Festliche Abendveranstaltung des Konfuzius-Instituts Heidelberg im Palais Prinz Carl

Chinesische Städte planen und verstehen

 

Termin: Mittwoch, 21. November 2012
Ort: Palais Prinz Carl, Kornmarkt 1, 69117 Heidelberg

Anlässlich des „Kulturjahr Chinas“, einer Initiative des chinesischen Kulturministeriums zur Feier des 40-jährigen Jubiläums der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und China, und anlässlich des Auftakts der Internationalen Bauausstellung „Wissen-schafft-STADT“ Heidelberg fand am 21.11.2012 zum zweiten Mal seit Gründung des Konfuzius-Instituts Heidelberg ein festlicher Abendvortrag statt, der sich an ein geladenes Publikum aus Vertretern der Stadt und Universität Heidelberg, Wirtschaftsunternehmen der Metropolregion Rhein-Neckar und natürlich auch an die Vereinsmitglieder des Konfuzius-Institut Heidelbergs richtete.

Im imposanten Palais Prinz Carl, einem der repräsentativsten Gebäude der Stadt Heidelberg, griff der renommierte Stadtsoziologe Professor Dieter Hassenpflug daher eines der großen Themen der Stadt Heidelberg auf – die Entwicklung der Städte im 21. Jahrhundert nämlich – und berichtete von seinen Forschungen. Professor Hassenpflug lehrte an der Bauhaus Universität Weimar, war als Gastprofessor in Harbin und an der Tongji Universität in Shanghai tätig und forschte im Auftrag des Bundesforschungsministeriums über die nachhaltige Entwicklung von Mega-Städten am Beispiel von Shenyang. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entschlüsselung der Codes der chinesischen Stadtentwicklung. Als Soziologe wertet Professor Hassenpflug die Zeichen und Texturen der Architektur aus und fragt sich, nach welchem Prinzip chinesische Städte erbaut werden, wie sie sich im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts entwickelt haben und weshalb westliche Architekten bei Stadtplanungsprojekten in China so häufig scheitern.

Wie wichtig der internationale Austausch auch im Hinblick auf Bauvorhaben ist, betonte auch der Bürgermeister für Familie, Soziales und Kultur der Stadt Heidelberg, Dr. Joachim Gerner. Auch Heidelberg, als europäische Stadt, müsse seinen Weg ins 21. Jahrhundert noch finden. Dabei sei es hilfreich, seinen Blick auch auf die Entwicklungen in anderen Ländern zu werfen. Die Vorstandsvorsitzende des Konfuzius-Instituts, Frau Professor Barbara Mittler, Professorin am Institut für Sinologie der Universität Heidelberg und Direktoriums-Mitglied des Heidelberger Exzellenzclusters „Asia and Europe in a Global Context“, wies aus diesem Grund in ihrem Grußwort darauf hin, wie wichtig der ständige Austausch zwischen beiden Ländern – China und Deutschland – für das gegenseitige Verständnis ist. Zu viele Vorurteile gebe es noch, und zu wenig Wissen über die chinesische Geschichte und Gegenwart. Der Konsul der Abteilung für Kultur und Bildung des chinesischen Generalkonsulats in Frankfurt am Main, Herr Liu Xiaolü, betonte, dass das „Kulturjahr Chinas“ genau dazu dienen sollte, Vorurteile zu beseitigen und den Dialog zwischen China und Deutschland weiter zu fördern. Dies ist auch ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit der Konfuzius-Institute. Die zahlreichen Konfuzius-Institute, die weltweit an verschiedenen Standorten operieren, haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Zugang zur chinesischen Sprache und Kultur einem breiten Publikum zu öffnen. Das erst vor drei Jahren gegründete Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg versteht sich jedoch nicht nur als reiner „Ort des Wissens“ und der Kulturvermittlung, sondern vielmehr als ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Mit seinem Angebot an Sprachkursen, Lehrerfortbildungen, Vortragsreihen und zahlreichen Kulturveranstaltungen möchte das Konfuzius-Institut Heidelberg deutsche und chinesische Mitbürgerinnen und Mitbürger, Wissenschaftler, Kulturschaffende, Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung gleichermaßen ansprechen und den deutsch-chinesischen Dialog fördern. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern und Förderern, die genau dieser bunten Mischung aus lokalen Institutionen entstammen und die unsere Arbeit als Berater, Input- und Finanzgeber begleiten.

Wie wichtig dieser interkulturelle Dialog und die Vorstellung der vielschichtigen Facetten Chinas ist, zeigte sich auch im Anschluss an Professor Hassenpflugs Vortrag. Das interessierte Publikum stellte noch zahlreiche Fragen. Beim anschließenden Empfang im Foyer des Palais gab es noch ausreichend Gelegenheit, sich auszutauschen und das Thema des Abends zu vertiefen. Mit fernen Klängen, dargeboten von der Mannheimer Erhu-Virtuosin Deng Xiaomei und ihrem Ensemble, und Leckerbissen aus Asien und Europa konnte die rundum gelungene Veranstaltung gebührend beendet werden. Wir freuen uns bereits auf den nächsten Festvortrag, der im Herbst 2013 stattfinden und wieder ein aktuelles Thema aufgreifen aufgreifen wird, das chinesische und deutsche Repräsentanten aus Universität, Verwaltung, Kultur, Politik und Wirtschaft gleichermaßen ansprichen und zum gegenseitigen Austausch einladen soll.

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