Chinesischer Scherenschnitt

Workshop: Chinesischer Scherenschnitt:

Termin: April 2011
Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg, Speyerer Straße 6, 69115 Heidelberg

Nicht nur die Erfindung des Papiers, sondern auch eine seiner schönsten künstlerischen Gestaltungsformen, der chinesische Scherenschnitt, ist traditioneller Bestandteil der chinesischen Kultur. Die Motive und Variationsformen des Scherenschnitts sind so zahlreich wie die Symbol- und Legendenlandschaft Chinas und so facettenreich wie die Fantasie des Künstlers. Denn das ist der chinesische Scherenschnitt wirklich: Eine filigrane, anmutige Kunst. Das Erlernen dieser Kunst ist keinesfalls so schwer, wie die feinen Schnitte es vielleicht vermuten lassen. Technik, aber natürlich auch ein wenig Ausdauer und Geduld führen selbst den Laien zu vorzeigbaren Ergebnissen. Traditionell werden Scherenschnitte zum chinesischen Frühlingsfest verschenkt oder Türen und Fenster damit geschmückt. Sie eignen sich aber auch jederzeit als Zierde auf Glückwunschkarten und Geschenken oder als Tür oder Fensterschmuck. Passend zur Osterzeit und dem Jahr des Hasen stehen natürlich auch Hasenmotive auf dem Programm.

Kursleitung: Miao Haili

Frau Miao Haili stammt aus Peking und ist seit Oktober 2010 als Sprachlehrerin am Konfuzius-Institut Heidelberg tätig. 1982 schloss Miao Haili ihr Studium der Sinologie und Literaturwissenschaft an der renommierten Pekinger Hochschule, der Shifan Daxue, ab. Anschließend war sie als Sprachlehrerin und Schulleiterin tätig und verfügt über langjährige Unterrichtserfahrung. Privat interessiert sich Frau Miao vor allem für traditionelle chinesische Kunst und Kultur, insbesondere für Kalligrafie, Malerei und natürlich Scherenschnitt. In ihren Kursen möchte Frau Miao nicht nur die Technik, sondern auch ihre Begeisterung für die Kunst des chinesischen Scherenschnitts an die Teilnehmer weitergeben.

Vortrag Prof. Rudolf Wagner

Vortrag: Professor Rudolf Wagner:

Konfuzius, Ein Bild das nicht zur Ruhe kommt.

 

Termin: Mittwoch, 6. April 2011
Ort:  Konfuzius-Institut Heidelberg, Speyerer Straße 6, 69115 Heidelberg

Konfuzius faszinierte seine Schüler, auch wenn ihnen klar war, dass sie nicht alles verstanden und ihnen vieles gar nicht erst vermittelt wurde. Für die Spätergeborenen waren er und seine Schule das ewig beneidete Vorbild, dem man gleichzukommen trachtete. Andere meinten, dass schon zwei Generationen nach seinem Tode selbst die Umrisse seiner Einsichten nicht mehr verstanden wurden. Als dann die Beamtenklasse des neuen Kaiserstaates ihn zum Ahnherrn erkor, stieg der Druck, seine “Lehren” in einen Katechismus zu verwandeln und ihn selbst in ein übermenschliches Standbild. Im Westen wird Konfuzius als “der Philosoph der Chinesen” gefeiert. Nach Ende des Kaiserreiches wird er erst für dessen Auswüchse verunglimpft, obwohl er es nie gesehen hatte, und erlebt in unseren Tagen eine offizielle Auferstehung als Prediger für soziale Ruhe, Ordnung, und Unterordnung. Der Vortrag wird die Herausforderung beleuchten, die diese Figur schon für seine Schüler darstellte und verfolgen, wie sich jede neue Generation ihren eigenen Konfuzius schafft. Einen weiteren Bericht über den Vortrag von Prof. Wagner finden Sie bei SHAN e.V., dem Alumni-Verein der Heidelberger.
Prof. Dr. Rudolf G. Wagner ist einer der bekanntesten deutschen Sinologen. Er studierte Sinologie, Japanologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Bonn, Heidelberg, Paris und München und war danach in seiner langjährigen Laufbahn unter anderem in Harvard, Berkeley, Berlin und Heidelberg tätig. Nachdem er an der Freien Universität Berlin habilitiert wurde, übernahm er 1987 den Lehrstuhl für Sinologie in Heidelberg und ist seit 2009 hier Seniorprofessor. 1993 erhielt Prof. Wagner den hochdotierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis und übernahm zahlreiche Gastprofessuren unter anderem in Harvard und Shanghai. Außerdem war er Präsident der European Association of Chinese Studies. Seit 2007 ist Prof. Wagner Co-Director des Cluster of Excellence „Asia and Europe in a Global Context” in Heidelberg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen zum Beispiel die Schriften des Philosophen Wang Bi, die Bewegung der Taiping oder die Shanghaier Tageszeitung Shenbao. Außerdem gehören natürlich auch chinesische Philosophie und Geistesgeschichte sowie chinesische Literatur und ihre Verflechtungen mit der Politik zu seinem Forschungsfeld.

Zur Konfuzius-Reihe:

Konfuzius-Institute sind nach dem vermutlich bekanntesten Philosophen und Lehrmeister der chinesischen Geschichte benannt. Über Konfuzius und seine Lehren wurde viel gesprochen und geschrieben. Aber was hat Konfuzius denn nun wirklich „gesagt“ und was davon hat vielleicht heute noch Gültigkeit? Das Konfuzius-Institut Heidelberg lädt Experten aus verschiedenen Bereichen der Sinologie ein, um Ihnen ein fundiertes, facettenreiches und detailliertes Bild des chinesischen Philosophen, sowie des Konfuzianismus zu zeichnen.

Prof. Barbara Mittler: Immer noch Konfuzius?

Prof. Thomas Fröhlich: Chinas Moderne aus Konfuziuanischer Sicht

Prof. Hans van Ess: Konfuzius heute