Abenteuer Alltag in China

Vortrag von Oliver Lutz radtke

 

Termin: Mittwoch, 27. Februar 2013
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Hilde-Domin-Saal, Stadtbücherei Heidelberg, Poststraße 15, 69115 Heidelberg

Am 27.02. erwartete die Zuhörer im Hilde-Domin-Saal der Stadtbücherei Heidelberg ein ganz besonderes Abenteuer: Alltagsgeschichten aus China, genau beobachtet, beschrieben und virtuos dargestellt von Oliver Radtke, Projektleiter des Programmbereichs „Völkerverständigung Mitteleuropa, Südosteuropa, GUS, China“ der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart. Zahlreiche China-Aufenthalte als Student, Journalist und Fernsehreporter bildeten die Grundlage für Radtkes präzise beschriebenen Miniaturen, die er in seinem Erstling Welcome to Presence: Abenteuer Alltag in China veröffentlichte. Das Buch – mittlerweile in der 3. Auflage erschienen – bietet ein buntes Potpourri an typischen Begebenheiten, die der gemeine China-Reisende gewöhnlich erlebt: Anekdoten über taxifahrende Opernliebhaber, mitgehörte Telefongespräche, die Tücken der chinesischen Sprache und die lässige „Cha bu duo“- bzw. „Passt schon!“-Einstellung so mancher chinesischer Tortenbäcker amüsierte das Publikum ebenso wie Kostproben aus Radtkes „Chinglish“-Sammlung. So erfuhr der aufmerksame Leser, dass ein Hinweisschild die Besucher eines Parks in Qingdao höflich ermahnt, sich beim Spazierengehen vorsichtig zu bewegen, da das kurze Gras doch gerne leben möchte: „Little grass has life – please watch your step“  – so die anrührende Bemühung der Stadtregierung, die Wiesenflächen zu erhalten. Doch Radtke schlug auch leise Töne an und teilte seine Gedanken über zeitgenössische gesellschaftliche Phänomene ebenso wie seine Leidenschaft für die chinesische Küche. Da wunderte sich mancher, als er einen Teller gebratener Seidenraupen zu sehen bekam, die laut Radtke „ein bisschen wie Kartoffelchips“ schmecken – der chinesische Alltag kann wahrlich abenteuerlich sein! Die lebhafte Frage–und-Antwort-Runde am Ende der Veranstaltung zeigte: es gibt so viel zu lernen über das ferne, faszinierende und facettenreiche Reich der Mitte!

Oliver Lutz Radtke war nach dem Studium der Modernen Sinologie in Heidelberg und Shanghai mehrere Jahre als Fernsehreporter und Redakteur in Singapur und China tätig und lebte anschließend als Buchautor, freier Journalist und Doktorand zwischen Heidelberg und Beijing. Derzeit ist Oliver Lutz Radtke Leiter des China-Programms der Robert Bosch Stiftung.

Von Oliver Lutz Radtke sind bisher erschienen:

Welcome to presence – Abenteuer Alltag in China: Beobachtungen aus dem Reich der Mitte

Fünfzig Mal Mund auf in China: Was man gegessen haben muss

In englischer Srache:

Chinglish: Found in Translation

More Chinglish: Speaking in Tongues

Unsere Ernährung – Eine ganzheitliche Betrachtung aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin

Vortrag von Hong Liang

(Vortrag in deutscher Sprache)

 

Termin: Donnerstag, 21. Februar 2013
Uhrzeit: 19.00 Uhr
Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg, Speyerer Str. 6, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Gemäß des »Huangdi neijing 黄帝内經« (Buch des Gelben Kaisers), einem Grundlagenwerk der traditionellen chinesischen Medizin, sind vier Bereiche ausschlaggebend für ein gesundes Leben: Die innere Einstellung zum Leben, die Ernährung, Schlafgewohnheiten und die eigenen Wünsche. In diesem Vortrag stellte Hong Liang dar, welche Lebensmittel der Gesunderhaltung dienen und wie man seine Ernährungsgewohnheiten verändern kann, um Krankheiten zu vermeiden. Die Globalsierung führt zur Verfügbarkeit von Lebensmittel aus aller Welt unabhängig von Jahreszeit und regionalen Begebenheiten. Für den Körper jedoch ist es gesünder, wenn man auf die Lebensmittel zurückgreift, die in der eigenen Umgebung zur jeweiligen Jahreszeit wachsen. So kann beispielsweise ein Blick in “Omas Kochbuch” helfen, sowohl was die Wahl der Zutaten angeht, als auch bei der Verwendung von Gewürzen und Heilpflanzen. Denn viel Wissen über Ernährung und gesunde Lebensführung, das über Generationen angesammelt wurde, ist heutzutage in Vergessenheit geraten. Dabei kann eine gesunde Lebensführung Krankheiten effektiv vorbeugen. In der TCM wird daher stets nach den Ursachen für Krankheiten geforscht, eine rein symptomatischen Bekämpfung von Krankheiten eher kritisch betrachtet. Achtsamkeit dem eigenen Körper gegenüber, bzw. welche Nahrungsmittel machen einen müde, welche aktiv, hilft die individuell am besten passend Ernährungsweise zu finden.

Hong Liang wurde in China geboren und wuchs in einer Familie auf, die sich seit Generationen mit traditioneller chinesischer Medizin beschäftigt. Seit Mai 2010 ist sie Inhaberin einer Praxis für chinesische Meridian-Massage in Edingen-Neckarhausen und arbeitet darüber hinaus als Ernährungs – und Gesundheitsberaterin.

Populäre Propaganda? Das lange Leben der Kulturrevolution

Prof. Dr. Barbara Mittler: Populäre Propaganda? Das lange Leben der Kulturrevolution

Eine Buchvorstellung

Termin: Donnerstag, 07. Februar 2013
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Ort: Karl Jaspers Zentrum, Voßstraße 2, Gebäude 4400, Raum 212 (2.OG), 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Wie kommt es, so fragt das gerade erschienene Buch »A Continuous revolution: Making Sense of Cultural Revolution Culture« von Barbara Mittler, dass die Modellstücke und die Revolutionslieder der Kulturrevolution in den letzten Jahren nicht nur in gut verkauften Jubiläumsausgaben erscheinen, sondern auch in Karaoke-Bars und auf YouTube- Homevideos immer wieder auftauchen, dass Propagandabilder wie das Mao-Portrait nicht nur an den Spiegeln der Taxifahrer hängen, sondern auch auf schicken T-Shirts und Accessoires aufgedruckt sind? Wieso also sind die Propagandaprodukte ausgerechnet dieser Periode in der chinesischen Geschichte, die für viele, vor allem Intellektuelle, mit Schrecken verbunden ist, so beliebt?

In einer Buchvorstellung, die gleichzeitig auch eine Einführung in die das Buch begleitende Online-Ausstellung und Datenbank, die viele der Propagandaprodukte aus der Zeit der Kulturrevolution und ihre Parodien davor und danach vorhält, beantwortete Barbara Mittler diese und viele weitere Fragen.

Prof. Dr. Barbara Mittler ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Konfuzius-Instituts an der Universität Heidelberg e.V. und seit November 2012 Direktorin des Exzellenzclusters »Asia and Europe in a Global Context«. Sie studierte unter anderem in Oxford und Taibei und ist seit 2004 Professorin für Moderne Sinologie am Institut für Sinologie der Universität Heidelberg. In ihrem Buch verbinden sich einige ihrer Forschungsinteressen wie Erinnerungskultur, Populärkultur, Visualität und vor allem auch Musik.