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Literatur

Literatur und Kultur sind in der chinesischen Geistesgeschichte eng miteinander verflochten. Dies lässt sich unter anderem daran erkennen, dass das chinesische Wort für „Literatur“ (wen 文) auch gleichzeitig für „Kultur“ steht. Das Konfuzius-Institut Heidelberg bietet Ihnen immer wieder die Möglichkeit in Kontakt mit der chinesischen Literatur und Kultur zu treten. Dafür veranstalten wir regelmäßig Lesungen chinesischer Autoren ebenso wie Vorträge über chinesische Literatur.

Das Jahr 1917, als der junge Intellektuelle Hu Shi in der Zeitschrift „Neue Jugend“ einen Katalog an literarischen Reformen vorstellte, gilt als der Beginn der modernen chinesischen Literatur. Ein zentraler Aspekt dieser Reformen war seine Forderung, in der chinesischen Umgangssprache (baihua 白话) zu schreiben, die einen wichtigen Beitrag zur Abschaffung der klassischen, hochgradig formalisierten Schriftsprache im Jahr 1920 leistete.

Mit der Gründung der Volksrepublik China 1949 standen Themen des sozialistischen Aufbaus, wie der Klassenkampf oder Industrialisierung im Vordergrund. Nachdem diese 30 Jahre lang die Inhalte der meisten Werke geprägt hatte, waren die 1980er und 1990er von einer Welle der Kommerzialisierung geprägt. Schriftsteller sahen ihren einstmals sicheren sozialen Status nun durch die Einführung marktwirtschaftlicher Strukturen bedroht. Seit den 1980ern bestimmten erstmals die Leser, was veröffentlicht wird – dadurch mussten sich viele „seriöse“ Autoren dem Geschmack des Massenpublikums anpassen. Trotz dieser Kommerzialisierung der chinesischen Literaturlandschaft erlangten diese Autoren auch internationale Anerkennung: Im Jahr 2000 erhielt der Schriftsteller Gao Xingjian als erster chinesischer Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur.

2009 war China  das Gastland der Frankfurter Buchmesse, was der chinesischen Literatur in Deutschland neuen Antrieb verschaffte. Die chinesische Gegenwartsliteratur deckt ein breites Spektrum an Strömungen ab. Dazu gehört die sogenannte „Kult-Literatur“ (vertreten von Guo Jingming und Han Han), die „Underground-Literatur“ (Mian Mian, Wei Hui) oder die „Frauen-Literatur“ (Zhang Ailing), um nur einige zu nennen.

Das Konfuzius-Institut Heidelberg veranstaltet Lesungen zeitgenössischer chinesischer Autoren, die sich und ihr Werk vorstellen und bietet auch westlichen Autoren, die über China schreiben, die Möglichkeit ihre Arbeiten zu präsentieren. Da der Kulturaustausch zwischen Deutschland und China eine der wichtigsten Aufgaben des Konfuzius-Institutes ist, spielt der literarische Kontakt zwischen den beiden Ländern eine wichtige Rolle in unserer Arbeit: Zu den bisherigen Gästen am Institut zählen der Autor und Journalist Christian Y. Schmidt, der Dichter Ouyang Jianghe, Kinderbuchautor und Illustrator Chen Jianghong ebenso wie der Bonner Schriftsteller und Sinologe Prof. Dr. Wolfgang Kubin.

Unsere Lesungen und Podiums-Diskussionen erfreuen sich großer Beliebtheit. Wenn auch Sie ihr Verständnis der chinesischen Literatur vertiefen und sich von spannenden Geschichten und kunstvollen Gedichten mitreißen lassen möchten, sind Sie uns herzlich willkommen!

Einen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen finden Sie in unserem Archiv. Aktuelle Veranstaltungen finden Sie unter Aktuelles.