“Geschichten für Chinas Kinder und Jugendliche: Literatur zwischen Erziehungs- und Unterhaltungsanspruch”

Termin: Mittwoch, 25. Oktober 2017
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Kleiner Saal, Stadtbücherei Heidelberg, Poststraße 15, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Die deutsche Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart zeichnet sich dadurch aus, dass sie als keine bestimmte Textsorte zu klassifizieren ist. Durch zunehmende Annäherung an die Erwachsenenliteratur bedient sich Kinder- und Jugendliteratur vielmehr einer Vielfalt an künstlerischer Präsentation, Gattungen und Genres, die ursprünglich der Allgemeinliteratur vorbehalten war. Dienten die ersten Kinder- und Jugendbücher hauptsächlich der Vermittlung von Wissen, so finden sich seit der Aufklärung auch eigens für Kinder und Jugendliche verfasste fiktionale Texte. In China kann eine ähnliche Entwicklung nachgezeichnet werden. Erst durch die Entdeckung der Kindheit als eigenständige, in altersbedingte Entwicklungsstufen zu unterteilende Lebensphase, wurde zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Etablierung einer Literatur für junge Leser geschaffen, die nicht mehr ausschließlich Wissen vermitteln, den Geist formen und bilden, sondern vielmehr der Lebenswelt der Adressaten entsprechen und unterhalten sollte. Besonders in den 1990er Jahren diskutierten Literaturschaffende und Literaturwissenschaftler in China, wie sich literarische Werke, die sich an ein heranwachsendes Publikum richtet, gestalten sollten, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden. „Chinas Kinder- und Jugendliteratur ist im Umbruch; sie ist auf der Suche nach einer eigenen Identität,“ so Chen Danyan, eine der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Chinas, im Jahr 2006.
Am Mittwoch, den 25. Oktober hielt Petra Thiel im Kleinen Saal der Stadtbücherei Heidelberg einen Vortrag über das Thema „Geschichten für Chinas Kinder und Jugendliche: Literatur zwischen Erziehungs- und Unterhaltungsanspruch“. Einem interessierten Publikum schilderte sie die Entwicklung der chinesischen Kinder- und Jugendliteratur vom Anfang des 20ten Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Beginnend mit der modernen Kinder- und Jugendliteratur (1911-1949), über zeitgenössische Kinder- und Jugendliteratur (1949-1978) berichtete sie schließlich von der Kinder- und Jugendliteratur der neuen (1978-1992) und späteren neuen Ära (seit 1992). Petra Thiel zeigte, worauf in den unterschiedlichen Perioden jeweils geachtet wurde und las dabei auch einige Ausschnitte aus verschiedenen Werken. Anschließend hatten die Zuhörer noch die Möglichkeit einige Fragen zu stellen.

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