht’s?
Als Xiaolu Guo nach New York reist, um eine einjährige Gastprofessur anzutreten, stürzt sie in eine Krise. Die Auseinandersetzung mit der neuen Umgebung und die Trennung von Kind und Partner, die in London geblieben sind, geben den Anstoß, ihre Gefühle des Dazwischen-Seins niederzuschreiben. Das Ergebnis: ein poetisch-provokatives Lexikon der Begegnungen, Trennungen, des Aushaltens und der Unbeständigkeit, geordnet nach sogenannten „Radikalen“, d.h. den Bestandteilen chinesischer Schriftzeichen, die diese in ein Ordnungssystem bringen.

► Was macht das Buch besonders?

In ihren Einträgen verbindet Xiaolu Guo ihre Gedanken prägnant und lakonisch mit chinesischer, europäischer und amerikanischer Philosophie, Literatur, Geschichte, Musik und Kunst. Wer also wissen möchte, wie man Du Fu, Zhuangzi, Michel Foucault, Virginia Woolf, Allen Ginsberg und Beethoven (um nur einige zu nennen) in einem Lexikon in Verbindung miteinander bringen kann, sollte Radical – A Life of My Own unbedingt lesen!

► Eine chinesisch-britische Autorin

Xiaolu Guo ist eine der profiliertesten chinesisch-britischen Autor:innen. Sie studierte Film an der Beijing Film Academy und an der National Film & Television School in Großbritannien. In ihren oft autobiografisch gefärbten Werken setzt sie sich mit den Themen Identität, Sprache und Liebe auseinander, so auch in Radical – A Life of my Own.

Titel: Schlafender Lotos, trunkenes Huhn – Kulturgeschichte der chinesischen Küche, C.H. Beck, 2010

Autor: Thomas Höllmann

► Worum geht’s?

Seit einigen Jahrzehnten erfreut sich die chinesische Küche auch im Ausland sehr großer Beliebtheit und gilt manchen gar als die beste der Welt. Mit einer regionalen Vielfältigkeit, die der Größe Chinas entspricht, ist für jeden etwas dabei. Der Münchner Sinologe Thomas Höllmann legt in diesem Buch eine umfassende Kulturgeschichte des Essens und Trinkens in China vor und animiert seine Leser:innen durch einsteigerfreundliche Rezepte zum Nachkochen.

► Was macht das Buch besonders?

Dass in China viel Reis gegessen wird, überrascht sicher niemanden. Aber welche Sorte? Wie wird der Reis zubereitet? Und mit welcher ausgeklügelten Terminologie bezeichnet man alle Arten und Zubereitungsschritte? Thomas Höllmann bietet von Glossaren über historische Einkaufspreise bis hin zu rituellen Bedeutungen einzelner Speisen eine große Bandbreite an Informationen, die unterstreichen, welch zentrale Rolle das Essen in der chinesischen Kultur bis heute spielt. Und wer gar nicht so tief eintauchen will, kann sich immer noch an die Rezepte halten.

► Habt ihr Lust, reinzuschnuppern?

Alles über unsere Bibliothek und weitere Buchvorstellungen findet ihr in unserer BIO.

Titel: Musiker und Musikerinnen im Shanghaier Exil (1938-1949), Von Bockel Verlag, 2022.

Autor: Sophie Fetthauer

► Worum geht’s?
Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ist Shanghai einer der wenigen Orte, der jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland und Österreich noch offensteht. Knapp 20.000 Menschen nehmen die lange Reise in das ferne Land auf sich, darunter etwa 450 Musiker:innen. In der kosmopolitischen Stadt mit ihrem sogenannten “International Settlement” eröffnen sich für die Musiker:innen Arbeitsmöglichkeiten in Vergnügungslokalen oder im Orchester, wofür sie sich jedoch ein neues Repertoire aneignen müssen.
► Was macht das Buch besonders?
Die umfangreiche Studie beschäftigt sich mit einem kaum bekannten Kapitel der deutschen Geschichte. Sie berichtet detailreich von den Ausreiseformalitäten und den schwierigen Lebensbedingungen der Exilmusiker:innen in Shanghai und öffnet gleichzeitig den Blick auf die damalige Shanghaier Musikszene.

 

Titel: Die Siliziuminsel, Heyne, 2019.

Autor: Chen Qiufan

► Worum geht’s?
Eine Insel im Süden Chinas ist in der nahen Zukunft zum Zentrum der Elektroschrottverwertung geworden. Die Arbeiter leben in elenden Hütten und versinken buchstäblich in dem giftigen Müll, der ihnen den Lebensunterhalt sichert, während einige mächtige Familien und Lokalpolitiker gute Geschäfte mit den wertvollen Rohstoffen machen. Das Interesse einer amerikanischen Firma, vor Ort eine moderne Recyclingfabrik zu errichten, droht indes, das bestehende Machtgefüge aus dem Gleichgewicht zu bringen.
► Was macht das Buch besonders?
Wanderarbeiter, Ausbeutung, der Kampf um Rohstoffe, internationale Müllverarbeitung—in seinem Debütroman verwebt Qiufan Chen gekonnt bekannte globale Problematiken mit einer transhumanistischen Dystopie zu einem spannenden, temporeichen Thriller. Und über allem schwebt die Frage, ob Technologie die Zukunft oder das Ende der Menschheit ist.