Harbin – „Das Chicago des Ostens”

„Das Chicago des Ostens“: Der Aufstieg Harbins von einer russischen Eisenbahnerkolonie zur multikulturellen Metropole im Nordosten Chinas

Vortrag von Dr. Frank Grüner

Termin: Mittwoch, 21. Oktober 2015
Uhrzeit: 18.00Uhr
Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg, Speyerer Str. 6, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Mit dem Bau der Eisenbahn durch die Mandschurei seit dem Ende des 19. Jahrhunderts begann der rasante Aufstieg der Region in Nordostasien und ihrer nördlichen Metropole Harbin. Nicht einmal drei Jahrzehnte benötigte die an einem Eisenbahnknotenpunkt im Nordosten Chinas entstandene Stadt Harbin, um sich zwischen etwa 1900 und 1930 von einer russischen Eisenbahnersiedlung zu einer global vernetzten Handelsstadt mit multikultureller Einwohnerschaft und kosmopolitischem Charme zu entwickeln. Der wirtschaftliche Aufschwung brachte jedes Jahr Tausende chinesischer und russischer Arbeiter, Händler und Spezialisten aller Art in die Boomstadt am Songhua (Sungari), einem Nebenfluss des Amur. Darüber hinaus stellte die Stadt im „wilden“ Fernen Osten auch einen Magnet für Abenteurer und Kriminelle dar, was ihr den Beinamen „Chicago des Ostens“ einbrachte.

Im Zentrum des Vortrags stehen sowohl der Alltag der multikulturellen Stadt als auch die internationalen Rivalitäten und Konflikte in der Mandschurei, die die wechselhafte Geschichte von Harbin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark geprägt haben.

Frank Grüner, Dr. phil, arbeitet als Historiker und Projektleiter am Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context“ der Universität Heidelberg. Dort leitete er von 2008 bis 2012 eine Nachwuchsforschergruppe zu transkulturellen Beziehungen im städtischen Raum am Beispiel der mandschurischen Stadt Harbin (1898-1949). Nach dem Studium der Geschichte und Slavischen Literaturwissenschaft in Heidelberg, Sankt Petersburg und Moskau sowie einem Gaststudium in Jüdischen Studien promovierte Grüner 2005 an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit über „Juden und Sowjetstaat, 1941 bis 1953“. Sein aktuelles Forschungsinteresse gilt vor allem der Geschichte von kulturellen Austauschprozessen und Verflechtungen zwischen Europa, Russland und Asien.

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