Die Kartographieprojekte des Kangxi-Kaisers

Die Kartographieprojekte des Kangxi-Kaisers

Vortrag von Helena Jaskov

Termin: Mittwoch, 04. November 2015
Uhrzeit: 18.00Uhr
Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg, Speyerer Str. 6, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Im 18. Jahrhundert hatte das chinesische Kaiserreich unter der Fremdherrschaft der mandschurischen Qing-Dynastie (1644-1911) seine größte territoriale Ausdehnung erfahren. Um die Integrität dieses riesigen Vielvölkerreiches zu sichern hatte der Kangxi-Kaiser (1654-1722) mehrere reichseinigende Projekte in die Wege geleitet, die von seinen Nachfolgern pflichtgetreu fortgeführt wurden. Unter diesen Projekten war die Kartierung des gesamten chinesischen Reiches sicherlich eines der augenscheinlichsten Zeugnisse territorialer Einheit. Das ambitionierte Landvermessungsprojekt wurde mit Hilfe europäischer Vermessungstechnik von den Jesuiten und ihren chinesischen Helfern durchgeführt. Gleichzeitig zu den Kartierungsarbeiten am Kangxi-Atlas (Huangyu quanlan tu) wurde am Kaiserhof die erste Reichschronik der Qing-Dynastie (Da Qing yitongzhi) kompiliert, für die ebenfalls eine große Menge geographischer Daten zusammengetragen werden musste.  Helena Jaskov behandelt in ihrem Vortrag den Entstehungsprozess dieser beiden geographischen Großprojekte am Beispiel der Kartierung der Mandschurei, und befasst sich kritisch mit ihrer Einordnung als „westlich und wissenschaftlich“ auf der einen Seite und „chinesisch und unwissenschaftlich“ auf der anderen.

Helena Jaskov hat an der Universität Heidelberg Sinologie und Japanologie studiert und ihre Magisterarbeit zur Bedeutung von Karten bei den Verhandlungen des ersten Grenzvertrages zwischen Russland und China geschrieben (1689). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Wissenschaftsgeschichte, Geschichte der chinesischen Kartographie und Emotionsgeschichte. Seit 2013 ist sie Doktorandin am Exzellenzcluster “Asia and Europe in a Global Context”  der Universität Heidelberg und arbeitet im Rahmen des Projektes “Melancholy” (MC 11.2) zur Bedeutung der Melancholie im Meiji-zeitlichen Japan.

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