
Zwei Liebende wachen nach einer gemeinsam verbrachten Nacht auf – und müssen sich trennen. Diese Situation beschreibt und diskutiert das Tagelied, die berühmteste Untergattung der mittelalterlichen Liebeslyrik. 2020 startete die UNESCO City of Literature Heidelberg das Langzeit-Projekt „Abschied von Gestern“ mit Schreibenden aus der UNESCO City of Literature Melbourne, die der Einladung gefolgt waren, eigene neue Versionen des Tagelieds zu verfassen. Weiter ging es 2021 mit sieben in Deutschland lebenden Dichter:innen, 2022 stellten Dichter:innen aus der UNESCO-Literaturstadt Granada ihre jeweiligen Aktualisierungen des Tagelieds vor, 2024 war die UNESCO-Literaturstadt Leeuwarden zu Gast. Dieses Jahr präsentieren Lyriker:innen aus der UNESCO City of Literature Nanjing ihre auf Chinesisch verfassten Adaptionen des Tagelieds in Lesung und Gespräch mit Kurator Tristan Marquardt und dem Übersetzer-Team Lea Schneider und Dong Li. Gedichte von: Hanjing, Hu Xian, Liu Ligan, Sun Dong und Zou Shengnian.
Tristan Marquardt, Lyriker, Mediävist und Mitherausgeber der Anthologie „Unmögliche Liebe“ (2017), in der u. a. zahlreiche mittelalterliche Tagelieder neu übersetzt wurden.
Eine Kooperationsveranstaltung der Kulturverwaltungen der UNESCO Cities of Literature Nanjing und Heidelberg, des Literaturherbst Heidelberg und des Konfuzius–Instituts an der Universität Heidelberg.



