Tag der Chinesischen Sprache in Heidelberg

Der erste Tag der Chinesischen Sprache 汉语日

 

Termin: Samstag, 28. September 2013

Am 28. September 2013 fanden zahlreiche Interessierte den Weg zum Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg, um dort – wie zeitgleich in vielen weiteren Konfuzius-Instituten in Europa – den “Tag der Chinesischen Sprache” zu feiern. Der “Tag der Chinesischen Sprache”, den die Dachorganisation der Konfuzius-Institute (Hanban) ins Leben gerufen hat, ist Bestandteil des „Deutsch-chinesischen Sprachenjahrs“, welches im Mai dieses Jahres durch den chinesischen Premierminister Li Keqiang und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin feierlich eröffnet wurde. Ziel des Sprachenjahres ist die Intensivierung des Sprach- und Kulturaustauschs zwischen Deutschland und China. Der Fokus liegt dabei auf der Ausbildung von Sprachlehrern und der Verbesserung und Verbreitung des Chinesisch-Unterrichts für alle Altersstufen und Bildungseinrichtungen.

Nach einem musikalischen Auftakt des Deng Xiaomei International Ensembles bestehend aus der bekannten Erhu-Virtuosin Deng Xiaomei und Claus Kiesselbach am Vibraphon begann der “Tag der Chinesischen Sprache” mit einer feierlichen Eröffnungsrede: Petra Thiel, geschäftsführende Direktorin des Konfuzius-Instituts Heidelberg, vermittelte dem aufmerksamen Publikum mit viel Sprachsinn einen kurzen, prägnanten Einblick in die deutschen und chinesischen Sprachgepflogenheiten. Beispielsweise leben die Chinesen unter dem Himmel (tian xia 天下), nicht auf der Erde und unsere Milchstraße ist ihr Sternenfluss (xinghe 星河). Das Telefon heißt elektrische Sprache (dianhua电话) und mit dem Elektrogehirn (Computer: diannao 电脑) geht man ins Internet.

Dass Sprache ein wichtiges Mittel ist, um eine Kultur kennenzulernen, zeigte auch der bildreiche Vortrag der geladenen Referentin Chen Ping (Emma Chen Hoefler) über die chinesische Mondkultur – lag doch das chinesische Mond- oder Mittherbstfest nur wenige Tage zurück. Die Gastprofessorin an der University of Shanghai und Beraterin der UNESCO in Fragen zum immateriellen Kulturerbe stellte in vier Kapiteln die wichtigsten Traditionen und Elemente des chinesischen Mondfests vor. In den Räumen des Konfuzius-Instituts erwartete die interessierten Besucher ein „China-Parcours“, an welchen sie sich beispielsweise an der chinesischen Sprache oder Kalligraphie ausprobieren konnten. Der Andrang beim Tag der offenen Tür war groß. Viel Spaß und Freude hatten die zahlreichen Kinder beim gemeinsamen Basteln von Papierfiguren und chinesischen Laternen und beim Anfertigen von traditionellen Masken nach den Vorbildern der Peking-Oper. Wer es ruhiger mochte, konnte sich – gestärkt von Mondkuchen und kleinen Köstlichkeiten – in eine Leseecke zurückziehen. Nicht nur das ungestörte Durchblättern unseres gesamten Lehrbuchmaterials machte den Raum zu einer besinnlichen Wohlfühloase, sondern auch das vergnügliche Sichten verschiedenster Bücher über China aus unserer Präsenzbibliothek –unter anderem zahlreiche Exemplare von Autoren, die im Konfuzius-Institut Heidelberg bereits für Lesungen oder Vorträge zu Gast waren, sowie eine Auswahl an kunstvoll illustrierten Kinderbüchern über China.

Große Konzentration herrschte beim Schnupper-Sprachunterricht, für den die Gäste Schlange standen. Dass das Erlernen der chinesischen Sprache viel Spaß macht, konnten auch die Besucher feststellen, die keinen Platz mehr im Unterrichtsraum fanden. Das deutsch-chinesische Lehrerteam bestehend aus Frau Qianxue Zhang und Frau Verena La Mela zeigte spielerisch, wie komplex, interessant, aber auch lernbar die chinesische Sprache ist.

Die Kalligraphie-Vorführung zum Mitmachen leitete Zhang Zhenran mit großer Konzentration und Geduld an. Die Herausforderung, mit Pinsel und Tusche chinesische Schriftzeichen aufs Papier zu bringen, lockte viele und die Erkenntnis, dass es mit etwas Übung und unter fachlicher Anleitung in kurzer Zeit möglich ist ansehnliche Schriftzeichen  zuwege zu bringen, überraschte die Teilnehmer. Ruhe und Zufriedenheit bot auch die Tee-Zubereitung mit Tee-Verkostung verschiedenster Teesorten aus Taiwan und China, von grünem Tee über Jasmintee bis zu Oolong-Tee. Begleitet wurde die Tee-Zubereitung von traditionellen Liedern auf der Guzheng, die Wang Han darbrachte. Der Musiker beantwortete zwischen den Stücken bereitwillig Fragen zu seinem Instrument und ließ auch die staunenden kleinen Besucher die Saiten der chinesischen Wölbbrettzither, die vielen hierzulande nicht bekannt ist, zupfen.

Am frühen Abend sprach die Autorin und Sinologin Francoise Hauser über „Populäre Irrtümer über China“. Lacher bekam sie auf ihre Frage, wo Marco Polo denn aber nun gewesen sei, wenn nicht in China. Die Antwort blieb die Referentin schuldig, aber sie regte mit ihrer Frage doch zum Nachdenken an. Viel Zeit zum Nachdenken blieb den Gästen am Abschluss des Abends allerdings nicht mehr. Im Restaurant Mr. Wu waren Gäste, Lehrkräfte des Instituts, Freunde, Sprachschüler und Eltern viel zu beschäftigt mit der Zubereitung und dem Verzehr köstlicher Jiaozi. Im kommenden Jahr ist wieder ein Tag der Chinesischen Sprache geplant. Wir freuen uns auf Sie!

 

      

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