Neues Chinesisch-Lehrbuch aus Heidelberg

Neues Chinesisch-Lehrbuch aus Heidelberg

Datum: Mittwoch, 20. November 2013

Das Heidelberger Konfuzius-Institut unterstützte im vergangenen Jahr das vielversprechende Lehrbuchprojekt von Susian Stähle, Dozentin am Institut für Sinologie der Universität Heidelberg. Bei dem Lehrbuch, das gerade neu bei Shaker Media erschienen ist, handelt es sich um eine Sammlung sogenannter „Mikrokurzgeschichten“, die ursprünglich vom chinesischen Lijiang-Verlag veröffentlicht wurden und zeitgenössische Themen ansprechen. Für das Lehrwerk wurden diese Kurzgeschichten aufbereitet: So finden sich neben Vokabellisten, Grammatik-, Wortschatz- und Übersetzungsübungen auch Langzeichenversionen sowie die deutsche Übersetzung der Texte im Appendix. Die Texte können somit gleichermaßen im Selbststudium erarbeitet werden. Sie sind nach Länge und Schwierigkeitsgrad gegliedert, so dass das Leseverständnis sukzessive gesteigert wird. Die angesprochenen Themen reichen von kulturspezifischen Besonderheiten bis zu sozialkritischen Themen. Ein Fragenkatalog, der sich an jede Mikrokurzgeschichte anschließt, soll die Studierenden zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Das Lehrbuch eignet sich für Sprachschüler der Mittel- und Oberstufe. Mehr Informationen zum Lehrbuch finden Sie auf den Seiten des Verlages.

Zheng He – als die Drachenschiffe kamen

Zheng He – als die Drachenschiffe kamen

Termin: Freitag, 08. November 2013
Ort: TiKK-Theater im Karlstorbahnhof
Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg

Dass man Wege finden kann sich zu verständigen, selbst wenn man nicht die gleiche Sprache spricht und aus unterschiedlichen Kulturräumen stammt, demonstrierten Karin Schäfer und ihr Ensemble eindrucksvoll bei ihrem Auftritt in Heidelberg. Das Konfuzius-Institut Heidelberg hatte das mehrfach preisgekrönte Karin Schäfer Figurentheater eingeladen ihr Stück “Zheng He – als die Drachenschiffe kamen“ im Theater im Karlstorbahnhof (TiKK) aufzuführen. Viele große und kleine Zuschauer hatte die Neugier ebenfalls in die Vorstellung gelockt – und ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Aus der Perspektive des Übersetzers Ma Huan 马欢, der den chinesischen Admiral Zheng He auf einigen seiner Reisen begleitete, erzählte Karin Schäfer, unterstützt von aufwendigen Animationen und Musik, die Reise der Flotte Zheng Hes zu verschiedenen Kontinenten. Die kleinen Zuschauer konnten erleben, wie Ma Huan Schriftzeichen schrieb, in Afrika Giraffen fangen ließ, um diese nach China zu bringen, sich auf der arabischen Halbinsel mit Gelehrten über Anatomie, Astrologie und andere Wissenschaften austauschte oder in Thailand auf Einkaufstour ging.


Gespanntes Warten vor der Aufführung         Ma Huan: der Star des Stücks, auch nach der Aufführung
Im Anschluss an die Aufführungen stellten Kinder wie Erwachsene viele Fragen an das Ensemble. Wie lange hatte es gedauert das Stück zu konzeptionieren und einzuüben, wie wurden die Masken hergestellt und bewegt und auch zu Animation und Musik wollten die Gäste einiges erfahren. Die beiden Schauspieler beantworteten die Fragen mit viel Geduld und großer Freude an dem regen Interesse. Sie habe sich zur Vorbereitung des Stücks zum Beispiel an der Universität Wien beraten lassen, berichtete Karin Schäfer. Zum Erlenen der vielen verschiedenen Sprachen – neben Chinesisch und Arabisch auch afrikanische Dialekte oder Thai – hatte sie Sprachunterricht genommen, sich mit Muttersprachlern ausgetauscht und natürlich viele, viele Stunden geübt. So zeigte die Veranstaltung, die im Rahmen des deutsch-chinesischen Sprachenjahres stattfand, nicht nur, dass man sich auch ohne Sprachkenntnisse wunderbar verständigen kann, sondern auch, dass es mit ein wenig Übung möglich ist, fast jede Sprache zu erlenen.

Die Schiffe erreichen die arabische Halbinsel  Das Team mit Karin Schäfer und Ma Huan

Zum Stück

Zwischen 1405 und 1433 leitete der chinesische Admiral Zheng He sieben Expeditionen über den Pazifik und den Indischen Ozean bis weit in den Westen. Seine Seefahrten führten ihn über Indonesien, Indien und die arabische Küste bis nach Afrika – und das fast 100 Jahre vor Christoph Columbus. Die chinesische Flotte war so gewaltig, dass die Boote der Europäer daneben wie Nussschalen ausgesehen hätten: mehr als 300 „Drachenschiffe“, bis zu 120 Meter lang, kündeten mit roten Segeln von der Macht des chinesischen Kaisers– und brachten sogar die ersten Giraffen und Zebras von Afrika nach China. Die Geschichten von den Reisen Zheng Hes kennt in China jedes Kind, wogegen er hierzulande nahezu unbekannt ist.


Nach der Aufführung kann man sich als Puppenspieler ausprobieren oder die Geschichten von Zheng He nachlesen.

Zum Ensemble

Das Karin Schäfer Figuren Theater erzählt die Geschichte von Zheng He, dem großen chinesischen Entdecker, als Geschichte derjenigen Menschen, die ihm begegnet sind: in jedem der Länder, die er bereist hat, hat er eine Erzählung oder Anekdote hinterlassen, die von je einer Figur verkörpert wird – ein Gelehrter aus Arabien, ein afrikanischer Fischer und eine Händlerin aus Siam – sie alle begleiten uns mit fremden Worten und vielfältigen visuellen Eindrücken durch diese fantastischen Abenteuer- in einer vollkommen neuartigen Form der Kombination und Integration von Figurentheater, Trickfilm und Musik. Mit ihren visuellen Theaterproduktionen wurden Karin Schäfer und ihr Team bisher zu Gastspielen und Festivals in 35 Ländern auf vier Kontinenten eingeladen und mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet.

Die Geschichten von Zheng He waren bereits im letzten Jahr bei der Lesung “Der Admiral des Kaisers” mit Dr. Nora Frisch und Cornelia Hermanns vom Drachenhaus Verlag Thema im Konfuzius-Institut Heidelberg.

Bericht zur Veranstaltung in chinesischer Sprache.

Poster der Veranstaltung zum download

     

Fairbank Prize für Barbara Mittler

John K. Fairbank Prize für Barbara Mittler

Termin: Mittwoch, 06. November 2013

Barbara Mittler, Vorstandsvorsitzende des Konfuzius-Instituts Heidelberg und Direktorin des Exzellenzclusters “Asia and Europe in a Global Context”, erhält den renommierten John K. Fairbank Price für ihr Buch “A Continuous Revolution: Making Sense of Cultural Revolution Culture”. Der Fairbank Prize wird jährlich vergeben, um herausragende Werke zur Geschichte Chinas, Vietnams, Zentralasiens, der Mongolei, der Mandschurei, Korea oder Japan seit 1800 auszuzeichnen.

“A Continuous Revolution: Making Sense of Cultural Revolution Culture” wurde vom zuständigen Kommitee der American Historical Association darunter Hyung-Gu Lynn, Vorsitzender des Kommitees (Univ. of British Columbia), Timothy S. George (Univ. of Rhode Island), Sarah Thal (Univ. of Wisconsin, Madison), und Wen-hsin Yeh (Univ. of California, Berkeley) ausgewählt. “In mobilizing an eclectic range of ideas to analyze a dazzling array of sources, [A Continuous Revolution] provides a systematic yet nuanced analysis of the continuities and the contradictions infusing art, politics, society, and memory in contemporary Chinese history.” So begründete Hyung-Gu Lynn die Vergabe des Preises an Barbara Mittler.

A Continuous Revolution – Making Sense of Cultural Revolution Culture“, untersucht Barbara Mittler die Popularität von
Propagandakunst im modernen und gegenwärtigen China. “A Continuous Revolution” erschien bei Harvard University Press im Februar 2013. Das Buch wird begleitet von einer Online-Ausstellung und Datenbank, die einen Überblick über die von von Barbara Mittler untersuchten Materialien und Beispiele gibt. Buch und Datenbank wurden im Februar 2013 auf einer Buchvorstellung des Konfuzius-Instituts Heidelberg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Konfuzius-Institut Heidelberg gratuliert Barbara Mittler herzlich zu dieser Auszeichnung!

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Universität Heidelberg. Zugang zur Datenbank erhalten Sie über diesen Link.

Prof. Barbara Mittler

ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Konfuzius-Instituts an der Heidelberg e.V. und seit November 2012 Direktorin des Exzellenzclusters “Asia and Europe in a Global Context”. Sie studierte unter anderem in Oxford und Taibei und ist seit 2004 Professorin für Moderne Sinologie am Institut für Sinologie der Universität Heidelberg. In ihrem Buch verbinden sich einige ihrer Forschungsinteressen wie Erinnerungskultur, Populärkultur, Visualität und vor allem auch Musik.