Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung zur Ausstellungseröffnung “Flucht deutscher Juden nach Shanghai 1938-1947”

Während des Nationalsozialismus wurden in Shanghai etwa 20.000 jüdische Flüchtlinge aufgenommen und fanden so Rettung vor dem sicheren Tod. Die chinesische Metropole war der einzige noch offene Fluchtpunkt, der für deutsche Juden ohne Einreisevisum erreichbar war. Doch hier erwartete die darauf unvorbereiteten Flüchtlinge eine völlig andere Lebenswirklichkeit: Bedrückende Lebensumstände, Mittellosigkeit, eine fremde, so ganz anders geartete Welt, geprägt von interkulturellen Unterschieden und mit ungewisser Lebensperspektive.

Auch in der Gegenwart und in Deutschland sind uns gewaltige Migrationsbewegungen und die Begriffe Flucht und Flüchtlingskrise allzu vertraut. Dies ist der aktuelle zeitgeschichtliche Hintergrund, vor dem das Unterrichtsprojekt an der Internationalen Gesamtschule Heidelberg besondere Bedeutung erfährt. Hier beschäftigen sich Schülerinnen zusammen mit ihrem Lehrer mit einem positiven Beispiel der deutsch-jüdisch-chinesischen Geschichte. Denn in Shanghai wurden die deutschen Flüchtlinge weder als Sündenböcke benutzt, noch zur Zielscheibe der Unzufriedenen, noch ein Opfer des Fremdenhasses.

Bei der Ausstellungseröffnung führten die Schülerinnen und Schüler der IGH die Gäste durch die Ausstellung. Die Schauwände kann man nun bis Ende Juli im Stadtarchiv Heidelberg zu den regulären Öffnungszeiten anschauen.

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.