14. internationaler Sprachwettbewerb „Chinese Bridge“ für Schülerinnen und Schüler

2021年”汉语桥”世界中学生中文比赛德国赛区比赛由施特拉尔松德孔院和汉诺威孔院联合承办。决赛安排在6月26日周六通过ZOOM平台线上举办。

Die Konfuzius-Institute Stralsund und Hannover laden zum diesjährigen Chinese Bridge Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler ein. Der Wettbewerb wird am Samstag, den 26. Juni 2021 online über die Videokonferenz-Plattform Zoom ausgetragen.

“汉语桥”中学生中文比赛是继“汉语桥”世界大学生中文比赛后,在 2008 年启动的又一项大型年度国际汉语赛事。“汉语桥”中文比赛为世界各国学习中文的青年学生提供一个展示中文能力的舞台,打造互相学习和交流的平台,激励其学习中文的热情和兴趣,增进其对中文和中华文化的理解。

Der internationale Schüler-Wettbewerb für die chinesische Sprache „Chinese Bridge“ ist ein großer, jährlich ausgetragener internationaler Chinesisch-Sprachwettbewerb, der 2008 nach dem Vorbild des “Chinese Bridge” Chinesisch-Sprachwettbewerbs für Studierenden ins Leben gerufen wurde. Der „Chinese Bridge“ Schüler-Wettbewerb bietet Schülerinnen und Schülern aus aller Welt die Chance, ihre chinesischen Sprachfähigkeiten auf einer internationalen Bühne unter Beweis zu stellen, eine Plattform für gegenseitiges Lernen und Kommunikation zu schaffen, ihren Enthusiasmus und ihr Interesse am Erlernen der chinesischen Sprache zu motivieren und ihr Verständnis für die chinesische Sprache und Kultur zu verbessern.

第十四届“汉语桥”世界中学生中文比赛德国赛区决赛由中华人民共和国驻德意志联邦共和国大使馆教育处主办,汉诺威孔子学院和施特拉尔松孔子学院共同承办。决赛的两名优胜者将被邀请至中国参加总决赛,获奖者将得到各种丰厚奖励,包括语言奖学金。

Das Deutschlandfinale des 14. Schüler-Wettbewerbs 2021 wird von der Abteilung für Bildungswesen der Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland getragen und mit Unterstützung der Konfuzius-Institute Hannover und Stralsund organisiert. Die zwei Gewinner des deutschen Finales werden am Finale in China teilnehmen. Für die Siegerinnen und Sieger des Weltfinales gibt es Stipendien des Konfuzius-Instituts und Sachpreise zu gewinnen.

 

Seien Sie dabei, wenn am Samstag, 26.06.2021 elf junge Kandidatinnen und Kandidaten ihre Chinesisch-Kenntnisse in einem Vortrag, ihr Talent in einer künstlerischen Darbietung und ihr Wissen über China in einer Fragerunde präsentieren. Außerdem haben wir ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm aus Grußbotschaften, Musik und Videobeiträgen zusammengestellt. Sie können den Wettbewerb entweder in einem Live-Stream auf dem YouTube-Kanal des Konfuzius-Instituts Stralsund (https://www.youtube.com/watch?v=ol05CHCmDkI) oder über Zoom mit diesem Zugang verfolgen:

https://us02web.zoom.us/j/83173517656?pwd=ZVdLQjQ1T3lPc0R6THBzWnJwUjNrZz09

Zoom ID: 83173517656

Passcode: hanyuqiao

Programmablauf

Ab 9:45 können Sie sich zuschalten und sich mit Videos von chinesischen Partnerstädten Niedersachsens und Stralsunds auf den Wettbewerb einstimmen. Der weitere Ablauf ist wie folgt geplant:

10:00 Uhr: Musikalischer Auftakt, Videobotschaften und Grußworte

10:30-11:40 Uhr: Erste Runde des Wettbewerbs (KandidatInnen 01-06)

11:40-12:00 Uhr: Grußbotschaften und Videos der Partnerhochschulen

12:00-13:00 Uhr: Zweite Runde des Wettbewerbs (KandidatInnen 07-11)

Musik- und Videoprogramm, während die Jury sich zur Beratung zurückzieht.

13:30 Uhr: Kommentar der Jury und Bekanntgabe der Gewinnerinnen und Gewinner

13:40 Uhr: Preisverleihung und Schlussworte

HanyuQiao2021_Programm

Chinesische Medizin und Demenz (Parkinson, Alzheimer, MS)

Am 24. Juni 2021 behandelte Andrea Mercedes Riegel in der Reihe „Chinesische Medizin“ in unserer in Kooperation mit der Akademie für Ältere stattfindenden Vortragsreihe “Chinesische Medizin” zum vorläufigen Abschluss dieser Vortragsreihe in diesem Jahr das Thema “Chinesische Medizin und Demenz“.

Unter Federführung der Akademie für Ältere Heidelberg und in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern und Unterstützern aus Stadt und Kirche wird derzeit eine „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ in Heidelberg und Umgebung aufgebaut und zahlreiche Veranstaltungen von der Akademie für Ältere zum Thema angeboten. Daher und um die neuere Forschung hierzu in China vorstellen zu können, haben wir dies zum Anlass genommen, den letzten Vortrag in unserer Reihe “Chinesische Medizin”  ebenfalls dem Thema “Demenz” zu widmen.

Die Demenz stellt eines der größten gesundheitlichen Probleme in der Welt dar. In Deutschland leben rund 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, weltweit sind ca. 50 Millionen betroffen – Tendenz steigend. Demenz, sinngemäß „Ohne Geist“, definiert sich durch einen Abbau geistiger Fähigkeiten. Der Abbau geistiger Fähigkeiten, das zunehmende Vergessen (ganzer Vorgänge und Handlungen) führen letztlich dazu, dass der Patient allmählich seine Alltagskompetenz verliert. In der weiteren Entwicklung der Erkrankung treten neben Sprachprobleme, Veränderungen im psychischen Bereich sowie Persönlichkeitsveränderungen auf. Es kommt zu Störungen in folgenden Bereichen: Gedächtnis/Erinnerung, Denken, Sprache, Verhalten/Persönlichkeit und Orientierung.

Die Demenz ist auch Teil anderer systemischer Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Diabetes. In China ist die Behandlung der Demenz über die chinesische Medizin erst seit einigen Jahren in der Diskussion, die bisherigen Erfolge sind bereits erfolgversprechend. Es wurden verschiedene Demenz-Arten aus Sicht der chinesischen Medizin beleuchtet und die Chancen für Verbesserungen betrachtet. Da meist mehrere Symptome mit der Demenz einhergehen, wird allgemein vom „dementiellen Syndrom“ gesprochen. Es ist meist die Folge einer chronischen Erkrankung des Gehirns mit einer Störung der höheren kortikalen Funktionen. Die Pathomechanismen der Demenz sind weitgehend unbekannt, eine ätiopathogenetische Rolle spielen generell Nervenentzündungen, Schädigungen cholinerger Übertragungswege oder Intoxikationen sowie genetische Mechanismen. Das Risiko, an Demenz zu erkranken, steigt natürlich mit dem Lebensalter. Weitere Risikofaktoren sind weibliches Geschlecht, bestimmte Grunderkrankungen wie Morbus Parkinson oder Diabetes oder Bluthochdruck.

Die Demenz umfasst mehrere Unterarten. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Demenz, daneben die Alters- und die vaskuläre Demenz und die frontotemporale Demenz, denen jeweils unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen.

Die normale (Alters) -demenz zeigt Symptome wie Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, beeinträchtigtes Denkvermögen, Probleme mit Alltagsbeschäftigung, Stimmungsschwankungen und Persönlichkeitsveränderungen. Zusätzlich können auftreten: Schlafstörungen, Probleme mit dem Tag-Nacht-Rhythmus, Essstörungen, später Inkontinenz und Ruhelosigkeit, das sog. „Wandering“. Bei der vaskulären Demenz sind die Symptome abhängig von dem von der Blutunterversorgung betroffenen Areal, und sie zeigt sich vornehmlich in einer Verlangsamung der Sprache, in Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen. Ursache sind hier meist Durchblutungsstörungen, hervorgerufen durch Arterienverkalkung der Hirngefäße, Hirnblutungen, Hirninfarkt (verstopfte Gefäße im Gehirn) oder Bluthochdruck. Auch Gluten als Verursacher chronischer degenerativer Entzündungen im Gehirn kann eine gewisse ätiologische Rolle bei der vaskulären Demenz spielen.

Eine besondere Form der Demenz ist die Alzheimer-Demenz. Sie ist gekennzeichnet durch einen fortschreitenden Prozess, ausgehend von einem zunächst schleichenden Beginn. Der schleichende Beginn ist gekennzeichnet durch Gedächtnisstörungen. Im weiteren Verlauf kommt es zum kontinuierlichen Abbau von Exekutivfunktionen, Aufmerksamkeit, räumlichen Fähigkeiten und psychomotorischer Geschwindigkeit. Begleitet wird die Alzheimer-Demenz von Depression, Apathie, Reizbarkeit, Aggression, Verwirrtheit und Gangstörungen. Als ätiologisch relevant werden hier  kleinste Veränderungen im Gehirn diskutiert, die sich als Plaques und Fibrillen zeigen. Diese Plaques bestehen aus dem Eiweiß beta-Amyloid und Tau-Protein. Auch die Fibrillen sind Eiweißstrukturen, die sich innerhalb der Nervenzellen fadenartig zusammenlegen. Es zeichnet sich zudem ein signifikanter Rückgang der Hirnmasse im Bereich des Hippocampus ab. Als Risikofaktoren für Alzheimer gelten Schwermetalle und Gifte wie Lösemittel oder Holzschutzmittel sowie Aluminium im Gehirn.

Die Standardtherapie in der Schulmedizin arbeitet u.a. mit verschiedenen Naturpräparaten wie z.B. Gingko zur Aktivierung der Blutzirkulation im Gehirn. Für die Alzheimerkrankheit werden vornehmlich Acetylcholinesterase-Hemmer eingesetzt (Donepezil, Rivastigmine), im fortgeschrittenen Stadium meist als Palliativum. Zusätzlich werden Medikamente für spezielle Symptome oder eventuelle Grunderkrankungen (Depression, Bluthochdruck, etc.) verabreicht. Daraus kann sich ein Medikamentencocktail ergeben, der wieder die Entgiftungsfunktionen von Leber und Niere überfordert, was sich dann rückwirkend wieder negativ auf die Hirnleistung auswirkt.

In der chinesischen Kulturgeschichte war der allmähliche Verlust des Denkvermögens kein eigenständiges Thema von medizinischem Interesse. Dementsprechend finden sich in der klassischen Literatur nur wenige Erwähnungen zur Demenz, die erste in der Geheimen Biographie des Hua Tuo aus dem dritten Jahrhundert. Erst in der Mingzeit findet sich im Jingyue quanshu des Zhang Jiebin ein Kapitel über Symptome des Verlustes der klaren geistigen Wegsteuerung und die Beschreibung von deren Ätiologie und Therapie. Die wichtigste Standardrezeptur, die Zhang zu diesem Thema entwickelte, das Qi Fu Yin 七福饮, ist heute Gegentand weitgehender Studien in China. (s.u.)

Aus chinesischer Sicht hängen Gehirn und Gehirnleistung von der Ernährung durch die Niere bzw. die Nieren-Essenz ab. Die Grundlage für die geregelte Hirnleistung und „klares Bewusstsein“ (shen) bildet also die Versorgung mit Essenz, die durch das Nieren-Qi in das Gehirn transportiert oder für die Bildung von Herz-Blut bereitgestellt werden muss, damit das Herz als Speicher des shen in die Lage versetzt wird, seiner Aufgabe nachzukommen. Die Niere wiederum wird von der Milz versorgt, ihr Essenz-Depot wird angereichert durch Essenz, die durch die Milz gefiltert wird. Erschöpfung von beiden, Niere und Milz, sind Risikofaktoren für das Entstehen einer Demenz. Das klare Bewusstsein hängt weiter von Qi ab. Mangel an Qi oder Stagnation in den Gefäßen von Qi und Blut bedeutet schwache Gedächtnisleistung und Mangel an geistigem Antrieb und sind auch Risikofaktoren für das Entstehen von „Schleim“. Durchblutungsstörungen der vaskulären Demenz wie die Bildung von Plaques bei der Alzheimer-Demenz gehören in den Bereich des Pathogens „Schleim“. Als wichtigste präventive Maßnahme gegen die Manifestation einer Demenz ergibt sich demnach die Ernährung. Zu den Prinzipien der adäquaten Ernährung zählt Ernährung mit warmen nährenden Lebensmitteln, daneben der Verzicht auf Kuhmilch und Gluten als „Schleimbildner“. Als zweiter Faktor für die Prävention ergibt sich die Aktivierung der Blutzirkulation durch Bewegung an frischer Luft als Quelle für Qi.

Die bei der Alzheimer-Demenz als Begleitsymptome auftretenden Depressionen, Aggression und Reizbarkeit sprechen zum einen für eine Mitbeteiligung der Leber, Leber-Qi-Stagnation oder hochschlagendes Leber-Yang. Zum anderen können diese Symptome auch zur „Schleim-Hitze im Herzen“ gerechnet werden. Da das Herz das Bewusstsein (shen神) speichert, muss innerhalb der Therapie jeder Art von Demenz auch das Herz angesprochen und gestärkt werden, insbesondere das Herz-Blut. Die generellen Verlangsamungen sprechen für Stagnationen oder Mangel and Qi, die Unruhe für einen Mangel an Yin.

Die Gewichtung sieht bei den unterschiedlichen Formen der Demenz prinzipiell etwas unterschiedlich aus: Für alle Arten der Demenz ist zunächst die Aktivierung der Blut- und Qi-Zirkulation essentiell. Bei der Altersdemenz steht das Nähren der Nieren-Essenz sowie die Stärkung des Nieren-Qi im Vordergrund, daneben das Nähren von Milz und Herz. Bei der Alzheimer-Demenz liegt hingegen der Fokus auf dem Thema „Schleim“.

Die unbefriedigenden Ergebnisse der Therapien der Schulmedizin im Bereich der Demenz haben viele Forscher in Asien in jüngerer Zeit dazu veranlasst, bei der Therapie der Demenz verstärkt auf den Einsatz von chinesischen Phytotherapeutika zu setzen und auch randomisierte Studien zum Thema Demenz in der chinesischen Medizin auf den Weg zu bringen. Die Untersuchungen beziehen sich sowohl auf Einzeldrogen als auch auf Standardrezepturen, insbesondere das Qi fu Yin 七福饮von Zhang Jiebin. Er wählte die Zusammensetzung zur „Stärkung des Nieren-Wassers und des Yin gegen aufloderndes Feuer“. Das Qi fu Yin besteht aus sieben Ingredienzien, nämlich Panax Ginseng (renshen), Rehmanniae glutinosae Rad. viride (shengdi huang), Angelicae sinensis Rad. (danggui), Glycyrrhizae Rad. (gancao), Atractylodis macro. Rhiz. (baizhu), Polygala Rad. (yuanzhi) und Ziziphi spinosae Semen (suanzaoren). Sie erfüllen die oben genannten Kriterien, nämlich das Qi zu stärken, Yin zu nähren, die Blutzirkulation zu aktivieren, Schleim zu wandeln und das Herz zu stärken. Eine Studie mit 697 Patienten zeigte eine klare Verbesserung der Lernkapazität und des Gedächtnisses bei Alzheimer und vaskulärer Demenz. Außerdem gibt es einen gewissen synergistischen Effekt mit Präparaten aus der Schulmedizin. Das Qi Fu Yin hat zudem einen neuroprotektiven Effekt, wertvoll als Prävention. Als Beispiel für eine Einzeldroge, die als Antidemenz-Mittel auf dem Prüfstand steht, sei die Gastrodiae Rhizoma (tianma天麻) genannt. Sie wird bereits seit langem für die Therapie von Schwindel, Lähmungen, Epilepsie und Hypertonie eingesetzt. In verschiedenen Studien hat sie sich als neuroprotektiv und mobilisierend auf das cerebrocardiovaskuläre System erwiesen. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich heute auch auf vaskuläre und die Alzheimer-Demenz.

Fazit

Die chinesische Phytotherapie scheint eine sinnvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Medikation innerhalb der Demenzbehandlung zu sein. Es gibt vielversprechende Ansätze für die Anwendung chinesischer Kräuter in der Demenz-Therapie. Allerdings bedarf es weiterer Studien zu Einzeldrogen oder experimentellen Drogenrezepturen, um definitive Aussagen zur Wirksamkeit der Drogen machen zu können. Insbesondere von Interesse ist die Frage, inwieweit eine Typenunterscheidung, etwa nach Stadien, die Effektivität erhöht oder eine Kombination mit Akupunktur sinnvoll ist. Eine weitere Option könnte die Integration der Ohrakupunktur, speziell der Implantat-Akupunktur, sein, bei der über die Ohrmuschel ein direkter Zugang zum zentralen Nervensystem erreicht wird und Implantate einen Dauerreiz auslösen.

Der alternative Weg über die chinesische Medizin scheint insofern interessant, als über eine Reduzierung der nebenwirkungsreichen Pharmaka eine Entlastung der Organe Niere und Leber als Ausscheidungsorgane erzielt und eine Unterstützung der Organfunktionen zur verbesserten Entgiftung erzielt werden kann.

 

Literaturempfehlungen:

Zhang Jiebin (1996). Jingyue quanshu. Shanghai: Shanghai kexue jishu chubanshe

Lei Wang et. al (2021), „Is Qi Fu Yin effective in clinical treatment of dementia? A meta-analysis of 697 patients”, Medicine Journal. 100.5: 1-11

Yong Wang (2020), “ Gastrodia elata Blume (Tianma): Hope for Brain Aging and Dementia, Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, vol. 2020, ID 8870148

(Angaben basieren auf dem Vortrag sowie dem Vortragsmanuskript von Andrea-Mercedes Riegel)

 

Die Veranstaltung fand online als Teams-Livestream statt.

Andrea Mercedes Riegel schloss an ein Sprachenstudium ein Studium der Sinologie, Germanistik und Medizingeschichte an. Sie spezialisierte sich auf klassische chinesische Medizin, studierte 1989-1991 chinesische Medizin an einer privaten Fachschule in Taiwan. Auf die Promotion 1999 in Sinologie folgte 2010 die zweite in theoretischer Medizin. Sie arbeitet als Heilpraktikerin seit 1999 in eigener Praxis Praxis für klassische chinesische Medizin in Oftersheim bei Heidelberg und gibt regelmäßig im Rahmen ihrer Vorträge exklusive Einblicke in die chinesische Naturheilkunde. Fachpublikationen, Übersetzungen klassischer medizinischer Texte aus dem Chinesischen in europäische Sprachen sowie Lehrtätigkeit sind weitere Betätigungsfelder.

 

Hier finden Sie die Präsentationsfolien des Vortrags:

20210624_CM und Demenz

Heidelberger Literaturtage 2021: Jiang Fangzhou – Eine neue literarische Stimme aus China

„A walk with the only man who knows why the stars shine” und andere Kurzgeschichten

Was macht es mit uns, wenn sich die Welt plötzlich verändert? In ihrem neuesten Kurzgeschichten-Band, den sie während der Corona-Pandemie fertigstellte, lässt die chinesische Autorin Jiang Fangzhou ihre Figuren wie Satelliten durch unbekannte Welten schweben, immer auf der Suche nach Halt und nach einer Verbindung zu anderen.

Nicht nur in ihren Kurzgeschichten, sondern auch in ihren oftmals autobiographisch gefärbten Texten, thematisiert die 31-jährige Autorin Jiang Fangzhou das Leben junger Frauen in den chinesischen Metropolen, ihr Ringen mit gesellschaftlichen Konventionen und den Wunsch nach Individualität. Jiang gilt als Sprachrohr einer Generation, deren Aufwachsen von rasanten Modernisierungsprozessen im urbanen China geprägt wurde und die sich nach der Anerkennung alternativer Lebensentwürfe sehnt. Doch nicht nur als Schriftstellerin, auch als Redakteurin und Talkshow-Gast zeigt sie sich als genaue Beobachterin, die auch unbequemen Fragen nicht aus dem Weg geht. Im Oktober 2020 erschien ihr neuester Kurzgeschichten-Band, in dem sie sich erstmals der spekulativen Literatur zuwendet. Jiang schickt ihre Protagonisten darin in ferne Universen, Daten und Orte werden bewusst vage gehalten. In einem Gespräch mit der Autorin nähern wir uns dem „Phänomen Jiang Fangzhou“ und einer, für uns, noch neuen literarischen Stimme aus China.

Die Veranstaltung findet als „Hybrid-Event“ im Theatersaal des Augustinums, Jaspersstraße 2, 69126 Heidelberg, statt und kann gleichzeitig über einen Live-Stream verfolgt werden. Der Eintritt ist frei.

Der Saal fasst unter aktuellen Corona-Bedingungen 100 Personen. Bitte beachten Sie das Sicherheits- und Hygienekonzept des Festivals: https://heidelberger-literaturtage.de/sicherheits-und-hygienekonzept/

Tickets erhalten Sie unter: https://heidelberger-literaturtage.de/ticket-shop/

Der Live-Stream ist abzurufen unter: https://heidelberger-literaturtage.de/live-stream/

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Festivals unter https://heidelberger-literaturtage.de/

Jiang Fangzhou, 1989 in der VR China geboren, begann bereits mit 7 Jahren mit dem Schreiben. Sie absolvierte ein Studium an der Tsinghua Universität in Peking, wo der Gegenwartsautor Yan Lianke auf sie aufmerksam wurde. Jiangs Prosa erfreut sich einer großen Fangemeinde. Scharfsinnig analysiert sie darin die Lebenssituation der sogenannten „Post-90er“ Generation in China und hinterfragt gängige gesellschaftliche Vorstellungen. Ihre Kurzgeschichte „Der Regenmacher“ erschien in der Anthologie „Stadtleben: 8 Frauen, 8 Geschichten“ (2018). Im Herbst 2020 erschien ihre Kurzgeschichtensammlung „A walk with the only man who knows why the stars shine“. Aktuell lebt und arbeitet Jiang in Peking.

Lesung: Johanna Withalm

ChinaCool: Chinesische Schlagworte im Internet

Wir haben uns sehr gefreut, am 10. Juni 2021 Zhu Shu als Referentin für ChinaCool begrüßen zu dürfen! In ihrem Vortrag stellte sie uns insgesamt zehn Ausdrücke der chinesischen Internetsprache vor. Hier sind nochmal die Ausdrücke mit einer kurzen Erklärung, für alle, die den Vortrag verpasst haben:

佛系 “Buddha-Stil”: Der “Buddha-Stil” beschreibt eine Lebenseinstellung frei von Bedürfnissen. Man vermeidet Streit, hofft auf ein harmonisches Leben und ergibt sich einfach seinem Schicksal. Mit dem Ausdruck ist auch eine gewisse Selbstironie verbunden: Da die Jugend ihre Ziele nicht erreichen kann, reduzieren sie einfach ihre Erwartungen.

巨婴 “Riesenbaby”: Erwachsene, die sich wie Babys verhalten. Sie sind egoistisch und haben kein Regelbewusstsein.

杠精 “Troll”: Bei diesem Ausdruck wird 杠 als “argumentieren” und 精 als “Elf” verstanden. Er beschreibt Personen, denen es nur ums Argumentieren geht, nicht um Recht/Unrecht oder Wahrheit. In der deutschen und englischen Internetsprache werden solche Personen “Troll” genannt.

996工作制 “Das 996-System”: Arbeiten von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends, sechs Tage die Woche. Dieser Ausdruck wird häufig mit der Arbeit in High-Tech- oder Internetunternehmen in Verbindung gebracht.

我太难/南了”Es fällt mir zu schwer”: Der Ausdruck stammt aus einem Video des Portals Kuaishou 快手 und drückt ein Verlangen aus, Druck abbauen zu wollen. “Süden” und “schwer” sind im Chinesischen Homophone, deshalb werden spaßeshalber oft Bilder des “Südwind” im Mahjong genommen, um diesen Ausdruck bildlich darzustellen – “Es fällt mir südlich” sozusagen.

我不要你觉得,我要我觉得 “Was du denkst ist mir nicht wichtig, mich kümmert nur das, was ich denke”: Ursprünglich stammt der Ausdruck von Huang Xiaoming 黄晓明, einem Guest-Host der chinesischen Reality-Sendung “Chinese Restaurant”. In der Sendung war er als egozentrischer Chef bekannt, der sich nicht um die Meinungen anderer kümmerte. Der Ausdruck spiegelt nun den Widerwillen gegen solche herrschsüchtigen Personen wider.

上头 “Zu Kopf steigen”: Der Ausdruck stammt ursprünglich aus dem Videospiel Dota. Man kann mit ihm Impulsivität, Überraschung, Aufregung und andere Gefühle dieser Art ausdrücken.

柠檬精 “Zitronenelfen”: Dieser Ausdruck beschreibt neidische Menschen, der saure Geschmack einer Zitrone soll hier das saure Gefühl im Herzen, welches durch Eifersucht hervorgerufen wird, darstellen. Im Deutschen ist das vergleichbar mit “grün oder gelb vor Neid sein”. In letzter Zeit ist die negative Konnotation des Ausdrucks schwächer geworden und er kann auch selbstironisch verwendet werden.

内卷 “Rückbildung/Involution”: Dieser Begriff stammt ursprünglich aus der Soziologie und beschreibt dort eine Rückentwicklung oder einen Verfall im sozialen oder gesellschaftlichen System. In der Internetsprache wird der Begriff verwendet um starke Konkurrenz oder irrationalen Wettbewerb auszudrücken.

打工人 “Arbeiter”: Eigentlich wurde dieser Ausdruck für befristete, oft körperliche Arbeit verwendet. Heutzutage ist der Anwendungsbereich erweitert. So kann man sich beispielsweise auch als 打工人 bezeichnen, wenn man in einem Büro arbeitet.