
Übersetzt aus der Zukunft: Ein dezentrales Symposium zum Übersetzen von Science-Fiction und Spekulativer Literatur
Stellen wir uns vor, wir könnten im Kryoschlaf Jahrzehnte überbrücken, bis unheilbare Krankheiten besiegt sind. Doch wie fühlt es sich an, in einer Welt zu erwachen, in der unsere Freunde und Verwandte nicht mehr leben? Und wie sieht eine Welt aus, in der eine Pandemie dazu geführt hat, dass dort nur noch Kinder leben?
Am dritten Abend des dezentralen Symposiums »Zukunft übersetzen« geht es um die Frage, wie sich Gefühle übersetzen lassen, die man selbst (noch) nicht kennt. Milena Adam übersetzte aus dem Englischen und dem Französischen und brachte unter anderem in »Ice Cream Star« von Sandra Newman und in »Die Horde im Gegenwind« von Alain Damasio Zukunftsszenarien ins Deutsche.
Im Gespräch mit Buchhändler Wolfgang Tress und der chinesischen Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Xia Jia widmen wir uns Herausforderungen, die beim Übersetzen von neuen Slangs und unbekannten Zeit- und Körpererfahrungen in Literatur entstehen – und wie die Überlegungen weitergehen, wenn diese Literatur dann in weitere Sprachen übertragen werden. Wie lange stochert man dabei im Dunkeln – oder übersetzt man gar gegen den Sturm, der sich auch im Inhalt widerspiegelt?
Milena Adam, Wolfgang Tress, Spezialist für Science-Fiction, Fantasy und Horror, und Xia Jia, die an der Xi’an Jiaotong University zu Science-Fiction als Genre forscht, werden den Nebel im Gespräch für uns lichten.
Xia Jia 夏笳 schreibt Science-Fiction, setzt sich wissenschaftlich mit dem Genre auseinander und übersetzt. Sie lehrt als Professorin an der Jiaotong University in Xi’an chinesische Literatur. Ihr Stil wird als ›Porridge Science Fiction‹ bezeichnet, da ihre Geschichten mit zahlreichen für das Genre untypischen Elementen gespickt sind, zum Beispiel Referenzen auf Mythen. Ihre Kurzgeschichten In den Wolken, Nachtstreifzug des Drachenpferds und Tongtongs Sommer wurden in Kapsel-Publikationen veröffentlicht.
Milena Adam, Übersetzerin aus dem Englischen und Französischen und Dolmetscherin
Wolfgang Tress, Buchhändler
Felix Meyer zu Venne, Sinologe, Übersetzer aus dem Chinesischen und Chinesischlehrer
Die Veranstaltung ist Teil III des dezentralen Symposiums »Zukunft übersetzen« – initiiert von Lukas Dubro, Tim Holland und Sarah Käsmayr, in Kooperation mit dem Kapsel Magazin und dem Konfuzius Institut, gefördert durch den Deutschen Übersetzerfonds.
Übersetzer:innen, Autor:innen, Illustrator:innen, Wissenschaftler:innen und Science-Fiction-Leser:innen kommen an vier Abenden in Berlin, Heidelberg und Halle über das Übersetzen ins Gespräch, mit dabei: die chinesische Science-Fiction-Autorin Xia Jia, die ÜbersetzerInnen Karin Betz, Milena Adam, Karin Nölle, Lisa Mensing und Marc Hermann.
Kuratiert von Tim Holland, dem MaroVerlag und dem Kapsel-Projekt.
Gefördert von:


Kooperationspartner:






