VERNISSAGE: VOM WILLEN ZUR FREIHEIT – CHINA IM GLOBALEN KONTEXT: BEITRAG ZUM WISSENSCHAFTSJAHR 2024 – “FREIHEIT”

Ausstellung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Landesakademie von Baden-Württemberg) und der Universität Heidelberg (Universitätsmuseum)

Die Ausstellung findet im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2024 – Freiheit, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, und als Teil der Reihe „PERSPEKTIVE: FREIHEIT“ der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften statt. Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Landesakademie von Baden-Württemberg) führt unter der Leitung des Akademiemitglieds Prof. Dr. Barbara Mittler eine Reihe von Veranstaltungen unter dem Titel „Vom Willen zur Freiheit – China im globalen Kontext“ durch, die auch in Kooperation mit der Universität Heidelberg, dem dort angesiedelten Konfuzius Institut und dem KlangForum Heidelberg veranstaltet werden. 

Waren alle Künste in China seit jeher untrennbar mit Politik und Strukturen der Macht verbunden, so insbesondere die Kalligraphie, die als eine Art Lingua franca, nicht nur das riesige Territorium mit seinen vielfältigen regionalen Kulturen und Dialekten zusammenhielt und so den kulturellen Zusammenhalt in dem riesigen Reich gewährleistete, sondern auch denjenigen, die die Disposition hatten, diese Medien zu nutzen und zu verstehen, sozialen Status verlieh und Zugang zur Macht gewährte. Die kulturelle Elite und die Beamten des chinesischen Reiches, die sogenannten Literati, die durch die kaiserlichen Prüfungen rekrutiert wurden, setzten Maßstäbe für die traditionelle Kultur. Die erfolgreich bestandenen kaiserlichen Prüfungen (keju kaoshi 科举考试) waren der Schlüssel zu Positionen in der kaiserlichen Verwaltung und damit zum sozialen Aufstieg. Das Hauptelement dieser Prüfungen bestand darin, nach strengen stilistischen Regeln Aufsätze oder Gedichte zu Themen aus den kanonischen Schriften zu verfassen. Doch nicht nur der literarische Stil und das Verständnis der Klassiker waren dabei Qualitätskriterien, sondern vor allem auch die Handschrift des Prüflings, sein kalligraphischer Stil. Nach Pierre Bourdieus Konzept des kulturellen Kapitals hatten die Literaten auf gleich mehrfache Weise Teil an diesem kulturellen Kapital: 1. inkorporiert– sie erbten und erwarben die Disposition, kulturelle Objekte zu verstehen und zu konsumieren, 2. objektiviert – sie besaßen Sammlungen antiker Gegenstände, Gemälde und Kalligraphien, sowie 3. institutionalisiert – sie verfügten über akademische Grade und Titel und waren daher die Instanz, die gültige ästhetische Urteile abgab. Die so sich manifestierende enge Verknüpfung von Kunst und Kalligraphie mit Politik und den dahinterliegenden Machtstrukturen resultierte in einer subtilen Codierung der repräsentierten Inhalte und verlieh der Kalligraphie, wie auch der damit eng verwandten traditionellen Tuschmalerei, ein transformatives, revolutionäres Potential.

Die Ausstellung zeigt zeitgenössische Positionen von Künstlern chinesischen Ursprungs, die sich dieses Potentials von Kalligraphie und Kunst bedienen. Die ausgestellten Werke umfassen Malerei, Kalligraphie, Skulptur, Fotografie und Video. Sie verbinden traditionelle Elemente – Techniken, Materialien und Ästhetik – mit zeitgenössischen Konzepten und Medien. Spannungsreich, unorthodox und humorvoll zeichnen sie ein lebendiges Bild der zeitgenössischen Kunst in China und in der Diaspora.

Künstler der Ausstellung:

CHEN Tong (*1962, lebt in Guangzhou)

HUANG Rui (*1952, lebt in Beijing und Paris)

LI Zhengtian (*1942, lebt in Guangzhou)

YANG Jiechang (*1956, lebt bei Heidelberg und in Paris)

ZHENG Guogu (*1970, lebt in Yangjiang)

Yangjiang Group (CHEN Zaiyan (*1971) / SUN Qinglin (*1974) leben in Yangjiang)

Harald Kröner (*1962, lebt in Pforzheim)

Wegen Hegel: Filmscreening mit anschließendem Gespräch mit dem Regisseur und Produzenten des Films

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Because of Hegel

2022

Short feature film

supported by production funding from MFG Baden-Württemberg

Screening and film talk with director Popo Fan and producer Daniel Tenné.

Moderation: Frederike Schneider-Vielsäcker

In cooperation with the Queer Colloquium of the University of Heidelberg.

 

 

“What is reasonable is real; and what is real is reasonable,” says the German philosopher Georg Wilhelm Friedrich Hegel. But when the pandemic hits Germany, everything changes. Chinese student PING has just started his philosophy degree and faces many obstacles: Hostility, loneliness, lockdown. Via a dating app, he receives hot photos from MAX, who suggests a “social distance hook-up”. Ping is thrilled and throws himself into the adventure. He is offered a mysterious drug and is about to have sex when a book suddenly catches his eye, a book by Hegel. It draws him into a drug-induced reflection on free will and reality, which destroys the mood of the moment. After an argument, he flees and loses himself in the drug trip. The next morning he makes another unexpected discovery – and it’s all because of Hegel.

 

Director: Popo Fan

Director: Popo Fan - © Nadja Wehling

Director: Popo Fan – © Nadja Wehling

Cinematography: Till Beckert

Editing: Sam Handel

Actors: Julian Moritz, Zenghao Yang

Production company: 70 Steps (Stuttgart)

Producers: Junus Baker & Daniel Tenné

 

 

International Graduate Student Conference 2024 – Forms of Embodiment: Transcultural Perspectives

The corporeality of a human being—the body—and the human mind have for long been taken to be distinct. Both are, and have since been, core themes of philosophical and theological reflections on human existence and the meaning of life. Questions about what exactly characterizes humanaboutgs and determines their existence, their thinking, what is commonly referred to as “soul” or “spirit”, or their materiality, i.e. their body, become particularly pressing when it comes to filling the indeterminate spaces of life, to coping with experiences of contingency or in confrontations with one’s own mortality. The concept of “embodiment” discusses the body as a relationship between the physical body, the mind, and the environment, thus inviting us to rethink the role of the body in the shaping of cognition and in the understanding of the world.

In this year’s International Graduate Student Conference we encourage MA and PhD candidates from both institutions, the School of Humanities at SJTU and CATS, to discuss forms of embodiment through the lens of transculturality. Questions that could be considered under this topic are, for example:

1) How are certain concepts or ideas in a particular culture embodied in images, symbols, art forms?

2) How is the body (or what is related to the body) conceived in different times and cultures, and how do forms of embodiment interact, compete, or exclude each other in transcultural processes?

3) How do new technologies, such as AI, challenge concepts of the body and embodiment, and do they help us in developing a new understanding of the body

 

Lin Hierse – Wovon wir träumen

Moderation: Dr. Petra Thiel

 

Foto: © Linda Rosa Saal / Piper Verlag )

Autorin

Lin Hierse ist Autorin und Journalistin. Seit 2019 arbeitet sie zudem als Redakteurin für die taz. Dort erschien u.a. ihre Kolumne Poetical Correctness. WOVON WIR TRÄUMEN ist ihr erster Roman. Ihr Zweitling DAS VERSCHWINDEN DER WELT kommt im August heraus.

Buch

Eine junge Frau steht auf einem Berg in Shaoxing. Sie ist gekommen, um ihre Großmutter zu beerdigen. Immer wieder blickt sie zu ihrer Mutter, die diesen Ort vor Jahren verlassen hat, weil sie ein anderes Leben in Deutschland wollte. Sie fragt sich, was sie mit ihrer Mutter verbindet, was die beiden trennt – und wovon sie selbst träumen.

Lin Hierses poetisch-sanft erzähltes Romandebüt ist eine Geschichte von Nähe, Zugehörigkeit und Abgrenzung, von Deutschland und China, von Migration und Sprache, von Erinnerungen und Gefühlen, von Träumen und vom Träumen und vom Hier-, Dort- und Dazwischensein.

 

„Ein sehr berührendes und poetisches Buch über Zwischen räume. Zwischenräume, die entstehen, wenn man sich nirgendwo ganz zugehörig und deshalb unvollständig fühlt.“ – NDR Kultur 

 

In Kooperation mit feeLit Internationales Literaturfestival Heidelberg.

 

BIG (2023): Filmscreening & Diskussion mit dem Regisseur Wei Te-Sheng

Regie und Drehbuch: Wei-Te Sheng

159mins

OmeU

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Willkommen auf Station 816, einem besonderen Mikrokosmos voller Kinder, die wahre Helden sind im Kampf gegen lebensbedrohliche Krankheiten, an denen sie leiden. In dieser trotz der schwierigen Umstände äußerst lebhaften Station lernen wir Yuan kennen, der in einem Zoo aufgewachsen ist, Shi-yan, den cleveren Erfinder, der sich in einem selbstgebauten Roboter versteckt, Luo Heng, den abenteuerlustigen Fahrrad-Narren, der das Krankenhaus neugierig erkundet, Nuala, die aus einem besonderen Grund immer Röcke trägt, Jia-nong, das musikbegeisterte melancholische Mädchen, und Da-shan, der den Zauber der ersten Liebe erlebt. Die Kinder von Station 816 halten zusammen und unterstützen sich, bis eines Tages etwas Mysteriöses geschieht. Anstelle der ursprünglichen Nummer der Station steht plötzlich „BIG“ in großen Lettern auf dem Eingangsschild. Was dies zu bedeuten hat und warum die jungen Patienten der Station eine geheime Mission planen, erfahren Sie in „BIG“, einem herzerwärmenden Film, der Sie zum Lachen und zum Weinen bringt und Sie mit dem Gefühl entlässt, der Welt mit neuen Augen zu begegnen.

 

Der Film wurde im Original mit englischen Untertiteln gezeigt. Im Anschluss an das Screening fand ein Gespräch mit dem Regisseur Wei-Te Sheng statt.

 

„Scars from today become tomorrow‘s warrior marks.”

Eine Kooperation des CATS mit dem Konfuzius-Institut Heidelberg.

Yan Lianke: Der Tag, an dem die Sonne starb

Yan Lianke im Gespräch mit Marc Hermann und Lennart Riedel.

Eine Veranstaltung des Konfuzius-Instituts Heidelberg in Kooperation mit CATS und dem 10. Literaturherbst Heidelberg.

Sprachen: Deutsch und Chinesisch

Dolmetscherin: Dr. Siliang Köppel-Xue

 

In einem kleinen Dorf in den Bergen, wie es in China zahllose gibt, lebt der vierzehnjährige Li Niannian mit seinen Eltern, die einen Bestattungsladen betreiben. Niannian bezeichnet sich als Niemand, »ein Staubkorn auf einem Haufen Sesam, eine Nisse auf einem Kamel, einem Ochsen oder Schaf«. Alle nennen ihn den dummen Niannian, doch gerade er wird zum unbestechlichen Chronisten der unheimlichen Begebenheiten, die sein Dorf heimsuchen und sich im Laufe einer zunehmend bizarrer werdenden Nacht zutragen. Zunächst bemerkt er ein seltsames Ereignis: Statt sich bettfertig zu machen, tauchen immer mehr Nachbarn auf den Straßen und Feldern auf und gehen ihren Geschäften nach, als wäre die Sonne noch nicht untergegangen. Ratlos bemerkt er, dass sie traumwandeln und dabei alle ihre Wünsche ausleben, die sie während der wachen Stunden unterdrückt haben. Immer mehr Traumwandler tauchen auf, und es dauert nicht lange, bis die Gemeinde im Chaos versinkt. Als der Morgen anbricht, die Sonne aber ausbleibt und die Nacht nicht zu enden droht, erhält das über Jahre von seinem Vater gesammelte Leichenfett der Kremierten eine neue Bedeutung, und es liegt nun an ihm und Niannian, die Stadt mit einem Sonnenaufgang in den neuen Tag zu führen.

 

 

Über den Autor:

Yan Lianke, 1958 in der Provinz Henan geboren, diente ab 1978 in der Volksbefreiungsarmee, an deren Kunsthochschule er Literatur studierte. Obwohl einige seiner Werke auf dem Index verbotener Bücher stehen, erhielt er zahlreiche chinesische Literaturpreise und war für viele internationale Literaturpreise nominiert. Er lebt heute in Peking. Sein Roman Der Tag, an dem die Sonne starb, erscheint im April 2024 bei Matthes & Seitz. Die Übersetzung ins Deutsche fertigte Marc Hermann an.

 

 

 

A China We Can Talk To?

Talk and discussion with the founder of the “Reading the China Dream website” David Ownby.

For the past decade or so, in his Reading the China Dream project, David Ownby has been reading and translating the work of Chinese intellectuals who publish in China and in Chinese, not dissidents, but not Party propagandists either.  These intellectuals inhabit a world parallel to and at the mercy of the world of Xi Jinping and the Party-State where – like intellectuals elsewhere in the world – they write and publish to try to influence public opinion and perhaps the state on the issues they are allowed to discuss.  This world is circumscribed and has shrunk under Xi Jinping, but over the course of 40 years of reform and opening, Chinese intellectual life in China underwent a transformation similar to that of China’s economy and society; globalization changed the way Chinese intellectuals think and write with the result that, to a surprising degree, Chinese and Western intellectuals now share a common vocabulary and common references.  This suggests that a dialogue might be possible with many of China’s thought-leaders, if not with Chinese authorities.

About

David Ownby recently retired from the History Department of the Université of Montréal and is currently a Research Associate at the Max Planck Institute for Social Anthropology in Halle, Germany.  His most recent work focuses on intellectual life in contemporary China and he is the founder of the Reading the China Dream website.

Talk in English

Eine Kooperation mit dem Verbundprojekt „Worldmaking from a Global Perspective: A Dialogue with China“

 

23. Tagung des Fachverbands Chinesisch e. V. (FaCh) am Centrum für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (CATS)

Call for Papers „Grenzen überwinden, China-Kompetenz vermitteln“ 23. Tagung des Fachverbands Chinesisch e. V. (FaCh) am Centrum für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (CATS), Universität Heidelberg

English version

Programm:

Das Programm finden Sie hier.

11. April – 13. April 2024

(Shenbao 13.1907)

Oft wird China in Europa als eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angesehen. Das birgt Chancen und Risiken: Zentral ist deswegen, die Motivation und das Interesse für China und die chinesische Sprache nachhaltig zu fördern. Gerade in einer Zeit, in der die Kommunikation mit China erschwert ist, kann, wer Chinesisch lernt und Wissen über China erwirbt und vermittelt, sich als Brückenbauer erweisen. Wenn China-Kompetenz die Fähigkeit zur informierten transkulturellen Übersetzung ist, so braucht es Ambiguitätstoleranz und Dialogfähigkeit, um diese zu erwerben und zu vermitteln, den Willen also, Konflikte auszuhalten und dabei immer wieder Grenzen zu überwinden. Mit unserem Tagungsthema wollen wir dazu einladen, gewohnte Grenzziehungen in Bezug auf China zu hinterfragen und innovative Vermittlungskonzepte für China-Kompetenz vorzustellen, die exemplarisch werden können für die Vermittlung von Global-Kompetenzen.

  • China-Kompetenz besteht aus Sprach- und Kultur-Kompetenz: Wie können wir also die traditionell klare Trennung zwischen Sprachunterricht und inhaltlicher Vermittlung überwinden? Wie können wir mit Übersetzungen von originalsprachlichen Quellen Brücken zum Fachunterricht bauen?
  • China-Kompetenz umfasst die Fähigkeit, den sinophonen Sprach- und Kulturraum als Ganzes zu verstehen. Wie verfahren wir mit den unterschiedlichen sprachlichen Varietäten, wie gehen wir mit Lang- und Kurzzeichen um, wie integrieren wir unterschiedliche Lehr- und Forschungstraditionen?
  • China-Kompetenz verändert sich im digitalen Zeitalter: Wie können wir durch eine Aufhebung der Trennungslinien zwischen analogem und digitalem Unterricht entstehende Denk- und Handlungsräume kreativ nutzen?
  • China-Kompetenz bedeutet, China kritisch zu verstehen: In welchen Zusammenhängen lassen sich kognitive und affektive Lehr- und Lernstrategien für den erfolgreichen Erwerb von Chinesisch- und China-Kompetenz einsetzen?
  • China-Kompetenz muss zielgruppengerecht und binnendifferenziert vermittelt werden: Wie sollen wir bei der Lehrbuch- und Materialentwicklung mit den Grenzen zwischen verschiedenen Bildungsformen und Altersgruppen (Vor- und Grundschule, Schule/AG, Berufsschule, Hochschule) umgehen?
Call for Papers:

Den Call for Papers finden Sie auf der folgenden Seite sowie direkt über die verlinkten Dokumente:

Kontakt:

Rückfragen gerne an: fach23@cats.uni-heidelberg.de

Veranstalter:
  • Fachverband Chinesisch e.V.
  • China-Schul-Akademie
  • Centrum für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien CATS
  • Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg e.V.

 

Anti-Asiatischer Rassismus: Reflektionen, Erfahrungen und Diskussionen

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2024 statt.

Welche Rassismus-Erfahrungen machen asiatisch-gelesene Menschen in Deutschland? Und wie kann man mit Rassismus-Erfahrungen umgehen, wo sich Hilfe holen? Die Soziologin, Kolumnistin und vielfältig ehrenamtlich engagierte Ruirui Zhou widmete ihren Vortrag Diskussionen über Rassismus, dem sich asiatisch-gelesene Menschen in Deutschland gegenübersehen. Dabei wurden theoretische Konzepte, wirtschaftliche, globalpolitische und historische Entwicklungen sowie intersektionale Überlappungen beleutet und auf Beispiele aus ihrer Arbeit als stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Chinesische Gemeinde in Deutschland e.V.“ zurückgegriffen, um zu entschlüsseln, welche Mechanismen, Motivationen und Ängste anti-asiatischen Übergriffen  zugrund liegen können. Ziel dieser Veranstaltung war es, Betroffenen, Interessierten und den sogenannten „Allies” die Möglichkeit zu geben, Einblicke in unterschiedliche Erfahrungen mit anti-asiatischem Rassismus zu erhalten sowie Lücken in der theoretischen Auseinandersetzung und in der sozialen Praxis aufzudecken.

Über die Referentin:

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© Miguel Ferraz

Ruirui ZHOU – Soziologin und sozial engagierte Wissenschaftlerin. Derzeit forscht Ruirui Zhou verstärkt zu Themen der Soziologie, Kulturpolitik und Kulturentwicklung und setzt sich in diesem Rahmen ebenfalls mit Phänomenen des anti-asiatischen Rassismus auseinander. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ist Ruirui Zhou als Kolumnistin tätig und derzeit stellvertretende Vorsitzende der Chinesischen Gemeinde in Deutschland e.V.. Des Weiteren ist sie als Beiratsmitglied in der Behörde für Kultur und Medien Hamburg tätig.

Faschingsferienprogramm 2024

Volles Haus zum Frühlingsfest!

Das Ferienprogramm 2024 endete mit einem traditionellen Drachentanz und einem fröhlichen Gongxi ni der teilnehmenden Kinder.

Im Februar 2024 lud das Konfuzius-Institut Heidelberg zum Start des Drachenjahres Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren in die Welt der chinesischen Feste ein. Kennengelernt und gefeiert wurden das chinesische Neujahrsfest, das Laternenfest, das Drachenbootfest und das Mondfest. Das Programm war mit 12 Kindern komplett ausgebucht.

Während andere am Dienstag Fasching feierten, begingen die Teilnehmer:innen des Ferienprogramms das wichtigste Fest in China: das Frühlingsfest (春节 Chūnjié) oder auch Neujahrsfest genannt. Es wurde gebastelt, die Neujahrsgeschichte zum Nian-Monster gelesen, gespielt und Chinesisch gesprochen. Einen chinesischen Namen bekam auch jede/r. Am Nachmittag gab es einen Kalligrafie-Kurs speziell für das Beschreiben roter chinesischer Chūnlián (春联) mit Glückwünschen und Glücksformeln, wie sie in China zum Neujahr an vielen Türen und Fenstern aufgehängt werden.

Drachenboot (龍船)

Am zweiten Tag wurde mit dem Basteln von Laternen das Laternenfest (元宵节 Yuánxiāojié) gefeiert, auch wenn es sonst erst 15 Tage nach Beginn des chinesischen Neujahrs das Ende des Neujahrsfests markiert. Es wurden Laternenrätsel in die Laternen gehängt und auch gelöst. Zu Mittag aßen die Kinder eigens von ihnen befüllte und gefaltete chinesische Maultaschen (饺子 jiǎozi), ein typisch chinesisches Neujahrsessen.

Tag 3 war gänzlich dem Drachenbootfest (端午节 Duānwǔjié) gewidmet. Kleine hölzerne Drachenboote wurden bunt bemalt, zusammengebaut und konnten in alter Tradition zur Rettung des Dichters Qu Yuan gegeneinander antreten.

Üben, üben, üben!

Am letzten Tag wurde noch einmal fleißig für die Abschlussaufführung für die Familien geprobt, aber auch noch das letzte der vier Feste, das Mittherbstfest/Mondfest (中秋节 Zhōngqiūjié) mit von den Kindern hergestellten Mondkuchen begangen. Die Mondkuchen sollen an den Vollmond und die Legende der Mondgöttin Cháng’é (嫦娥) erinnern. Zum Abschluss der Ferienprogrammtage führten die Kinder mit einer Erklärung zu den vier Festen einen Drachentanz, kleine Akrobatikkunststücke und einen Fächertanz auf und sangen das berühmte chinesische Neujahrslied 恭喜你 (Gōngxǐ nǐ: Glückwünsche für Dich). So gingen die Kinder nach vier Tagen mit vielen neuen Eindrücken aus der chinesischen Kultur in das Jahr des Drachen.