Re:member – Videoprojektion mit elektronischer Musik und Live-Performance

Eintritt (nur Abendkasse): 10 EUR / 5 EUR (Mitglieder)

BITTE BEACHTEN SIE: Aufgrund der aktuellen Lage gilt für die Veranstaltung die 2G+ Regel. Das heißt, dass nur Genesene und Geimpfte Zutritt haben, die einen tagesaktuellen Schnelltest aus einem offiziellen Testzentrum oder einen PCR-Test, der maximal 48 Stunden zurückliegt, vorlegen. Bitte beachten Sie auch, dass der Zutritt mit dem gelben Impfpass nicht mehr möglich ist; es muss ein QR-Code per App oder in Papierform mitgeführt werden. Aufgrund der begrenzten Sitzplätze raten wir zudem dazu, Eintrittskarten vorab unter info@konfuzius-institut-heidelberg.de zu reservieren. Wir hinterlegen diese gerne an der Abendkasse. Die Abendkasse öffnet 45 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Ihnen vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Kooperation!

Die Zusammenarbeit zwischen der in Deutschland lebenden Komponistin Dong ZHOU und der taiwanesischen Tänzerin Jess Chiayi Seetoo entsprang dem Wunsch, die räumliche Distanz zwischen ihren beiden Lebensmittelpunkten – den Hafenstädten Hamburg und Shanghai – in einem gemeinsamen Projekt künstlerisch zu überbrücken. Zu zweit machten sie sich auf die Suche nach neuen Formen der Erzählung und der Kollaboration.

Material fanden die beiden Künstlerinnen in ihren jeweils individuellen und dennoch durch Parallelen gekennzeichneten Biografien. In ihren Familiengeschichten, die sowohl von westlichen als auch von chinesischen Musiktraditionen geprägt sind, sahen sie Potenzial für eine multiperspektivische Performance. So waren verschiedene Verwandte Seetoos Musiker – ihre Großtante sogar stimmführende Cellistin im Chinesischen Nationalorchester und eine der Meisterschülerinnen des berühmten russischen Cellisten Mstislav Rostropovich. Ihr Tod im Mai 2021 markierte das Ende des direkten Familienstammbaums. Dong ZHOU entstammt ebenfalls einer Musikerfamilie. Für sie spielt die chinesische Tradition der Seiden- und Bambusmusik (Jiangnan Sizhu) eine wichtige Rolle.

In der gemeinsamen Performance, die aus einer aufgezeichneten Choreografie der Tänzerin und Choreografin Jess Chiayi Seetoo und den elektronischen Klängen der Multimediakomponistin und Musikerin Dong ZHOU besteht, verarbeiten die beiden Künstlerinnen signifikante Elemente und Materialien ihrer Biografien sowie der ihrer familiären Geschichte und Herkunft, indem sie diese collagenartig anordnen und miteinander in Beziehung bringen. Das Videoprojekt mit Live-Performance ist eine Reflexion über das Leben mehrerer Generationen zwischen Asien und Europa. Immer wieder werden Filmpassagen kommentiert durch live eingeschobene musikalische Abschnitte und Improvisationen auf der westlichen Violine und ihrem chinesischen Pendant, der chinesischen Kniegeige Erhu. Es ist ein Experiment mit ungewissem Ausgang, eine Reflexion darüber, wie ein neuer Raum der künstlerischen Kollaboration geschaffen werden kann – virtuell, physisch und dazwischen.

Elektronische Musik: Dong ZHOU
Tanz und Choreografie: Jess Chiayi Seetoo
Chinesische Erhu: Tzu-Ning LIAO
Violine: Dong ZHOU
Konzeption: Dong ZHOU, Jess Chiayi Seetoo

In Kooperation mit dem KlangForum Heidelberg e.V.

Vortragsreihe Sinology goes public: Laut, Bedeutung, Form – Die chinesische Sprache zwischen Erforschung und Reform

Am 25. November 2021 um 18 Uhr setzen wir unsere Vortragsreihe Sinology goes public, in der Nachwuchswissenschaftler*Innen ihre Forschungsthemen vorstellen, mit Mariana Münning und ihrem Vortrag Laut, Bedeutung, Form – Die chinesische Sprache zwischen Erforschung und Reform fort.

Der Vortrag ist als Präsenzveranstaltung in den Räumen des Konfuzius-Instituts Heidelberg geplant. Sollte es pandemiebedingt zu Änderungen kommen, werden diese auf der Website bekannt gegeben. Unser Hygienekonzept für Veranstaltungen finden Sie hier.

Das 20. Jahrhundert in China war von radikalen Sprachreformen geprägt. Dieser Vortrag beschreibt, wie die beteiligten Linguisten moderne westliche Sprachwissenschaft und traditionelle chinesische Philologie miteinander vereinten, um Fragen zu klären wie: Was soll die chinesische Standardsprache sein? Was ist ein Wort im Chinesischen? (Wie) Kann die Schrift reformiert werden?

Die Hauptrolle in diesem Vortrag spielt Wei Jiangong 魏建功 (1901-1980), der unter anderem für die Kompilation des meistverkauften Wörterbuchs der Welt bekannt ist. An seinem Beispiel werden die größten Streitpunkte in der Sprachplanung des 20. Jahrhunderts unter Einbezug seiner Kollegen behandelt. Obwohl die durchgesetzten Reformmaßnahmen oft als großer Einschnitt in die chinesische Sprachwelt gesehen werden, zeigt das stetige Abwägen zwischen sprachwissenschaftlicher Deskription und politischer Präskription von Linguisten wie Wei Jiangong, dass sie auch als ein Schritt zur sprachlichen Selbstbestimmung gesehen werden müssen.

Das englischsprachige Buch zum Thema erscheint unter dem Titel Sound, Meaning, Shape: The Phonologist Wei Jiangong (1901–1980) between Language Study and Language Planning im Winter 2021/2022 bei Crossasia-Ebooks: https://crossasia-books.ub.uni-heidelberg.de/xasia/catalog/preview

Mariana Münning ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sinologie der Universität Heidelberg. Sie forscht, lehrt und publiziert vor allem in den Bereichen Sprachwissenschaft, Sprachplanung und Schulbücher im China des 20. Jahrhunderts.

 

 

Bild oben: Erste Seite von Wei Jiangongs Manuskript Hanzi shengyunxue 漢字聲韵學 (Phonologie der chinesischen Schriftzeichen) Familienbesitz, Peking, ca. 1935.

Sehnsucht nach Shanghai – Die Autorin Lingyuan LUO im Gespräch mit Prof. Dr. Gertrud M. Rösch

Veranstaltung zum Bundesweiten Vorlesetag

Eintritt frei. Begrenzte Platzzahl. Es gilt die 2-G-Regel (Stand: 17.11.2021; Anpassungen anhand der aktuellen Lage möglich). Unser Hygienekonzept finden Sie hier: Hygienekonzept Veranstaltungen

Die amerikanische Journalistin Emily Hahn geht 1935 in Shanghai von Bord – wenig später liegt der schönen amerikanischen Journalistin die Stadt zu Füßen, in den Staaten reißt man sich um ihre China-Reportagen für den New Yorker. Als sie den Dichter und Verleger Zau Sinmay ( 邵洵美 Shao Xunmei) trifft, ist es Liebe auf den ersten Blick. Er ist gebildet, attraktiv, millionenschwer – und verheiratet. Eine leidenschaftliche Affäre beginnt, Emily erhält Zugang zur künstlerischen Avantgarde und gehobenen chinesischen Gesellschaft. Als der Krieg über Shanghai hereinbricht, riskiert sie ihr Leben für Zau und seine Familie. Eine letzte gemeinsame Reise führt die Liebenden nach Hongkong. Emily gelingt mit Zaus Hilfe der große Wurf, ihre Biografie über die einflussreichen Soong Sisters macht sie weltberühmt. Doch Zau muss nach Shanghai zurück, und das Schicksal will, dass Emily dem britischen Geheimdienst in die Arme läuft…

Am Bundesweiten Vorlesetag treffen die Autorin Lingyuan Luo und die Germanistin Gertrud Maria Rösch erneut in Heidelberg aufeinander, um über Luos aktuellen Roman über eine ungewöhnliche Frau, eine legendäre Liebe und eine spannende Zeitreise nach Shanghai, das „Paris des Ostens“ der wilden Dreißigerjahre, zu sprechen. Es liest die Heidelberger Schauspielerin Johanna Withalm.

Lingyuan LUO wurde 1963 in China geboren. Sie studierte Computerwissenschaft und Journalismus in Shanghai und lebt seit 1990 in Berlin, wo sie auch anfing, ihre Texte in deutscher Sprache zu verfassen. Ihr erster Erzählband Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem fünften Stock (2005) wurde mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet. 2017 erhielt sie den Erfurter Stadtschreiber-Literaturpreis, 2020 war sie Alfred-Döblin-Stipendiatin der Akademie der Künste in Berlin. Zahlreiche ihrer Romane beschäftigen sich mit deutsch-chinesischen Begegnungen und den Missverständnissen, die damit einhergehen, wie z.B. Die chinesische Delegation (2007), Wie eine Chinesin schwanger wird (2009) oder der Erzählband Nachtschwimmen im Rhein (2008). Ihr aktueller Roman Die chinesische Orchidee (2019) ist im zeitgenössischen China angesiedelt und erzählt von den Aufstiegsbestrebungen einer machtbewussten Frau. Ihren neuesten Roman Sehnsucht nach Shanghai (2021) siedelte sie im Jahr 1935 in Shanghai an und verarbeitete darin das schillernde Leben der amerikanischen Journalistin Emily Hahn. Lingyuan Luos Literaturschaffen wurde mit zahlreichen Stipendien gefördert, darunter dem Alfred-Döblin Stipendium, dem Arbeitsstipendium des Berliner Senats und dem Grenzgänger-Programm der Robert Bosch Stiftung.

Weitere Werke:

2008: Die Sterne von Shenzhen (Roman)

2013: Das Mädchen, der Koch und der Drache (Roman)

2018: Gelbe Seide: Geschichten aus China und Deutschland (Erzählungen)

2019: Die chinesische Orchidee (Roman)

2021: Sehnsucht nach Shanghai (Roman)

Gertrud Maria Rösch ist seit 2005 als Professorin am Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie (IDF) der Universität Heidelberg tätig. Schwerpunkt ihrer Forschung ist das Verhältnis von Fiktionalität und Faktizität. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit zum Schlüsselroman beschäftigt sie sich in zahlreichen interdisziplinär und intermedial ausgerichteten Aufsätzen mit der historischen Anthropologie, den Gender Studien sowie der Satire und Karikatur. Sie ist Mitherausgeberin des Literaturwissenschaftlichen Jahrbuchs sowie der Zeitschrift Literaturstraße: Deutsch-chinesisches Jahrbuch für Sprache, Literatur und Kultur. Gastprofessuren führten sie in die USA, nach Ägypten und auch nach China. Auch als Partnerschaftsbeauftragte für die Shanghai International Studies University, eine Partneruniversität der Universität Heidelberg, ist sie mit China auf vielfältige Weise verbunden.

Online Briefing on 2022 SJTU International Graduate Admissions

Wer ein Auslandsstudium an unserer Partneruniversität, der Shanghai Jiao Tong University, plant, kann gerne am Freitag, d. 19. November um 10 Uhr an einer Online-Informationsveranstaltung teilnehmen. Es wird um eine Registrierung gebeten. Weitere Informationen erhaltet ihr auf dem beigefügten Flyer:

ChinaCool: Singles’ Day

Am 11. November um 17:30 Uhr laden wir zu einer neuen ChinaCool-Veranstaltung ein. Der 11. November ist in China auch als Single’s Day bekannt. In ihrem Vortrag wird uns Referentin Chang Xiaojie, die am Institut für Sinologie der Universität Heidelberg promoviert, erklären, was es damit genau auf sich hat.

Zuerst erklärt sie die Ursprünge dieses Tages als eine Art “Anti-Valentinstag” für Alleinstehende unter chinesischen Studierenden. Später entwickelte sich das Ganze zu einem “Kauf-Karneval”, an dem man zahlreiche Angebote in Geschäften, online sowie offline, finden kann. Mittlerweile ist der 11. November der umsatzstärkste Tag für viele chinesische Online-Händler. Der Vortrag geht auf zwei Perspektiven ein. Zum einen die der normalen Verbraucher:innen und auf der anderen Seite noch die der Online-Shops.

Die Veranstaltung findet im Konfuzius-Institut in Präsenz statt. Bitte beachten Sie die Hygienevorschriften.

Was ist ChinaCool?

Was wissen Deutsche eigentlich über China? Wie denkt man in Deutschland über China und welche Vorstellungen haben Chines:innen im Gegenzug von Deutschland und was denken Chines:innen über Deutsche?

Bei Chinacool hinterfragen wir gängige Vorurteile und Stereotypen über China und Deutschland und lernen den kulturellen Hintergrund des “anderen” Landes besser kennen. In Kurzvorträgen stellen wir Themen vor, die uns persönlich interessieren, die in China oder Deutschland gerade aktuell sind und uns Einblicke geben in Denken und Kultur in China wie in Deutschland. In kleinen Gruppen unterhalten wir uns in deutscher und chinesischer Sprache und lernen so China und Deutschland nicht nur aus einer oft ganz neuen Perspektive kennen, sondern haben auf diese Weise auch die Möglichkeit, unsere Sprachkenntnisse zu vertiefen, Sprachpartner:innen und Freunde zu finden.

Wir wollen gemeinsam lernen, dabei viel Spaß haben und Themen diskutieren, die uns ganz persönlich interessieren. Chinacool wird gemeinsam mit den Teilnehmer:innen organisiert. Ihr könnt eure Ideen einbringen und gemeinsam mit uns das Format gestalten. Wir freuen uns auf euch!