Tag der offnen Tür im Konfuzius-Institut Heidelberg

Tag der offenen Tür im Konfuzius-Institut Heidelberg

Termin: Samstag, 27. September 2014
Uhrzeit: 14.00-19.00 Uhr
Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg,
Speyerer Straße 6, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Vor fast zehn Jahren wurde in Seoul das erste Konfuzius-Institut gegründet. Im Konfuzius-Institut Heidelberg wurde dieses Jubiläum in Verbindung mit dem chinesischen Mondfest und einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Eindrücke vom Tag der offenen Tür 2014

Chinesische Kalligraphie zum Mitmachen

Kalligraphie bringt Körper und Geist in Einklang. Unser Kursleiter Zhang Zhenran zeigt Ihnen, wie Sie ohne jede Vorkenntnis mit Tusche und Pinsel Zeichen zu Papier bringen.

Probe-sprachunterricht Chinesisch (Für Anfänger ohne Vorkenntnisse)

Wie diese Zeichen ausgesprochen werden, können Sie dann in unserem Probesprachunterricht lernen. Vor allem aber zeigen Ihnen unsere Sprachlehrer, wie viel Spaß das Erlernen der chinesischen Sprache machen kann!

Ausstellung Chinesischer Instrumente und Guzheng-spielen zum Mitmachen

Seit kurzer Zeit verfügt das Konfuzius-Institut Heidelberg über eine Sammlung chinesischer Musik-Instrumente, unter anderem Dizi (Flöte), Guzheng (chin. Wölbbrettzither) oder die Pipa (chin. Laute). Am Tag der offenen Tür werden Sie Gelegenheit haben, diese Instrumente einmal länger und aus der Nähe anzusehen. Außerdem bieten wir Guzheng-Spielen zum Mitmachen an – natürlich wird es auch chinesische Musik geben!

Stäbchen-führerschein und Origami

Der Stäbchen-Führerschein war die Attraktion an unserem Stand am “Lebendigen Neckar” in diesem Jahr. Sie denken mit Stäbchen zu essen sei kinderleicht? Dann versuchen Sie sich an unserem Stäbchenführerschein!

Auch Origami, Laternen basteln und chinesische Masken ausmalen können Kinder (und natürlich auch Erwachsene) bei uns. Lernen Sie, wie aus langweiligem rechteckigem Papier Schmetterlinge, Frösche oder Kraniche entstehen!

Vorträge zu China

Peng Yixuan: Trinkkultur in China

Eigentlich ist die chinesische Geschichte eine “Geschichte des Alkohols“ – das hört man immer wieder in China. Mit einem Augenzwinkern beschreibt diese Aussage, dass China zu den Ländern der Welt zählt, in denen das Alkoholbrennen bereits sehr früh entwickelt und praktiziert wurde. So steht die chinesische “Trinkkultur“ auch in enger Verbindung mit der Entwicklungsgeschichte der chinesischen Zivilisation. Li Bai, einer der berühmtesten chinesischen Dichter der Tang-Dynastie, verfasste beispielsweise einige seiner denkwürdigsten Aussprüche nach dem Genuss von Alkohol. Auch in der Erzählung vom Song-zeitlichen Helden Wu Song spielt Alkohol eine entscheidende Rolle, und natürlich gibt es auch besondere Regeln, Rituale und Bräuche, die man an Festen, wie zum Beispiel dem Mondfest, beachtet und pflegt. Peng Yixuan wird uns diese Bräuche ein wenig näher bringen.

Michael Demel: Abenteuer China

Wie lebt man sich in China ein, wenn man für ein Austauschjahr oder einen Job für eine gewisse Zeit in China lebt? Integretation in eine “andere” Kultur fällt manchen von uns leichter, andere finden es etwas schwieriger, sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden. Michael Demel reflektiert in seinem Vortrag Vorurteile und Stereotypen, die wir möglicherweise mit nach China bringen und die uns das Einleben auf die ein oder andere Art und Weise erschweren können.

Ein Abend mit Konfuzius

Ein Abend mit Konfuzius

Festvortrag von Prof. dr. Rudolf G. Wagner

Termin: Freitag, 26. September 2014
Ort: Palais Prinz Carl, Kornmarkt 1, 69117 Heidelberg
1 2    Deng Xiaomei International Ensemble   ApplausPetra ThielGeneralkonsul Liang Jianquan
Prof. Dr. Dieter W. HeermannDr. Joachim GernerProf. Dr. Rudolf G. WagnerPipaspielerin Wu DiAbschlussfoto_1Abschlussfoto_2

Zur Feier des 10-jährigen Jubiläums der Konfuzius-Institute lud das Heidelberger Konfuzius-Institut am 26.09.2014 zu einem “Abend mit Konfuzius” in das Palais Prinz Carl. Nach Grußworten des Generalkonsuls Liang Jianquan (Generalkonsulat der Volksrepublik China in Frankfurt am Main), der von seiner Studienzeit in Heidelberg erzählte, des Prorektors für Internationale Angelegenheiten der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Dieter W. Heermann, und dem Bürgermeister für Familie, Soziales und Kultur der Stadt Heidelberg, Dr. Joachim Gerner, stellte der geladene Festredner des Abends, Prof. Dr. Rudolf G. Wagner, den anwesenden Gästen „Konfuzius als Anker der Stabilität in Krisenzeiten“ vor.

In rasantem Tempo erläuterte Wagner die Machtgefüge der chinesischen Dynastien bis heute. Er machte deutlich, dass Konfuzianismus zu vielen Zeiten nur eine Randerscheinung war, eine Sache weniger Spezialisten fernab der Bevölkerung. Die Obrigkeiten hatten ein wechselhaftes Verhältnis zu Konfuzius. Man berief sich in Krisenzeiten auf Konfuzius, um staatliche Ordnung durchzusetzen und Legitimität zu schaffen. Jedoch wurden Konfuzius und seine Lehren immer wieder auch für die Wurzel allen Übels gehalten und für Miseren verantwortlich gemacht.

Als Kaiser Wu Di in der Han-Zeit den Konfuzianismus zur Staatsdoktrin machte, entsprach dies weniger seiner persönlichen Überzeugung, als der praktischen Funktion der konfuzianischen Morallehre. Bei Konfuzianismus handelt es sich um eine sehr staatsorientierte Morallehre, welche jedoch kaum religiöse Elemente aufweist und keine Aussagen zum Leben nach dem Tod trifft. Entgegen westlicher Vorstellungen, waren Konfuzius Lehren keineswegs in der breiten Bevölkerung etabliert, sondern standen im Wettbewerb mit Laozi und dem Daoismus oder dem Buddhismus und durchlebten immer wieder Krisen. Was man genau unter Konfuzianismus versteht, wandelte sich ebenfalls je nach gängiger Interpretation der alten Schriften. Der in der Song-Dynastie entwickelte Neokonfuzianismus um Zhuxi, welcher die in Verruf geratene vorherige Interpretation von Konfuzius ablöste, stellte zunächst nur eine Angelegenheit weniger Spezialisten dar. Erst die von sozialen Unruhen gebeutelte nachfolgende Yuan-Dynastie erklärte den Neokonfuzianismus zur Staatsdoktrin. Hierbei erwies sich die Umdeutung der ursprünglichen wechselseitigen Beziehungen in einseitig, hierarchische Beziehungen als besonders günstig. Dennoch hielten die mongolischen Herrscher an ihrem muslimischen Glauben fest und auch in der Bevölkerung hielten sich vielfältige Religionen. Konfuzianische, Han-chinesische Gelehrte bildeten eine Allianz zur herrschenden Klasse und besetzten leitenden Staatsfunktionen. In der Ming-Zeit wurden die konfuzianischen Institutionen weitergeführt, der neue Kanon schloss jedoch auch Lehren des Buddhismus und Daoismus ein. Zu dieser Zeit erreichte der Konfuzianismus Europa. Die von Missionaren übersetzte, säkulare Variante der Texte, prägte die europäische Vorstellung einer rationalen, säkularen Staatsdoktrin.

In China geriet der Konfuzianismus während der Herrschaft der Taiping abermals in Verruf und wurde zum Schuldigen für die „Teufelsanbetung“ der Chinesen und der Fremdherrschaft der Mandschu erklärt. In der späten Qing und frühen Republikzeit wurde Konfuzius zwar von Kang Youwei als Reformer gepriesen, von Sun Yatsen und seinen Anhängern jedoch als Ursache der „Kannibalengesellschaft“ verachtet. Auch die 1949 ausgerufene Volksrepublik folgte diesem Kurs im Namen des Klassenkampfs und entdeckte Konfuzius erst in den 2000er Jahren als Hüter der chinesischen Kultur wieder, so dass auch die 2004 eingeführten Kulturvertretungen Chinas im Ausland Konfuzius’ Namen tragen: Konfuzius-Institute.

Während des anschließenden Empfangs im Foyer des Palais hatten die Freunde, Förderer und Gäste des Konfuzius-Instituts die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch das Deng Xiaomei International Ensemble mit der bekannten Mannheimer Künstlerin Deng Xiaomei an der Erhu und Claus Kiesselbach am Vibraphon sowie sowie die Pipaspielerin Wu Di.

Vorträge zur Traditionellen Chinesischen Medizin

Vorträge zur Traditionellen Chinesischen Medizin

Dr. Andrea-Mercedes Riegel stellte in dieser Vortragsreihe Grundzüge der Traditionellen Chinesischen Medizin, die Behandlung bestimmter Krankheitsbilder und die Diagnostik und Therapie am Patienten vor.

Teil 1: Einführung in die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Termin: Donnerstag, 25. September 2014
Uhrzeit: 15-16.00 Uhr
Ort: Akademie für Ältere, Bergheimer Straße 76, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Die chinesische Medizin ist reine Naturphilosophie. Der Mensch wird als Mikrokosmos im Makrokosmos gesehen, alle Vorgänge im Organismus haben ihr Vorbild in der Natur. Jeder Patient wird individuell untersucht und behandelt, unabhängig von einer schulmedizinischen Diagnose. Diese Individualität ist möglich, weil das Ergebnis der chinesischen Diagnose ein Disharmoniemuster ist, keine definierte Krankheit. Die chinesische Medizin ist Individualmedizin, zugleich auch pschychosomatische Medizin: denn es gibt keine eigenständige Psychologie oder Neurologie, die Emotionen werden den Innenorganen zugeordnet. Damit sind Psyche und Soma direkt miteinander verbunden. Das Faszinierende  an der chinesischen Medizin ist, dass sie mit ihrem speziellen Denken und ihrer Art, Symptome zu analysieren und miteinander in Beziehung zu setzen, vielen Disharmonien im Organismus auf die Spur kommt, die zuvor verborgen geblieben waren. Ursache-Wirkungsverhältnisse treten zutage, der Mensch und seine gesundheitlichen Probleme werden in ihrer Gesamtheit erfasst. Das ist das Geheimnis der außerordentlich hohen Wirksamkeit der Therapien der chinesischen Medizin. Die Grundgedanken der chinesischen Medizin, ihre Prinzipien und ihre Therapieformen sollen im ersten Teil erläutert werden.

Teil 2: TCM am Beispiel bestimmter Krankheitsbilder

Termin: Donnerstag, 02. Oktober 2014
Uhrzeit: 15-16.00 Uhr
Ort: Akademie für Ältere, Bergheimer Straße 76, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Viele chronische und Zivilisationskrankheiten sowie Schmerzzustände sind einer chinesischen Behandlung sehr gut zugänglich. Hier sind z.B. Fibromyalgie, Rheuma, Diabetes, Migräne und diabetische Polyneuropathie zu nennen. Diese Krankheiten und Schmerzzustände können je nach bestehender Symptomatik über mehrere unterschiedliche Disharmoniemuster definiert und dementsprechend unterschiedlich behandelt werden. Die möglichen Disharmoniemuster einiger Krankheiten werden analysiert und Behandlungsstrategien über Akupunktur und Kräutertherapie aufgezeigt.

Teil 3: Fallbeispiele mit Patientenbesprechung

Termin: Donnerstag, 09. Oktober 2014
Uhrzeit: 15-16.00 Uhr
Ort: Akademie für Ältere, Bergheimer Straße 76, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Die chinesische Diagnostik besteht aus vier großen Anteilen: das Sehen, Hören, Befragen und Tasten. Das bedeutet, der Therapeut betrachtet den Patienten in seiner Gesamtheit, Erscheinungsbild, Hautbild, Haar, Augen und zuletzt die Zunge werden in Augenschein genommen. Die Zunge als besonderes Organ spiegelt das gesamte Organgeschehen wider. Der Therapeut hört dem Patienten bei der Darstellung seiner Probleme aufmerksam zu und stellt danach gezielte Fragen auch zur Vorgeschichte der aktuellen Problematik, zu sozialem, beruflichem und Wohnumfeld. Den Abschluss bildet das Tasten, das Tasten bestimmter Punkte am Körper, um eventuelle organische Störungen auszuloten, und die Pulstastung. Zungen- und Pulsdiagnose sind äußerst wichtige Bestandteile der chinesischen Diagnose. Sie sollen am lebenden Patienten durchgeführt werden. Interessierte Patienten haben die Möglichkeit, sich einer chinesischen Anamnese zu unterziehen und können sich Vorschläge für eine eventuelle Therapie machen lassen. In jedem Fall erfahren sie, wie ein chinesischer Therapeut arbeitet oder arbeiten sollte.

DR. Andrea-Mercedes Riegel

Frau Dr. phil. Dr. rer. Medic. Andrea-Mercedes Riegel studierte im Anschluss an ein Fremdsprachenstudium in Französisch und Spanisch noch klassische und moderne Sinologie, Germanistik und Medizingeschichte in Heidelberg, Taibei und München. Sie lebte von 1989 bis 1991 auf Taiwan und nahm an der Schule der “Akademie für die Erforschung der chinesischen Medizin” in Taibei, über eine Dauer von 18 Monaten, theoretischen Unterricht. Darauf folgte außerdem ein Klinikpraktikum in Taibei. Auch ihre Dissertation behandelt ein Thema aus dem medizinhistorischen Bereich. Seit Ende 1999 unterhält Frau Dr. Riegel eine eigene Praxis für Naturheilkunde.

Konfuzius Institut Magazin 2014/1

Konfuzius Institut Das Magazin

Konfuzius Institut Magazin
Ausgabe 2014/1

Die chinesisch-deutsche Publikation „Konfuzius Institut“ wird seit 2014 herausgegeben. Den Lesern im deutschsprachigen Raum bietet das Magazin alle zwei Monate bereichernde und vielfältige Einblicke in die chinesische Kultur und Sprache. Das Magazin liegt kostenfrei in den Konfuzius-Instituten des deutschsprachigen Raums aus. In jeder Ausgabe finden Sie z. B. nützliche Vokabeln, leckere Rezeptideen und Berichte über die Aktivitäten von Konfuzius-Instituten im deutschsprachigen Raum. Bitte beachten Sie, dass das Magazin bei uns innerhalb weniger Tage vergriffen sein kann.

Link zum Durchblättern: https://issuu.com/konfuziusinstitut/docs/konfuzius_institut_01-2014

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