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Musik

Musik kann in China auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits um das Jahr 6000 v. Chr. wurden die Knochenflöte, die kurze Querflöte und die Mundorgel gespielt. Konfuzius spielt in der Entwicklung der Musikphilosophie eine wichtige Rolle: Wie sich seinen Werken entnehmen lässt, soll der Mensch  durch Poesie (shi 诗) Anregung, durch das Ritual (li 礼) Standfestigkeit und durch die Musik (yue 乐) Vollendung erfahren. Jahrhundertelang galt Musik somit als Medium zur Vermittlung von Harmonie an das Volk. In der Tang-Dynastie zwischen 618 und 907 n. Chr. erlebte die chinesische Musik eine Blüte, besonders in der Form komplexer Tanzsuiten. Gleichzeitig gewannen die Volksmusik und die Bankett-Musik am kaiserlichen Hofe immer mehr an Bedeutung.

Das 20. Jahrhundert war eine turbulente Phase in der Entwicklung der chinesischen Musik. Seit etwa 1850 hielten im Rahmen steigender Kontakte mit dem Westen Militärkapellen und Missionsorgeln Einzug in das musikalischer Repertoire. Zudem wurde der Musikunterricht ab 1903 ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Schulbildung – in diesem Rahmen entstand auch das „Schullied“, das meistens auf einer westlichen Melodie (von „Hänschen klein“ bis hin zu Teilen des Werks Richard Wagners) basierte, die  mit einem neuen chinesischen Text unterlegt wurde. In Shanghai und Beijing wurden Musikschulen gegründet, die sich auf die Pflege westlicher Musik konzentrierten und die chinesische Musik überwiegend vernachlässigten. Chinas traditionelle Musik wurde in dieser Phase von vielen als altmodisch und rückständig abgetan.

Mit dem chinesisch-japanischen Krieg (1937-45) und der Gründung der Volksrepublik China 1949 politisierte sich die chinesische Musik, wie sich an Titeln wie „Die Soldaten marschieren vorwärts“ (Junming Jinxing), einer beliebten Oper, erkennen lässt. Mao Zedong forderte, chinesische Komponisten sollten die besten Aspekte der eigenen musikalischen Tradition mit Elementen der westlichen Musik verfeinern und somit eine moderne, nationale Musik schaffen.

Die Reform- und Öffnungsperiode in den späten 1970ern schlug sich auch in der chinesischen Musik nieder. Besonders die Klasse von 1978 des Konservatoriums in Beijing brachte neuen Schwung in die musikalische Landschaft. Ihre Studenten entwickelten einen Stil, der alsbald als „Neue Welle“ (xin chao) Furore machte. Gleichzeitig blühte die chinesische Pop-Musik auf, die ihre Anfänge bereits in den 1920ern/30ern gesehen hatte. In dieser spielten chinesische Instrumente und Melodien eine wichtige Rolle, wie sich beispielsweise aus den Titeln zeitgenössischer chinesischer Pop-Musiker wie Su Xing oder Wang Fei erkennen lässt.

Das Konfuzius-Institut Heidelberg widmet sich der Aufgabe, diese lange musikalische Tradition dem deutschen Publikum zu vermitteln und somit das Interesse an einer der ältesten Kunstformen Chinas zu wecken. Zu diesem Zweck veranstalten wir nicht nur regelmäßig Konzerte mit klassischer und moderner chinesischer Musik, sondern bieten auch Vorträge zur chinesischen Musik und chinesischen Instrumenten an. Besuchen Sie uns und lassen Sie sich bezaubern!

Kommende Veranstaltungen finden Sie in der Rubrik "Aktuelles".

Musikalische Higlights im Veranstaltungsarchiv:

Neue Klänge aus dem Reich der Mitte

Food & Flair mit dem Duo Seidenstraße

Kun-Oper

Besuch des Sinfonieorchesters der Shanghai Jiao Tong Universität

Klängen des Dao

Märchen und Musik aus dem Reich der Mitte

Neujahrsgala im Jahr des Drachen

Konzert: Von fremden Ländern und Menschen

Musikworkshop für Kinder

Eröffnungsfeier des Konfuzius-Instituts Heidelberg