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Vortrag: Der Erinnerung zum Trotz. Ob China immer noch an Mao glaubt?

13. September, 18:00 - 19:30

Der Erinnerung zum Trotz. Ob China immer noch an Mao glaubt?

Barbara Mittler, Universität Heidelberg

Wie kommt es, dass die Modellstücke und die Revolutionslieder der Kulturrevolution in den letzten Jahren nicht nur in gut verkauften Jubiläumsausgaben erscheinen, sondern auch in Karaoke-Bars und auf Youtube-Homevideos immer wieder auftauchen, dass Propagandabilder wie das Mao-Portrait nicht nur an den Spiegeln der Taxifahrer hängen, sondern auch auf schicken T-Shirts und Accessoires für chinesische Jugendliche aufgedruckt sind? Wieso gibt es unzählige Websites, in denen Erinnerungen an Mao und die Kulturrevolution ausgetauscht werden? Wieso wird heute im “Kulturrevolutionsstil” geheiratet? Wieso also sind die Propagandaprodukte ausgerechnet dieser Periode in der modernen chinesischen Geschichte, die eng mit dem Namen Mao Zedongs verknüpft ist, und deren radikale Politik China für einige Jahre, zwischen 1966 und dem Tod Maos 1976, bestimmte und die vielen, vor allem Intellektuellen, grosses Leid und Unglück zufügte, so beliebt und was bedeutet das, auch im Bezug auf die globale Wirkung der Kulturrevolution in der global sich ausbreitenden 1968-er Bewegung? In meinem Vortrag sollen einige dieser Fragen beantwortet werden.

Hier finden Sie einen ausführlichen Bericht von der Veranstaltung.

BARBARA MITTLER studierte in Oxford, Taipei und Heidelberg Sinologie, Musikwissenschaft und Japanisch. 1994 erfolgte die Promotion, 1998 die Habilitation. 2004 wurde sie auf den Heidelberger Lehrstuhl für Moderne Sinologie berufen. Von 2007 bis 2012 war sie Sprecherin einer Sektion des Exzellenzclusters “Asia and Europe in a Global Context”, heute das Heidelberger Centrum für Transkulturelle Studien (HCTS), zu dessen Co-Direktorin sie 2012 ernannt wurde. Sie ist ausserdem Gründungsdirektorin des Centrums für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (CATS), das 2019 eröffnet wird.

Ihre Arbeiten zur chinesischen Kultur, Kunstmusik, Literatur, zur frühen Presse, der Kulturrevolution und Bild und Text in der Formation von kulturellem Gedächtnis sind mehrfach preisgekrönt worden: 2000 wurde sie mit dem Heinz-Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet, 2002-2004 war sie Heisenberg-Stipendiatin, 2009 erhielt sie Henry Allen Moe Prize in the Humanities, 2012 den Fairbank Prize für ihr Buch zur chinesischen Kulturrevolution.

Von ihr verfasste Bücher sind eine Studie zur neuen Musik Chinas, Dangerous Tunes: The Politics of Chinese Music in Hong Kong, Taiwan and the People’s Republic of China since 1949, Harrassowitz 1997; eine Studie zur frühen chinesischen Tagespresse, A Newspaper for China? Power, Identity and Change in China’s News-Media, 1872-1912, Harvard University Press, 2004; und ein Buch zur Kulturrevolution A Continuous Revolution: Making Sense of Cultural Revolution Culture, Harvard University Press, 2012. Gerade erscheinen ist eine gemeinsam mit dem Früh-Neuzeithistoriker Thomas Maissen verfasster Band Why China did not have a Renaissance and why that matters—an interdisciplinary dialogue. Ausserdem redigiert sie ein Buchmanuskript zu chinesischen Frauenzeitschriften Portrait(s) of a Trope: Making New Women and New Men in Chinese Women’s Magazines, 1898-2008, arbeitet an einem Buch zu Chinese Musicians on the Global Stage, a Transcultural Perspective und schreibt, gemeinsam mit der Historikerin Sumathi Ramaswamy (Duke) an einer Monographie No Parallel? The Fatherly Bodies of Gandhi and Mao.

Details

Datum:
13. September
Zeit:
18:00 - 19:30
Veranstaltungkategorien:
,

Veranstalter

Konfuzius-Institut Heidelberg
E-Mail:
h.marweg@konfuzius-institut-heidelberg.de

Veranstaltungsort

Völkerkundemuseum, Hauptstraße 235, 69117 Heidelberg
Hauptstraße 235
Heidelberg, Baden-Württemberg 69117 Deutschland
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Details

Datum:
13. September
Zeit:
18:00 - 19:30
Veranstaltungkategorien:
,

Veranstalter

Konfuzius-Institut Heidelberg
E-Mail:
h.marweg@konfuzius-institut-heidelberg.de

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Völkerkundemuseum, Hauptstraße 235, 69117 Heidelberg
Hauptstraße 235
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