Shikumen-Architektur

Shikumen-Architektur in Shanghai – eine neue Wohnform zwischen chinesischer Tradition und fremden Einflüssen

Vortrag von Claudia Criscino

Termin: Mittwoch, 15. Oktober 2014
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg, Speyerer Str. 6, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Der von einem Individuum bewohnte Raum – sein Zuhause – ist eines der wohl ältesten und elementarsten Bestandteile menschlichen Lebens. Der Wohnraum als Lebensort des Einzelnen befriedigt nicht nur menschliche Grundbedürfnisse, sondern schafft auch gleichzeitig den Rahmen des sozialen Lebens. Das gemeinsame Leben in Städten ließ Gesellschaftsstrukturen entstehen, die wiederum unsere Art zu wohnen und diesen Wohnraum wahrzunehmen immer wieder veränderten. Architektur wurde zum Spiegel der Gesellschaft und der ihr zugrundeliegenden Normen und Vorstellungen. Die Erforschung der sich ständig verändernden Wohnkultur ermöglicht die Darstellung der Wechselwirkungen zwischen der Gesellschaft, dem Menschen und dessen gebauter Umwelt. Gerade in China lastete damals wie heute ein enormer Bevölkerungsdruck auf der Gesellschaft, was den Wohnungsbau besonders wichtig machte. Großstädte und wirtschaftliche Zentren wie Schanghai waren insbesondere davon betroffen.

Dieser Vortrag beschäftigte sich mit einer Architekturform und Wohnkultur, die in Schanghai über ein Jahrhundert lang vorherrschte und einen Großteil des Stadtbildes prägte – der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Shikumen Architektur und den für Schanghai typischen Lilong Wohnvierteln. Ihre Erforschung begann allerdings erst, als im Zuge der Reformen und wirtschaftlichen Öffnung Chinas in den 1980er und 1990er Jahren immer mehr dieser Wohnviertel abgerissen wurden, um neuen und moderneren Bauprojekten Platz zu machen. Was einst Heim von über 60% der Bevölkerung Schanghais gewesen war, verschwand in rasantem Tempo.
Einen ausführenlich Bericht finden Sie hier → SHAN-Newsletter No. 77 (Oktober 2014)
Claudia Criscino hat moderne und klassische Sinologie sowie öffentliches Recht in Heidelberg und Shanghai studiert. Ihre Studienschwerpunkte waren traditionelle chinesische Architektur, Shanghaier Geschichte und Shikumen Architektur sowie Völkerrecht. Zur Zeit arbeitet sie am Exzellenzcluster “Asien und Europa im globalen Kontext”.
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