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Werkstattbericht: "Faust" als Peking-Oper

 

Termin:  Freitag, 12.05.2017
Uhrzeit: 19.15 Uhr
Ort: Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg e.V., Speyerer Straße 6, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei

Die Peking-Oper gilt als eines der höchsten nationalen Kulturgüter Chinas und ist 2010 von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt worden.

Diese besondere Opernform besitzt herausragende ästhetische Mittel: Neben den für europäische Oper bekannten Elementen Gesang, Rezitation und Schauspiel verfügt sie über Tanz, Akrobatik, Kampfkunst und Pantomime.

Nach einer Einführung in die Peking-Oper wird die Regisseurin Anna Peschke über ihre eigenen Erfahrungen in der praktischen Arbeit berichten.

Bereits 2012 entstand unter Peschkes Regie „Woyzeck – eine Performance mit Peking-Oper-Elementen“ als experimentelle und freie Theaterproduktion (Frankfurt/Peking).

2015 wurde Anna Peschke als erste westliche Regisseurin von der Staatlichen Peking-Oper Company eingeladen, um in China Goethes „Faust“ als eine moderne Peking-Oper zu inszenieren. Nach der Premiere in Bologna im Herbst 2015 ging das Stück in China und Europa auf Tournee.

Am 15. und 16. Mai 2017 besteht die Möglichkeit, die „Faust“-Inszenierung in Wiesbaden im Rahmen der Internationalen Maifestspiele zu sehen.

Die Peking-Oper ist erst vor gut 200 Jahren als Hybrid aus bestehenden Opernformen und Musikstilen entstanden. Es liegt sozusagen in der Natur der Peking-Oper, sich auf Neues einzulassen und fremde Einflüsse zu integrieren. Aber verträgt das Kulturerbe Peking-Oper Innovation? Wie lässt sich eine stark reglementierte Theaterform öffnen? Und welche Schwierigkeiten entstehen in der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit? Anna Peschke wird dazu am 12. Mai ihre Eindrücke wiedergeben.

Anna Peschke arbeitet als Regisseurin in Europa und Asien. Ihre Arbeiten schaffen neue Formen im Spannungsfeld von Performance, Installation, Pekingoper und Neuer Musik.

Sie erhielt 2015 den Theaterpreis Baden-Württemberg und 2012 den Berliner Opernpreis.

2009 schloss sie ihr Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen mit einem praktischen Diplom und Bestnote ab.