Vortrag: “Absent Presences: Death of a Father” mit Barbara Mittler und Sumathi Ramaswamy

Der Vortrag “Absent Presences: Death of a Father” bildete den Abschluss der Vortragsreihe “No Parallel? The Fatherly Bodies of Gandhi and Mao”, die eine vergleichende Untersuchung der Begräbnisse von Gandhi und Mao und deren posthumen Vermögen ihrer väterlichen Körper ist. Im Fall des Mahatmas verdampft der ermordete Körper wortwörtlich als er am 31. Januar 1948 eingeäschert wurde, während das Geschehen an sich in atemberaubenden Fotografien verewigt wurde. Auch Mao wollte eingeäschert werden und wünschte sich, dass seine Asche den Boden seines geliebten Landes “düngt”. Entgegen diesen Wünschen wurde sein Körper einbalsamiert und seit 1976 in einer der größten Gedenkstätten auf dem Tian’anmen-Platz in Peking ausgestellt. Mao ist der Mittelpunkt eines Personenkults, der ihn zu einem Art Gott aufsteigen lässt.

Framing Europe – eine Analyse von Europa Beiträgen in den sozialen Medien Chinas

Referentin: Zhu Yi, M.A. (Universität Heidelberg)
Termin: 29.05.2019, 18.15h
Ort: CATS 010.00.06 (Voßstrasse 2)

Warum weint Angela Merkel in chinesischen sozialen Medien, warum wird sie als „Weiße Linke“ und „Heilige Mutter“ beschrieben? Warum glauben viele Chinesen, dass „Europa mit 230% Geschwindigkeit“ islamisiert, während andere vom „Goldenen Pass“ und Europa als Wahlheimat träumen?
Weltweit spielen soziale Medien eine zentrale Rolle bei der Informationsverbreitung und Formierung der öffentlichen Meinung, so auch in China. Mehr als 80% der chinesischen Internetnutzer konsumieren Nachrichten, die über soziale Medien verbreitet werden. Die App WeChat hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2018 über eine Milliarde aktive Nutzer. Neben normalen Nutzerkonten bietet WeChat sogenannte öffentliche Konten (公众号) für Medien, Unternehmen, Behörden und Personen, die „Self-Media“ (自媒体) betreiben und hart um Aufmerksamkeit des breiten Publikums kämpfen.
In Zusammenarbeit mit dem WeChatScope-Projekt an der Universität Hongkong hat Zhu Yi, Mitarbeiterin am Heidelberger Institut für Sinologie, über 11.000 Artikel mit Europa als Themenschwerpunkt analysiert, die im Jahr 2018 von öffentlichen Konten bei WeChat produziert wurden. Der Vortrag stellte ein paar signifikante Narrative der Europa-Perzeption in China vor, mit Fallbeispielen, die zeigen, wie Desinformationen internationale Beziehungen beeinträchtigen können.

Vortrag:”Sovereign Performance: Toward an Aesthetic of the Ambulatory and the Aquatic” mit Barbara Mittler und Sumathi Ramaswamy

Am 23. Mai 2019 fand ein Vortrag mit Barbara Mittler und Sumathi Ramaswamy im Völkerkundemuseum statt.

In diesem Vortrag wurden singuläre Ereignisse in den Lebensgeschichten von Gandhi und Mao dargestellt, in denen sie ihren Körper in Form einer performativen Politik wirksam einsetzten. In Gandhis Fall haben wir den berühmten Salzmarsch im Jahr 1930 ausgewählt, als der leicht-gekleidete Mahatma mehr als 200 Meilen von Sabarmati nach Dandi ging, um eine Handvoll Salz am Meer herzustellen, mit dem er die Legitimität der britischen Herrschaft in Frage stellte. Der Marsch machte, mehr als jedes andere Ereignis, Gandhis nackten und beweglichen Körper global sichtbar und zog eine Menge Journalisten an den Ort des Geschehen.
Eines der bedeutendsten Ereignisse, die die Art der Körperpolitik der maoistischen Ära zeigt, ist das berühmte Schwimmen des Vorsitzenden im Fluss Yangzi am 16. Juli 1966. Das Ereignis markierte Maos Rückkehr an die Macht. Es diente dazu, die Eignung und die Fähigkeit Maos zu demonstrieren, seine Führung fortsetzen zu können. Diesem Ereignis wurde seitdem jedes Jahr in Wuhan und anderswo im Land mit zehntausenden Menschen gedacht, welche ihre Hingabe an den Vorsitzenden zum Ausdruck brachten.

Historisch und kulturell berühmte Städte: Die Rolle des Denkmalschutzes für die chinesische Stadtentwicklung

Am 23. Mai 2019 fand ein Vortrag über die Rolle des Denkmalschutzes für die chinesische Stadtentwicklung statt.

Das Konzept der „Historisch und kulturell berühmten Städte“ verfolgt die Etablierung von Denkmalschutz als Teil einer integrierten Stadtentwicklung. Die Konservierung der historischen Wasserstadt Tongli in der Provinz Jiangsu sowie die Erhaltung des nun als „Tianzifang“ bekannten Viertels der ehemaligen Französischen Konzession in Shanghai stehen beispielhaft für diese Entwicklung. Tonglis charakteristische Altstadt ist von Wasserkanälen durchzogen und weist einen großen Bestand erhaltener Ming- und Qing-zeitlicher Wohngebäude auf. Seine Entwicklungsstrategie sieht die Erhaltung der Wohnfunktion bei einer gleichzeitigen Förderung von Kulturtourismus vor. Tianzifang ist die Bezeichnung für einen Gebäudeblock aus ehemaligen Fabrikgebäuden und Lilong-Wohnhäusern. Entgegen ursprünglicher Abrisspläne konnte sich Tianzifang, unterstützt durch das Unterbezirksbüro, zu einem bekannten Künstler- und Einkaufsviertel entwickeln.
Nach einem Bachelor in Ostasienwissenschaften und Economics schloss Fabienne Wallenwein 2014 ihr Masterstudium in den Chinese Studies an der Universität Heidelberg ab, bevor sie Ihre Promotion zum Thema “Urban Heritage Conservation in China: Residential Areas in the ‘Historically and Culturally Famous Cities’ Conservation System based on three Case Studies” begann. Diese reichte sie 2019 bei Prof. Dr. Gotelind Müller-Saini ein und ist nun Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sinologie.

 

Projekttag China am Helmholtz Gymnasium Heidelberg am 21.05.2019

Am 21.05.2019 veranstaltete das Konfuzius-Institut-Heidelberg am Helmholtz Gymnasium Heidelberg für die Schüler, die bereits die Abiturprüfungen abgelegt hatten, einen Projekttag zum Thema China. Es wurden drei Themenbereiche vorgestellt: Chinas Geschichte und Geografie, Chinas Kultur, Religion und Musik, sowie Chinas Sprache und Schrift. In knappen viereinhalb Stunden erhielten die Schüler einen kurzen und generellen, aber doch umfassenden Eindruck.

Zunächst stellte Mathias Langfeld den Schülern Chinas Geschichte und Geografie vor. Nachdem er mit den Schülern kurz ihren bisherigen Eindruck von China und ihre Erfahrungen diskutiert hatte, begann er mit Chinas geografischer Lage, erklärte Chinas Klima, seine administrative Einteilung, seine Bevölkerungsverteilung, Chinas Minderheiten und vieles mehr. Der Geschichtsteil spannte einen Bogen von Chinas frühste Geschichte und reichte bis zur „Reform und Öffnungspolitik“ in den 80ger Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Mathias veranschaulicht den Schülern die Verteilung von Chinas Millionenstädten

Anschließend stellte Anne Joksch den Schülern Chinas Kultur, Religion und Musik vor. Nach einer einführenden Erklärung von Chinas traditionellen Festen, Chinas Alltagsreligion und Instrumenten der Volksmusik, konnten die Schüler selbst versuchen chinesischen Squaredance zu tanzen, was sich als herausfordernd darstellte. Abschließend stellte Anne Joksch die bekannte Peking Oper und die ältere, feinere Kunqu-Oper vor.

Zum Schluss brachten Anne Joksch und Yanyao Zhang den Schülern noch Chinas Sprache und Schrift näher, stellten die Entwicklung der Schriftzeichen und Chinas Kalligraphie vor und übten vor allem die vier chinesischen Töne, einen kurzen Begrüßungsdialog und das Zählen auf Chinesisch. Nach einem lustigen Übungsspiel mit den Zahlen, konnten die Schüler sich selbst daran wagen die gerade gelernten Wörter mit Pinsel zu schreiben und ihre Ergebnisse miteinander vergleichen.

Eine Schülerin übt das Zeichen für „Glück (福)“

Alle waren mit diesem Projekttag sehr zufrieden, vor allem der Übungsteil der Schrift und Sprache fand großen Zuspruch und alle erwarten gespannt eine weitere Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut.

Die Freude der Fische – Ein Lesekonzert mit dem Trio Zhuangzi

Schon einige Male begeisterten sie als „Duo Dong Dix“ im Chinesischen Garten. Nun erfuhren Ya Dong (Pipa) und Wolfram Dix (Percussion) durch die Rezitation von Viktor Kalinke eine bereichernde literarische Ergänzung: „Zhuangzi”, so der Titel von Kalinkes neuester Übersetzung, wird in Auszügen und mit musikalischer Begleitung vorgetragen. Seit den 1980er Jahren befasst sich Kalinke mit dem Daoismus und auch mit „Zhuangzi“ wird es philosophisch: Zhuangzi, der Legende nach ein begnadeter Gärtner und Wortkünstler, entdeckt Zusammenhänge, die selbst die größten Gelehrten seiner Zeit nicht zu erkennen vermochten. Das Geheimnis der glücklichen Fische jedenfalls wurde an diesem Abend gelüftet.

Chinesische Musik komponieren und verstehen: Karsten Gundermann im Gespräch mit Hannes Jedeck

Vortrag: “Producing Charisma: Clothing and Unclothing the Fatherly Body” mit Barbara Mittler und Sumathi Ramaswamy

Am 15. Mai 2019 fand ein Vortrag mit Barbara Mittler und Sumathi Ramaswamy im Völkerkundemuseum statt.

Der Fokus des Vortrags lag auf der ästhetischen Stellung des (Ent- oder An-) kleidens des männlichen Körpers. Wir zeigten, wie das Ankleiden (im Fall von Mao) und das Entkleiden (im Fall von Gandhi) als symbolisches und moralisches Mittel oder auch Charisma der Männer genutzt wird.
Während er seinen Körper entblößte, erlangte Gandhi weltweite Bekanntheit als “halbnackter Fakir”. Dies ermöglichte ihm, seinen Status als Mahatma zu festigten. Die Künstler seiner Zeit und die Zukünftigen begannen begeistert, die Ästhetik der Askese um ihn zu entwickeln.
Wir argumentieren, dass Gandhis ausgemergelter Körper scheinbar den dominanten kolonialen Stereotyp einer ausgehungerten indischen Nation bestätigt, während Maos wohlgenährter Körper die Vorstellungen von “dem kranken Mann Asiens” zeigt.

Chinacool: Die neokonfuzianische Lehre von Zhuxi

Am 9. Mai 2019 brachte uns der Referent Miao Yi die neokonfuzianische Lhere von Zhuxi näher bei.

Der Konfuzianismus ist eine wichtige Ideologie in der Geschichte der chinesischen Philosophie, die sich mit der Entwicklung der chinesischen Geschichte ständig weiterentwickelt und erneuert hat. Von der Song-Dynastie bis zur Ming-Dynastie stützte sich der Konfuzianismus auf den Taoismus und den Buddhismus und entwickelte den Neokonfuzianismus. Der große Meister, Zhu Xi, brachte viele berühmte Lehren vor. Was ist das “Gewuzhizhi” und “Tiandao” von Zhu Xi? Was haben sie miteinander zu tun? Die Antwort fanden wir bei Chinacool Mai!

主题:朱熹:格物致知和天道
主讲人:缪毅
儒学是中国哲学史上重要思想体系,其随着中国历史的发展也不断发展更新,生生不息,时代更迭入学也衍生出不同的成果。两宋至明代,儒学吸取道教、佛学思想发展出理学,其集大成者——朱熹提出了许多著名学说,在朱熹的理学中,“格物致知”与“天道”是什么?它们又有什么关系呢?中德角上我们见真章!

Projekt Presentation: Early Chinese Periodicals Online (ECPO)

Am 7. Mai 2019 wurde das Projekt ECPO (Early Chinese Periodicals Online) von Prof. Barbara Mittler, Prof. Joan Judge (Toronto), Dr. Henrike Rudolph (Erlangen), Lena Hessel, Xie Jia, Jörg Torkler, Matthias Arnold vorgestellt.

 

Das Projekt ECPO  kann bereits auf eine mehr als 12-jährige Geschichte zurückblicken. Lag anfangs der Schwerpunkt noch auf dem Sammeln und dem Erschließen von Quellen, setzte sich ein interdisziplinäres Forscherteam später systematisch mit den gewonnenen Daten auseinander.