Kunst und Kochgenuss

Termin: 29. Januar 2011
Uhrzeit: 16.00 – 20.00 Uhr
Kursleitung: Zhang Zhenran,  Shi Qingmiao
Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg,Speyerer Straße 6, 69115 Heidelberg

Chinesische Kalligraphie mit Zhang Zhenran:

Im ersten Teil des Workshops führte Zhang Zhenran in die Kunst der Kalligraphie ein und zeigte den Teilnehmern, wie sie selbst mit Ruhe und Konzentration kleine Kunstwerke schaffen können. Kalligraphie schult nicht nur das künstlerische Geschick und die Konzentration, sondern ist der ideale Ausgleich zum Alltag und eine schöne Art zur Ruhe zu kommen. Auch im Wintersemester 2011 / 2012 finden wieder Kalligraphie-Kurse mit Zhang Zhengran als Kursleiter statt, die aktuellen Termine finden Sie in unserer China-Werkstatt.

 

Chinesische Kochkunst mit Shi Qingmiao:

Unter Anleitung von Frau Shi lerneten die Teilnehmer wie man köstliche Huntun 馄饨 macht. Huntun sind kleine chinesische Teigtaschen, die man bei uns unter dem Namen Wan-tan oder Wonton findet. Sie ähneln unseren Maultaschen, nur dass sie kleiner sind und aus Reisteig gemacht werden. Es gibt sie mit verschiedensten Fleisch- und Gemüsefüllungen, sie werden in Suppe gekocht, im Dampfbad gegart oder in Öl gebraten. Zum Abschluss des Workshops wurde all die Mühe mit einem gemeinsamen Essen belohnt!

Zhang Zhenran, 1957 in Shanghai geboren, kam 1989 zum Studium nach Heidelberg, wo er bis heute mit seiner Familie lebt und im Kulturbereich für das Kurpfälzische Museum und die Volkshochschule Heidelberg arbeitet. Seit seinem achten  Lebensjahr beschäftigt er sich mit chinesischer Kalligraphie und Malerei. Seine Arbeiten auf Papier wurden sowohl in China als auch in Deutschland ausgestellt, u.a. in Erlangen und Michelstadt. Darüber hinaus wurden seine Tuschemalereien als Buchillustrationen in einer Veröffentlichung zur nordchinesischen Küche im Gräfe und Unzer Verlag veröffentlicht.
 

Shi Qingmiao, 1964 in Shanghai geboren, studierte dort Chinesische Sprach- und Literaturwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule. Seit 1991 lebt sie in Heidelberg, wo sie ein zweites Studium im Fach Pädagogik und Soziologie abschloss. Kochen ist Tradition in ihrer Familie und so entdeckte sie bereits in früher Jugend ihre Begeisterung für das Kochen. Frau Shi kennt sich nicht nur mit der südchinesischen Küche aus, sondern auch mit nordchinesischen Spezialitäten.

Lesung: Schnellimbiss – Ouyang Jianghe und Prof. Dr. Wolfgang Kubin

Zur Lesung:

Schnellimbiss ist eine Sammlung von acht Langgedichten des chinesischen Dichters  Ouyang Jianghe, die jetzt erstmals in deutscher Übersetzung erschienen sind. Die Auswahl aus seinen über 200 Gedichten, die der Autor seit 1979 geschrieben hat, traf Ouyang Jianghe selbst.

Nachdem wir Prof. Dr. Wolfgang Kubin bereits im April 2010 zu den China-Wochen in Heidelberg, sowie im November mit Leung Ping-kwan zur gemeinsamen Lesung begrüßen durften, kam er im Januar gemeinsam mit Ouyang Jianghe. Auch diese Lesung war wieder äußerst kurzweilig und dennoch nachdenklich. Wolfgang Kubin trug zunächst das übersetzte Gedicht vor, daraufhin las Ouyang Jainghe das Original in Chinesisch. So hatten die Zuhörer, die kein Chineisch verstanden, sowohl die Möglichkeit die Worte zu verstehen, als auch Klang und Ausdruck des Gedichts vom Autor selbst zu hören. Im Anschluss standen beide in einer Diskussionsrunde für Fragen und Antworten zur Verfügung, sowie zum Signieren der Bücher.

 


 

Ouyang Jianghe wurde 1956 in Luzhou in der chinesischen Provinz Sichuan geboren. Nach seiner Schulbildung wurde er, wie zur Zeit der Kulturrevolution üblich, aufs Land geschickt und arbeitete dort einige Jahre als Teepflanzer. Während seiner Studienzeit war er Mitbegründer der nicht-offiziellen „Vereinigung Junger Dichter von Sichuan“. Ouyang Jianghe ist einer der intellektuellsten Schriftsteller Chinas, ein besonders sprachgewaltiger Dichter und tiefgründiger Literaturkritiker. Er bevorzugt das narrative Langgedicht um sich mit den Problemen der Moderne auseinander zu setzen. Er veröffentlichte mehr als einhundertfünfzig Gedichte und dreißig Essays in chinesischen Fachzeitschriften. Viele seiner Gedichte wurden ins Englische, zum Teil auch in weitere europäische Sprachen übersetzt und publiziert. Von 1993 bis 1997 lebte er in den USA, 1997 war er Gast der Künstler-Akademie „Schloss Solitude“ bei Stuttgart. Heute lebt er in Peking und arbeitet als Berater für ein Importunternehmen klassischer Musik.

Weitere ins Deutsche übersetzte Werke:

  • Bai Hua, Zhang Zao, Ouyang Jianghe: Die Glasfabrik. Gedichte chinesisch-deutsch, Tübingen: konkursbuch 1993.
  • Göße, Susanne et al. (Hrsg.): Chinesische Akrobatik – Harte Stühle. Gedichte chinesisch-deutsch, Tübingen: konkursbuch 1995.
  • Kubin, Wolfgang; Tang, Xiaodu: Alles versteht sich auf Verrat. Gedichte von Hai Zi, Xi Chuan, Yu Jian, Ouyang Jianghe, Wang Jiaxin, Wang Xiaoni, Zhai Yongming und Chen Dongdong.Bonn: Weidle 2009.

Prof. Dr. Wolfgang Kubin ist Inhaber des Lehrstuhls für Sinologie an der Universität Bonn, Übersetzer und Schriftsteller. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der klassischen und modernen Literatur- und Geistesgeschichte sowohl in der Tradition als auch in der Moderne. Für sein wissenschaftliches, übersetzerisches und literarisches Werk erhielt er diverse Preise, Auszeichnungen und Ehrenprofessuren. Als Schriftsteller verfasst er vornehmlich Lyrik und Essays, aber auch Erzählungen.