Christoph Rehage: The Longest Way – Zu Fuß durch China

Von einem, der auszog, China zu durchlaufen

 

Termin:  Dienstag, 30. Oktober 2012
Uhrzeit: 19.00 Uhr
Ort: Kleiner Saal, Stadtbücherei Heidelberg, Poststraße 15, 69117 Heidelberg
Eintritt: 7€, erm. 5€
Bericht über Christoph Rehages Vortrag in der restlos ausverkauften Heidelberger Stadtbibliothek am 30. Oktober 2012

Eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. So steht es im Daodejing, einem der großen philosophischen Werke Chinas. Christoph Rehages Reise von 4.646 Kilometern begann nicht nur mit dem sprichwörtlichen ersten Schritt – das Zu-Fuß-unterwegs-Sein wurde zu Rehages Reisephilosophie und Hauptbedingung, die an seinen Weg geknüpft war. So trat Christoph Rehage – oder Lei Ke, wie er von seinen chinesischen Freunden und Bekannten genannt wird – an seinem 26. Geburtstag und nach einem zweijährigen Studienaufenthalt in Peking im Spätherbst 2007 seinen Heimweg Richtung Niedersachsen an. Zu Fuß. Ein Mal quer durch das Reich der Mitte. Ausgangspunkt und treibende Kraft war ein tief gehegter Wunsch. So heißt es in seinem Buch:

„Ich will zum Horizont, um zu gucken, was dahinter liegt. Und dann zum nächsten. Und zum übernächsten. Alles ist neu. Ich atme, und egal, wie die Luft schmeckt, sie ist immer neu.“

Tatsächlich begegnete dem Studenten der Sinologie, Abenteurer, Kameramann und Autor auf seinem beeindruckenden Fußmarsch viel Neues – und vor allem andere Menschen, die das Unterwegssein zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben und von deren berührenden Lebensgeschichten Christoph Rehage am 30. Oktober in der restlos ausverkauften Stadtbibliothek Heidelberg erzählte. Rehages sehr persönlicher und visuell dokumentierter Bericht amüsierte die Zuhörer, er regte zum Nachdenken an und präsentierte ein China, welches man so nur selten erlebt. Von der Neugier getrieben entdeckte Rehage beispielsweise einen Berg, den er auch sogleich bestieg, er floh vor Bienenschwärmen, machte kilometerweite Umwege, um Kulturstätten zu besuchen und lernte die Vorteile einer guten Campingausstattung zu schätzen. Nach drei durchgelaufenen Schuhen endete seine Reise ein Jahr nach seinem Aufbruch aus Peking in Urumqi. Vorerst.

In der Zwischenzeit ist Rehage während der Semesterferien die noch fehlende Strecke bis zur kasachischen Grenze weitergelaufen. Ob er den „longest way“ bis ins heimatliche Bad Nenndorf tatsächlich jemals beenden wird, ließ Rehage offen. Wir bedanken uns bei Christoph Rehage für einen kurzweiligen, abwechslungsreichen, reichlich bebilderten Abend und bei allen Zuhörern, die den Weg am 30. Oktober in die Stadtbibliothek Heidelberg gefunden haben! Diejenigen, die umsonst anreisten, seien getröstet: Wir haben vor, Christoph Rehage aufgrund der großen Nachfrage ein weiteres Mal nach Heidelberg einzuladen. Den neuen Termin werden wir rechtzeitig bekanntgeben.

Vortrag: Chinas außenpolitisches Improvisationstheater: Rollenwandel zwischen Entwicklung und Internationalisierung

Josie-Marie Perkuhn M.A.: Chinas außenpolitisches Improvisationstheater: Rollenwandel zwischen Entwicklung und Internationalisierung

 

Termin: Donnerstag, 25. Oktober 2012
Uhrzeit: 19.00 – 20.00 Uhr
Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg
Speyerer Straße 6, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Seit der Reform- und Öffnungspolitik fährt China auf der Überholspur zur wirtschaftlichen Großmacht – vielleicht gar zur Supermacht? Nicht allein die asiatische Welt verändert sich, seit dem Ende des Ost-West-Konflikts weht ein neuer internationaler Wind: Global Governance. Die rasante Entwicklung Chinas und die zunehmende Verrechtlichung internationaler Beziehungen sind zwei aktuelle Kernthemen in der Außenpolitikforschung. Nicht  allein der Zuwachs intergouvernementaler Organisationen, wie der Welthandelsorganisation (WTO), Weltgesundheitsorganisation  (WHO) oder dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) ist bemerkenswert, sondern vor allem der wachsende Einfluss dieser rechtsförmigen Institutionen. Wie beeinflussen diese ‘verrechtlichten’ Beziehungen Chinas außenpolitische Rolle? Wie wirken die zunehmend multilateralen Beziehungen auf Chinas “friedliche Entwicklung”?

Josie-Marie Perkuhn studierte Politikwissenschaften und Klassische Sinologie in Heidelberg, Shanghai und Chengdu. Ihre Studienschwerpunkte umfassten Internationale Beziehungen, Asien- und Außenpolitik, chinesische Religion und Philosophie sowie Rechtstradition. Derzeit ist sie als Projektmanagerin am Heidelberger Institut für Politische Wissenschaft (IPW) beschäftigt. Ihre Magisterarbeit legte sie im Frühjahr 2012 zu dem Thema “Verrechtlichung internationaler Beziehungen und die VR China” ab.