Christian Y. Schmidt: Bliefe von dlüben

Lesung: Christian Y. Schmidt – Bliefe von dlüben – Der China-Crashkurs

Termin: Mittwoch, 4. Mai 2011
Uhrzeit: 19.30 Uhr
Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg
Speyerer Straße 6, 69115 Heidelberg

Christian Y. Schmidt, Autor, Journalist und ehemaliger Titanic Redakteur, zeigte sich bei der Lesung seiner Werke als findiger Alleinunterhalter, der es schaffte seine persönliche Perspektive auf China mit viel Charme und Witz an die Zuhörer weiter zu geben. Selbst in einem vorwiegend aus Sinologen und China-Kennern zusammen gesetzten Publikum, überzeugten die sarkastischen und für China-Kenner unheimlich vertrauten Anekdoten aus seinem Leben in China. Seine Erzählungen von den ersten zaghaften, aber schicksalhaften Bekanntschaften, die ihn dem Ziel China näher brachten (Zum ersten Mal tot), über erste „asiatische“ Erfahrungen in Singapur, bis hin zum Start seines neuen Lebens in Peking, sind gespickt mit einem trockenen Humor, der dem von ihm beschriebenen, chinesischen Irrsinn keinen Abbruch tut. Ob es sich nun um Alltäglichkeiten, wie das Anlegen einer DVD Sammlung, dem lauten und meist schroffen Umgangston auf den Straßen Pekings, den ersten Kontakten mit der „Expat“ Gemeinde oder um die Suche nach einem persönlichen, chinesischen Namen handelte, traf er immer den richtigen Ton. Jeder, der schon einmal in China gelebt hatte, konnte die von Herrn Schmidt geschilderten Erfahrungen ohne Weiteres nachvollziehen. Jenen, die diese Erfahrung noch vor sich haben, verschaffte er ein realistisches Bild vom bunten Treiben der Chinesen.

Christian Y. Schmidt stammt aus Bielefeld. Hier gab er von 1978 bis 1988 mit Hans Zippert und anderen das Dreck-Magazin heraus. Von 1989 bis 1996 war er Redakteur des Satire-Magazins Titanic. Seitdem arbeitet er als freier Autor unter anderem für die taz, SZ oder NZZ. Außerdem ist er Senior Consultant der Zentralen Intelligenz Agentur, sowie Redakteur und Gesellschafter des Blogs Riesenmaschine, dem 2006 der Grimme-Online-Preis verliehen wurde. Zusammen mit Achim Greser, Heribert Lenz und Hans Zippert verfasst er die Comic-Serien Genschman und Die roten Strolche. 1998 erschien seine kritische Joschka Fischer-Biografie Wir sind die Wahnsinnigen, 2008 das viel beachtete Reisebuch Allein unter 1,3 Milliarden, das 2010 als Duzi zai 13yi ren zhi zhong auch auf Chinesisch erschienen ist. Seit 2009 berichtet Schmidt zweiwöchentlich in einer satirischen taz-Kolumne aus China, derzeit unter dem Titel Im Jahr des Hasen. Die gesammelten Kolumnen Im Jahr des Tigerochsen: Zwei chinesische Jahre sind kürzlich im Berliner Verbrecher Verlag erschienen. In der neuesten Kolumne konnte der Leser erfahren, dass sich „Verleger trotz imposanter Zahlen mit China-Themen weiterhin schwer tun“. So erhalten Sie nach unserer Lesung die Gelegenheit, der Kaufaufforderung des Autors zu folgen und das erworbene Stück gleich signieren zu lassen.

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