Lesung Der Admiral des Kaisers

Abschlussveranstaltung 2012: Lesung für Kinder und Erwachsene

Termin: Mittwoch, 19. Dezember 2012
Uhrzeit: ab 15.00 Uhr

Eine kleine, feine Abschlussveranstaltung zum Jahresausklang fand am Mittwochnachmittag, 19. Dezember 2012, im Konfuzius-Institut Heidelberg in adventlicher Stimmung mit der Lesung aus dem gerade druckfrisch erschienenen Buch: Der Admiral des Kaisers: Die Abenteuer des Eunuchen Zheng He statt. Im Wechsel lasen Dr. Nora Frisch, Verlegerin und Autorin sowie Dr. Cornelia Hermanns, ebenfalls Autorin, Auszüge daraus vor und fügten wichtige und erklärende Schilderungen dazu. Begleitet wurde die Lesung von einer parallel laufenden Slide-Show, welche die gestalterische Schönheit des Buches eindrucksvoll widerspiegelte. Cornelia Hermanns überzeugte als Historikerin mit fundiertem Fachwissen über die chinesische Geschichte, Nora Frisch berichtete nicht nur über den Abenteurer Zheng He, sondern auch, weshalb sie selbst unbedingt gerade diese Geschichte aufarbeiten und auch publizieren wollte: Er ist schlicht eine ihrer Lieblingsgestalten seit ihrem Studium der Sinologie. Bestätigt wurde sie darin während ihrer Lehrtätigkeit an der Universität von ihren Studenten, die sich der Faszination dieser historischen Figur ebenfalls nicht entziehen konnten. Die Zuhörer erfuhren vieles über den Schiffbau, die Flotte und die durch ihre fortschrittliche Ausrichtung resultierenden Erfolge. Vieles hörten sie auch über die große Mauer, da auch aus dem Erstwerk Von Kaisern und Barbaren. Der Bau der Großen Chinesischen Mauer des erst 2010 gegründeten Verlags referiert wurde. Das Referententeam schaffte es, den Bogen zu spannen und in Kürze ein klareres Bild über das alte China entstehen zu lassen. Genau dies ist Ziel des Verlags wie Frau Heimburger, Verlagsmitarbeiterin, eingangs bei der Vorstellung des Verlags darstellte: Das Bild von China, wie es sich heutzutage immer mehr in unserer aller Köpfen breit macht, von Industrialisierung im Eiltempo, von Hochhäusern und Ultra-Modernität unbedingt zu ergänzen durch das Wissen über die historischen Schätze dieses großen Reiches, das auf ein Jahrtausende altes Erbe zurückschauen kann. Damit, so erhoffen sich alle drei, kann der Blick auf China geschärft und auch ein neues, ein tieferes Verständnis wie auch Verstehen erreicht werde.

Informationen Zu Verlag und Autoren:

Dr. Nora Frisch:

Nora Frisch studierte Sinologie und Musikwissenschaft in Wien, Beijing und Taipei. Sie promovierte am Institut für Sinologie der Universität Heidelberg zum Thema “Coca-Cola: ein chinesischer Mythos?: Über Erscheinungsformen und ideologische Aussagekraft politischer Mythen in kommerzieller Fernsehwerbung in China (1989 – 2009)”. Als Assistentin am Institut für Sinologie unterrichtet Nora Frisch u.a. Kurse zu Werbung und Jugendkultur in China und ist Mitglied des Projekts “Rethinking Trends” am Exzellenzcluster Asien und Europa im globalen Kontext. Nach dem Abschluss der Promotion gründete die Mutter zweier Kinder den Drachenhaus Verlag, dessen Erstveröffentlichungen sie in diesem Jahr auch auf der Frankfurter Buchmesse vorstellte.

Cornelia Hermanns

Die Journalistin und Autorin Cornelia Hermanns, geborene Stuttgarterin, lebt mit ihrer Familie in Tübingen. Sie ist promovierte Geschichtswissenschaftlerin und China hat sie schon immer begeistert. Eigenheiten chinesischer Städte wie riesige Fahrradparkplätze oder auch das morgendliche Treiben in chinesischen Parks haben es ihr besonders angetan. Vor allem weil man dort Menschen bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten, z.B. beim Flötespielen oder lauten Auswendiglernen von Gedichten, beobachten kann.

Drachenhaus Verlag:

Der Drachenhaus Verlag wurde im Oktober 2010 von der Sinologin Nora Frisch gegründet. Sein Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen China näherzubringen – die kulturellen und historischen Wurzeln genauso wie Chinas Gegenwart, Hochkultur und Alltagskultur. Interkulturelle Kompetenz, wird, auch im Umgang mit China, heute immer wichtiger. Der Drachenhaus Verlag trägt mit seinen Büchern dazu bei, dass diese Fähigkeit schon im Kindes- und Jugendalter entwickelt wird. Mit seinen aufwändig gestalteten Titeln möchte der Verlag nicht nur Stoff für das private Lesevergnügen anbieten, sondern auch den Kulturunterricht an Chinesisch unterrichtenden Schulen und Institutionen bereichern. Das wissenschaftlich fundierte Programm ist derzeit vorwiegend auf jüngere Leser zwischen 10 und 15 Jahren ausgerichtet. Der Drachenhaus Verlag plant aber längerfristig, auch Titel für Erwachsene herauszugeben. Im Drachenhaus Verlag sind bisher “Von Kaisern und Barbaren. Der Bau der Großen Chinesischen Mauer” von Cornelia Hermanns und als neueste Veröffentlichung “Der Admiral des Kaisers. Die Abenteuer des Eunuchen Zheng He” erschienen. Alle Informationen über den Verlag, die Autoren und Illustratoren finden Sie unter www.drachenhaus-verlag.com.

Von Tigermüttern, Rabenmüttern und anderen Muttertieren

Annika Jöst M.A: Von Tigermüttern, Rabenmüttern und anderen Muttertieren: über die gegenwärtige Entwicklung der Mutter- und Vaterrolle in der chinesischen Gesellschaft

 

Termin: Donnerstag, 13. Dezember 2012
Uhrzeit: 19.00 – 20.00 Uhr
Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg
Speyerer Straße 6, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Anfang 2011 erregte der Bestseller der chinesisch-amerikanischen Yale-Professorin Amy Chua „Die Mutter des Erfolges“ (engl. Titel Battle Hymn of the Tiger Mother) weltweit großes Aufsehen. Das Buch beschreibt das Klischee der asiatischen strengen „Tigermutter“, die ihre Kinder mit unnachgiebiger Strenge zum Erfolg drillt. Tatsächlich jedoch lässt sich keine stereotype Definition eines chinesischen Mutterideals finden. Es gibt eine große Vielfalt an diskutierten und praktizierten Mutterbildern im gegenwärtigen China, die sowohl aus der kulturhistorischen, sozialen und politischen Geschichte Chinas als auch durch die Einflüsse amerikanischer und europäischer Medien entstanden sind. “Tigermütter” und Adlerväter” wie sie in den Medien auftauchen, stoßen in China in der Regel auf die gleiche Empörung wie bei uns. Annika Jöst zeigte, dass sich die Diskussionen um gute Erziehung in China im Grunde nicht von denen in Deutschland unterscheiden. Wie viel Strenge muss sein? Wie baue ich trotz Berufstätigkeit eine Bindung zu meinem Kind auf? Kurzum, was das beste für das Kind ist, sowohl emotional als auch auf die Ausbildung bezogen. Über diese Fragen diskutieren Väter und Mütter eifrig in Foren und Talkshows. Anders als in Deutschland werden in China Kinder traditionell von einem Kindermädchen betreut, während die Mutter berufstätig ist. Allerdings sind die Kosten für Kindermädchen in den letzten Jahren deutlich gestiegen, so dass viele Familie inzwischen abwägen, dass stattdessen die Mutter ihren Beruf aufgibt um sich um das Kind zu kümmern. Wie auch in Deutschland schließt sich auch in China die Frage nach der dauerhaften Zufriedenheit der Mutter, die dann “nur” noch Mutter ist an.

Annika Jöst studierte Moderne Sinologie, Anglistik und Öffentliches Recht in Heidelberg und Tianjin und ist gegenwärtig Doktorandin am Institut für Sinologie in Heidelberg. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit der Analyse von Frauen- und Männerbildern in chinesischen Frauenzeitschriften im Zeitraum von 1988-2010. Annika Jöst war in den letzten 4 Jahren zusätzlich aktiv in zwei Projekten, gefördert durch den Exzellenzcluster Asien und Europa im globalen Kontext  und durch das TransCoop-Programm der Alexander von Humboldt Stiftung. Als Stipendiatin des Projektes B 12 „Rethinking Trends“ forschte sie über neue Trends und Entwicklungen von Mütter- und Väterbildern in Deutschland, den USA und China. Im Projekt zu chinesischen Frauenzeitschriften der Republikzeit arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin und war maßgeblich an der Entwicklung der Datenbank beteiligt.

Magnet China: Quo Vadis, China? Challenges and Opportunities for the New Leadership

Magnet China

Podiumsdiskurssion: Quo Vadis, China? Challenges and Opportunities for the New Leadership

 

Termin: Dienstag, 04. Dezember 2012
Uhrzeit: 19.00 Uhr
Ort: Alte Univeristät, Aula, Grabengasse 1, 69117 Heidelberg
Eintritt: Anmeldung erforderlich, kostenfrei

Im November fand der 18. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas statt, Xi Jinping wurde als neuer Parteichef gewählt. Im März folgen die Wahlen zu den Staatsämtern, damit endet die Regierungszeit von Staats- und Parteichef Hu Jintao und Premierminister Wen Jiabao. Die neue Führung hat schwierige Aufgaben vor sich, deren Lösung sich angesichts zunehmender Bürgerproteste und massiver Umweltschäden nicht alleine auf Wirtschaftswachstum stützen kann. Doch wie weit lässt sich die neue Führung auf politische Reformen ein? Und geht es nicht nur um die Zukunft Chinas, sondern auch um die Existenz der Partei?

Diese und weitere Fragen zur neuen Führungsriege diskutierten:

Prof. Dr. Joseph Fewsmith (Center for the Study of Asia, Boston University)

Prof. Dr. Willy Lam Chinese University of Hongkong)

Prof. Dr. Sebastian Heilmann (Lehrstuhl für Regierungslehre Politik und Wirtschaft Chinas, Universität Trier)

Moderation: Prof. Dr. Christian Göbel (Institut für Sinologie, Universität Heidelberg)

Veranstalter

Bertelsmann Stiftung, Robert Bosch Stiftung und Körber Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg und dem Institut für Sinologie der Universität Heidelberg

Dialogreihe Magnet China

Die Bundesrepublik Deutschland und die Volksrepublik China feiern 2012 40 Jahre diplomatische Beziehungen. Aus diesem Anlass richtet das chinesische Kulturministerium in diesem Jahr deutschlandweit im Rahmen des chinesischen Kulturjahres Veranstaltungen zu den deutsch-chinesischen Beziehungen aus. Die Dialogreihe “Magnet” China leistet von deutscher Seite einen Beitrag zum Kulturjahr, sie wird von der Bertelsmann Stiftung, der Körber-Stiftung und der Robert Bosch Stiftung veranstaltet.